flaggen.jpg in Straßburg)]] Eine Flagge ist eine abstrakte Anordnung von Farben, Flächen und Zeichen in meist rechteckiger Form. Sie dient in immaterieller oder materieller Form (meist als Tuch) zur Markierung der Zugehörigkeit bzw. der Vertretung von Gemeinschaften und Körperschaften. In der Art ihrer Nutzung überträgt sie weitere Informationen. Beispiel für letzteres ist die Trauerbeflaggung.
Im engeren (rechtlichen) Sinne ist eine „Flagge“ ein Stück Tuch, das weggeworfen und ersetzt wird, wenn es zerrissen ist – ganz anders als eine „Fahne“, die immer ein Unikat ist und, wenn verschlissen (z. B. bei Regimentsfahnen), zeremoniell beerdigt werden müsste.
Flaggen sind ersetzbar, sie werden in vielen Größen und in hoher Stückzahl hergestellt – eine Fahne dagegen ist ein nicht vertretbares Einzelstück (Truppenfahne, Vereinsfahne, Zunftfahne, Regimentsfahne). Technisch besteht der Unterschied zwischen „Fahne“ und „Flagge“ darin, dass die Fahne fest am Stock befestigt ist, während eine Flagge oft an einem Mast oder Flaggenstock mit Leinen gehisst oder niedergeholt werden kann. Das Ausfahren und Einholen einer Flagge sollte theoretisch jeden Tag bei Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergang erfolgen, ist dies nicht möglich, so sollte die Flagge jedoch bei Nacht beleuchtet sein. Das Einholen der Flagge wird allgemein als Flaggenparade bezeichnet. In der Bundeswehr wird an Kasernen täglich die Flaggenparade durchgeführt, bei der die Bundesdienstflagge in einem vorgeschriebenen Zeremoniell jeden Morgen gehisst und abends niedergeholt wird.
Während Flaggen von einem senkrechten Mast wehen, hängen Banner an einem waagerechten Schaft.
Stander sind verkleinerte Ausgaben der Flagge, wie sie an Dienstwagen hochrangiger Personen aus der Politik und dem Militär angebracht sind. In Deutschland ist dies üblich, wenn darin der Bundespräsident, der Bundeskanzler, der Bundestagspräsident sowie dessen Vizepräsidenten, der Bundesratspräsident sowie dessen Vertreter, der Generalinspekteur der Bundeswehr und andere kommandierende Generäle gefahren werden. In der Diplomatie ist es weltweit üblich, dass die Dienstwagen der Botschaftsvertreter zu offiziellen Besuchen die Flagge ihres Heimatlandes als Stander zeigen.
Die mittelalterliche Heraldik in Europa begründete ihren Ursprung in dem praktischen Nutzen, Krieger auf dem Schlachtfeld zu erkennen. Die dabei angewandten heraldischen Regeln, Farbe auf Farbe und Metall auf Metall zu vermeiden, hatten für Fahnen nur begrenzte Gültigkeit und spielen heute keine Rolle mehr (z.B. Bundesflagge). Die in Wappen verpönte Farbe grün wurde beispielsweise auf Fahnen im Hochmittelalter gerne eingesetzt.
Die Symbolik war anfangs, bis auf wenige Ausnahmen, reichlich dekorativ und erschien willkürlich gewählt. Keine Fahne wies durch ihren Gebrauch auf den Führer einer Schlacht hin. Dies änderte sich grundlegend durch die Kreuzzüge. Als sichtbares, zuordenbares Zeichen wurden Fahnen, Schilde, Helme, Kleidung mit der heraldischen Symbolik ausgestattet und unterstrichen die Rechte und Privilegien des Fahnenführenden.
Die Entwicklung der Symbole zu Land ging mit fundamentalen Änderungen auf See einher. Im späten 12. Jahrhundert erschienen zunächst im Mittelmeer, Mitte 13. Jahrhundert in der Nordsee die ersten Flaggen auf Schiffen. Zu diesem Zeitpunkt wurden bereits Regeln für Flaggen aufgestellt, die heute noch gelten. Ein 1270 geschlossener Vertrag zwischen England und den Grafen von Flandern forderte beispielsweise das Führen korrekter Kennzeichnungsflaggen – das Fahren unter falscher Flagge war verpönt.
Seit etwa dem späten 15. Jahrhundert wurde es allgemein üblich – etwas später sogar gesetzlich geregelt – auf See Flaggen zur Anzeige der Nationalität zu benutzen, die sich schließlich zu den heutigen Nationalflaggen entwickelten.
Ab dem 18. Jahrhundert wurden Flaggen als Signalcodes zur See entworfen und verwendet. Zudem kam es zu zahlreichen Normierungen im Flaggenwesen. Die bedeutendste Entwicklung stellte aber die Etablierung der Nationalflagge dar, die die Bürger eines Volkes vertritt. Der erste Vertreter dieses neuen Typus war sicherlich die Flagge der USA. Die Entwicklung zur Nationalflagge wurde natürlich durch die Entstehung des modernen bürgerlichen Nationalstaates eingeleitet, dessen Kinderstuben die amerikanische und die französische Revolution waren.
Während im 14. Jahrhundert einfache Motive die heraldischen Fahnen beherrschten, verbreiteten sich im 15. und 16. Jahrhundert vor allem bei Militärfahnen parallel Abbildungen mit komplizierten, zum Teil allegorischen Szenen. Beliebt waren auch Wappendarstellungen auf weißem Tuch. Da dieses für die praktische Erkennung ungeeignet ist, ergab sich im 17. Jahrhundert eine klare Trennung in zwei Flaggentypen: eine einfache Flagge und eine mit komplizierter Wappendarstellung. Diese Aufspaltung hat heute noch Gültigkeit und kann in diversen National- und Dienstflaggen beobachtet werden.
Für das Staatsoberhaupt existiert häufig eine eigene Fahne, die bei örtlicher Anwesenheit gehisst wird. Für den deutschen Bundespräsidenten ist es ein schwarzer Bundesadler auf goldenem Grund mit rotem Rand. Je nach Gebrauch werden Flaggen wie folgt eingeteilt:
In der modernen Flaggenkunde wird der Gebrauch von Flaggen durch Gittersymbole angezeigt.
Hierzu wird das Flaggenalphabet oder das Winkeralphabet verwendet.
Diese Anwendung erfolgt bis zum heutigen Tag zumeist auf See.
Weiterhin werden Signalflaggen in vielen anderen Bereichen genutzt:
Im sportlichen Bereich haben Flaggen zwei Anwendungsmöglichkeiten. Zum Einen werden sie von den Zuschauern und Fans genutzt, um die Sympathie für die eigene Mannschaft oder den Sportler zu bekunden.
Zum Anderen definiert das Regelwerk vieler Sportarten die Benutzung von Signalflaggen. Beim Fußball nutzen die Linienrichter Flaggen, beim Segelsport wird ein adaptiertes Flaggenalphabet benutzt, in der Leichtathletik zeigen Schiedsrichter z.B. die Gültigkeit eines Versuches mit Flaggen an, und beim Automobilsport werden den Fahrern mit Flaggen bestimmte Informationen, wie z.B. Letzte Runde oder Disqualifikation angezeigt. Zudem ist es üblich bei internationalen Wettbewerben, z.B. Olympiade das Siegerteam mit dem Hissen der Staatsflagge des Siegerteams zu ehren.
Andere Flaggen werden als Begrenzung des Spielfeldes genutzt, allerdings gemein als Fahnen bezeichnet, z.B. Eckfahne.
Siehe auch: Flaggen der Formel 1
Viele politische Bewegungen wie z.B. Politische Parteien haben Parteiflaggen, die bei öffentlichen und internen Gelegenheiten als Zeichen der Zugehörigkeit zu einer politischen Gruppe oder Idee gezeigt werden. Sie besitzen genauso wie Nationale Flaggen Farben und Symbole mit bestimmten Aussagen. Z.B. steht traditionell das Rot einer Parteiflagge meist für eine Arbeiterpartei. Häufig werden anstelle eines Symbols einfach die Buchstabenkürzel der politischen Bewegung genutzt.
Viele zivile, militärische, staatliche oder private internationale Organisationen führen eigene Flaggen.
Zu den bedeutsamen internationalen Flaggen gehören die Flaggen der Vereinten Nationen, der NATO, der Organisation der Islamischen Konferenz, die Europaflagge und die Olympischen Ringe.
Die wichtigsten und wahrscheinlich ersten internationalen Flaggen sind die Flaggen der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung, da sie im modernen Kriegsrecht seit langer Zeit anerkannt sind und mit diesen Flaggen gekennzeichnete Orte nicht angegriffen werden dürfen.
Flaggen werden gehisst, Banner dagegen aufgestellt. In Trauerstunden dürfen ausschließlich Flaggen auf Halbmast gesetzt werden, Banner und Hausfahnen werden hingegen mit einem oder zwei Trauerfloren versehen. Fälschlicherweise werden in Unkenntnis der Beflaggungsregeln oft auch Banner und Hausfahnen auf Halbmast gesetzt. Besucht ein Staatsoberhaupt ein anderes Land, so wird ihm zu Ehren die Nationalflagge seines Landes (Gastflagge) gezeigt. Ebenso werden bei internationalen Wettkämpfen die Sieger so geehrt. Auf Schiffen ist der Platz der eigenen Nationalflagge entweder am Heck oder - insbesondere auf Kriegsschiffen - nur im Hafen am Heck und auf See in der Gaffel des Signalmastes.
Die Lehre vom Fahnen- und Flaggenwesen heißt Vexillologie.
Es ist, außer bei einigen arabischen Flaggen, gebräuchlich, dass der Flaggenmast links ist, wenn der Betrachter die Vorderseite sieht.
| Aufteilung einer Flagge.png |
Da Nationalflaggen geographische, historische, kulturelle, religiöse, ethnische oder ideologische Aussagen darstellen, die teilweise landesübergreifend sind, gibt es auch Symbole und Farben, die in vielen Flaggen gleichzeitig auftauchen und damit Gemeinsamkeiten der betroffenen Länder illustrieren.
Die Flagge Naurus ist im Prinzip auch eine stilisierte Landkarte, indem die Lage der Insel (Stern) im Pazifischen Ozean (blauer Grund), südlich des Äquators (gelber Streifen) dargestellt wird.
Auch die Flagge Bangladeschs zeigte bis 1972 die Umrisse des Landes in gleicher Weise in der roten Scheibe. Die Karte wurde allerdings wieder entfernt, vermutlich, um eine vereinfachtere Darstellung der Nationalflagge zu erhalten.
Die Sterne in der Flagge Tuvalus stellen die geographisch korrekte Lage der Hauptinseln dar, allerdings ist diese Darstellung erst genordet wenn die Flagge hochkant gehisst wird. In der Flagge Vanuatus soll das gelbe Y die Form der Inselgruppe wiedergeben, auch hier ist die Darstellung erst bei einer hochkant gehissten Flagge genordet.
Die drei südamerikanischen Länder Ecuador, Kolumbien und Venezuela benutzen die Großkolumbischen Farben Gelb, Blau und Rot. Diese gehen zurück auf die 1806 von Francisco de Miranda erstmals gehisste Flagge der Unabhängigkeitsbewegung gegen Spanien.
Gelb stand für die Neue Welt, Blau für den Atlantischen Ozean, der diese vom spanischen Terror trennt, für den das Rot steht.
Sie war von 1813 bis 1830 die Flagge Großkolumbiens. Deshalb werden ihre Farben auch als bolivarische Farben (Simón Bolívar) bezeichnet. Die ursprüngliche Flagge wird auch als Miranda-Flagge bezeichnet.
Für die einzelnen Flaggen siehe Großkolumbische Flaggen
Viele islamische Staaten benutzen die Farbe Grün in ihren Flaggen. Grün war die Farbe der Fatimiden und gilt als Lieblingsfarbe des Propheten Mohammed.
Die Farbe Grün ist ein Basissymbol des Islam.
Die Flagge Libyens benutzt dieses islamische Symbol als einzige Aussage und ist einfarbig grün ohne Wappen. Weitere Beispiele sind die Flaggen Saudi Arabiens, der Komoren und Pakistans. Auch die Flagge der Organisation der Islamischen Konferenz benutzt Grün als Grundfarbe.
Hammer und Sichel und Roter Stern stehen zusammen mit der Farbe Rot für den Kommunismus. Sie symbolisieren die Arbeiter und Bauern, sowie eine klassenlose Gesellschaft. Die bekannteste und älteste Flagge mit dieser Symbolik war die Flagge der Sowjetunion, deren erste Version auf das Jahr 1923 zurückgeht.
Nach der Errichtung von sozialistischen Regierungssystemen in anderen Staaten wurde in manchen Fällen die sowjetische Flagge als Vorbild genommen, und es entstanden Abwandlungen in verschiedenen Versionen. In anderen Fällen wurden die bisherigen Nationalflaggen nur mit sozialistischen Symbolen verändert, z. B. Ersetzen des Staatswappens wie in Ungarn oder Ergänzung des mongolischen Sojombos mit einem roten Stern.
Auch kommunistische Parteiflaggen benutzen häufig diese Symbole.
Für weitere Flaggen siehe Kommunistische und Sozialistische Flaggen
Nationalflaggen mit Kreuzsymbolen: Nationalflaggen mit Kreuzen
Das rote Georgskreuz des heiligen Georg ist Bestandteil verschiedener Flaggen und Wappen. Beispielsweise die Flagge Englands und mithin Grundlage des Union Jack sowie mehrer Flaggen, die darauf basieren, wie unter anderem dem Wappen Fidschis.
Der Union Jack entstand durch die Vereinigung Schottlands und Englands. Später kam die Flagge Irlands hinzu. Er ist eine Überlagerung aus dem englischen Georgskreuz, dem schottischen Andreaskreuz und dem schräggestellten Irischen Patrickskreuz. Viele National- und Dienstflaggen ehemaliger britischer Kolonien basieren auf dem Union Jack bzw. seinen Abwandlungen, der Blue-, Red- und White Ensign.
Für weitere Flaggen siehe Auf britischen Flaggen basierende Flaggen anderer Staaten und deren Glieder
Die Mondsichel (Halbmond) repräsentiert in den meisten Fällen die Religion des Islam. Über Jahrhunderte war der Halbmond das Symbol des Osmanischen Reiches. Heute wird das Symbol unter anderem in der Türkischen Flagge, der Flagge Pakistans und der Flagge Tunesiens benutzt.
In einigen Flaggen werden Mondsicheln ohne einen islamischen Bezug verwendet. In der Flagge Singapurs symbolisiert der Halbmond eine junge, aufstrebende Nation. Im Sojombo der Flagge der Mongolei symbolisiert er zusammen mit der Sonne das ewige Leben der Nation. In der Flagge Nepals steht er zusammen mit dem Stern für die Königsfamilie.
Für weitere Flaggen siehe Flaggen mit der Mondsichel als Symbol
Die Panafrikanischen Farben gehen auf den schwarzen Begründer der Back-To-Africa-Bewegung Marcus Garvey zurück. Seine Farben waren Rot, Schwarz und Grün. Später wurde Schwarz durch Gelb ersetzt, da das einzige traditionell unabhängige schwarzafrikanische Land vor der Dekolonialisierung Afrikas Äthiopien war und die Flagge Äthiopiens eine waagerechte grün-gelb-rote Trikolore ist. Die panafrikanischen Farben wurden zuerst 1957 von Ghana benutzt. In der Regel haben die Farben zusätzlich eine weitere Symbolik. In der Flagge des Tschad und in der Flagge der Zentralafrikanischen Republik sind die Farben mit denen der französischen Trikolore gemischt.
Für weitere Flaggen siehe Flaggen, die die panafrikanischen Farben verwenden
Schwarz und Weiß sind die Farben des Propheten, Grün seine Lieblingsfarbe und auch die Farbe seiner fatimidischen Nachkommen. Die Farbe der haschemitischen Nachkommen ist Rot. Außerdem gelten Schwarz und Weiß als die Farben der Abbasiden und Umayyaden.
Nach der Revolution in Ägypten im Jahre 1952 und der Absetzung des Königs wurde unter Weglassung des Grüns die Farbkombination Rot-Weiß-Schwarz als Grundlage der Flagge Ägyptens gewählt. Einige arabische Länder mit republikanischer Regierungsform wie z. B. Jemen, Syrien und Irak haben, als Zeichen des Panarabismus diese Farben übernommen. Monarchien wie z. B. Jordanien und Kuwait behielten meist die alten Farben einschließlich des Grüns bei.
Für weitere Flaggen siehe Flaggen nach Vorbild der arabischen Revolutionsfahne und Panarabische Farben#Flaggen nach Vorbild der arabischen Befreiungsfahne
Die Panslawischen Farbe gehen auf die von Peter der Große geschaffene Flagge Russlands zurück, die auf der Flagge der Niederlande in den Farben des Fürstentums Moskau basiert.
Einige slawische Länder verwenden ebenfalls diese Farben als Zeichen ihrer Verbundenheit zum Panslawismus.
Für weitere Flaggen siehe Panslawische Flaggen
Pflanzen und Tiere gehören zu den gemeinen Figuren der Heraldik.
Häufige Wappentiere sind Löwen, Bären, Leoparden, Adler, Kraniche, Delphine, Widder oder Stiere, aber auch Fabelwesen wie der Greif, das Einhorn, der Drache, der Doppeladler und der Lindwurm. In südamerikanischen Flaggen und Wappen taucht der Kondor auf, während frühe Revolutionsflaggen der USA häufig die Klapperschlange zeigen. Die Tiere versinnbildlichen zumeist ihnen zugesprochene Werte wie Tapferkeit, Ausdauer oder Stärke, wobei nicht unbedingt Tiere gezeigt werden, die im jeweiligen Land vorkommen, wie z.B. der englische Löwe. Andere gehen auf real vorkommende Tiere zurück, die für die Familie eines Herrscherhauses oder einen einzelnen Herrscher standen, wie zum Beispiel der Berliner Bär.
Teilweise werden aber auch Tiere dargestellt, die gerade im Land der Flagge vorkommen und deshalb die Natur des Landes oder der Region beschreiben, wie z.B. in der Flagge Papua-Neuguineas der Paradiesvogel. Es gibt auch Darstellungen von Haustieren, die gezeigt werden, um ihre Bedeutung für die lokale Wirtschaft zu unterstreichen, wie das Schaf in der Flagge der Falklandinseln.
Auch Pflanzen sind häufig nationale Symbole. Beispiele sind die libanesische Zeder, die Tanne der Norfolkinsel, die Eiche, die Palme, der Maibaum, die Rose, die Lilien der französischen Könige (Fleur-de-Lis), das kanadische Ahornblatt oder die Bauhinia-Blüte in der Flagge von Hongkong.
Der Schild stand ursprünglich für den Schutz, den der Landesherr mit seinem Schild dem Land gibt.
Die Darstellung von Waffen wie Speer, Bajonett, Pike, Schwert, Gewehr oder Geschütz versinnbildlicht den wehrhaften Charakter eines Staates oder auch den kriegerischen Hintergrund, der zur Staatsgründung führte.
Der lediglich verteidigende Schild deutet nicht unbedingt auf eine kriegerische Aussage hin, sondern ist eher ein zumindest in Europa traditionelles Wappensymbol, das mittlerweile keine inhaltliche Aussage mehr hat, außer der, dass es ein traditionelles europäisch christliches Symbol ist.
In den Nationalflaggen der afrikanischen Staaten Kenia, Lesotho und Swasiland sind Schilde mit Waffen dargestellt.
Bei den Schilden und Waffen (meist Speere) handelt es sich um traditionelle Gegenstände der jeweiligen Bevölkerung. Sie symbolisieren alle die Wehrhaftigkeit und den Verteidigungswillen des Volkes.
Das Schwert war die erste bewusst erfundene Waffe, die nicht zum Zwecke der Jagd, sondern einzig und allein dem des Krieges, also des Tötens von Menschen erdacht wurde. Die Darstellung des Schwertes deutet oft eindeutig auf einen kriegerischen Hintergrund der Staatsgründung hin.
In islamischen Ländern bedeutet das Schwert Das Schwert des Propheten (Mohammed), ein Sinnbild der Rechtschaffenheit, aber auch Wehrhaftigkeit und harter Gerechtigkeit des Islam bzw. der Scharia. Das Wappen Omans, welches auch in der Nationalflagge dargestellt wird, stellt einen Dolch und zwei gekreuzte Schwerter dar. Sie sind allerdings das Symbol der seit 1746 herrschenden Said-Dynastie.
Flag of Argentina.svg]] Ein häufig vorkommendes Symbol in Nationalflaggen ist die Sonne. Ihre Bedeutung ist allerdings so vielfältig wie ihr häufiges Vorkommen auf Nationalflaggen. In den meisten Fällen wird sie als Sonnensymbol, wie in der Flagge Argentiniens, gezeigt. In manchen Fällen wird sie auch nur durch eine gelbe Farbfläche, wie in der Flagge Guineas, dargestellt.
In vielen Fällen symbolisiert sie, wie in der Flagge Namibias, die Hitze oder Wärme, die von ihr ausgeht. Manchmal soll sie, wie in der Flagge von Antigua und Barbuda, als aufgehende Sonne auch den Anbruch einer neuen Ära oder Epoche darstellen. Die Sonne in der Flagge Ruandas wiederum steht für die erhoffte Erleuchtung des Volkes. Eine große historische Bedeutung hat das Gestirn in Japan, dem Land der aufgehenden Sonne, dies spiegelt sich auch in der japanischen Nationalflagge wider.
Zu diesen Staaten und Gebieten gehören: Australien, Samoa, Neuseeland und Papua-Neuguinea sowie die australischen Bundesstaaten Victoria, Australian Capital Territory, Northern Territory. Auch die inoffizielle Flagge der Weihnachtsinsel zeigt das Kreuz des Südens.
Symbolträchtig ist das Sternbild in der Flagge Brasiliens. Hier wird der Himmel über Rio de Janeiro zum Zeitpunkt der Proklamation der Republik gezeigt. Die Abbildung ist so, als befände sich der Betrachter im All und schaue durch die Sterne auf Brasilien.
Für weitere Flaggen siehe Flaggen mit dem Kreuz des Südens
Die US-Flagge diente als Vorlage für Nationalflaggen anderer Staaten. Ähnlich in der Symbolik ist die Flagge Malaysias (hier stehen die Streifen für die malaysischen Bundesstaaten) und die Uruguays (hier stehen die Streifen für die neun Departementos zur Zeit der Unabhängigkeit).
Aufgrund historischer tiefer Bindungen zur USA diente die US-Flagge auch den Flaggen Kubas, Liberias und Puerto Ricos als Vorbild, Sterne und Streifen haben hier aber andere Bedeutungen.
Für weitere Flaggen siehe Liste der US-amerikanischen Flaggen
In der turkmenischen Flagge werden fünf traditionelle Teppichmuster, sogenannte Guls gezeigt.
In der Flagge Kasachstans ist ein Webmuster dargestellt, welches auf die Volkskunst verweisen soll.
Die Flagge Weißrusslands zeigt ebenfalls ein traditionelles Ornament.
In der Flagge von Laos scheint er als weiße Scheibe dargestellt über dem Mekong.
In der Flagge Palaus symbolisiert er das Aufstreben der Nation, zudem spielt er in der Tradition des Landes eine wichtige Rolle.
Sowohl die Flaggen der Demokratischen Volksrepublik Korea als auch der Republik Korea benutzen dieses Symbol.
1823 entstand im Widerstand gegen Spanien die Zentralamerikanische Konföderation, deren Flagge aus drei waagerechten Streifen bestand und die Farbfolge Blau-Weiß-Blau hatte, die auch als Zentralamerikanische Farben bezeichnet werden. Diese wurde in Anlehnung an die argentinische Flagge entworfen.
Nach dem Zusammenbruch der Konföderation 1838 nutzten die 5 jetzt unabhängigen Staaten Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua die Farben und teilweise auch Teile des Wappens in ihren Nationalflaggen weiter.
Die weiteren zentralamerikanischen Staaten habe einen abweichenden historischen Hintergrund und wählten andere Flaggenmuster.
Für die einzelnen Flaggen siehe Flaggen mit Zentralamerikanischen Farben
Seit Rumänien 1989 sein sozialistisches Staatswappen aus der Flagge entfernte, haben beide Flaggen das gleiche Seitenverhältnis (2:3) und dieselbe Anordnung der Farben.
Fast identisch sind auch die Flagge Indonesiens und die Flagge Monacos, auch hier besteht kein kultureller oder historischer Zusammenhang. Die Farben der Flagge Monacos entstammen dem Wappen des Herrscherhauses der Grimaldi, die jetzige Form wurde 1881 festgelegt. Die Farben der indonesischen Flagge haben ebenfalls einen historischen Hintergrund und wurden erstmals wieder von Nationalisten während der niederländischen Kolonialzeit verwendet. Die Flagge wurde mit der Unabhängigkeit 1945 eingeführt.
Den einzigen Unterschied der beiden Flaggen stellen die verschiedenen Seitenverhältnisse dar (Indonesien 2:3, Monaco 4:5).
In Anordnung und Farben gleichen sich auch die Flagge Luxemburgs und die Flagge der Niederlande. Trotz der geographischen Nähe ist die Ähnlichkeit reiner Zufall, beide Flaggen haben unterschiedliche historische Hintergründe. Die heutige Form der Flagge der Niederlande wurde offiziell 1937, die der Flagge Luxemburgs 1972 festgelegt.
Die Unterschiede bestehen zum einen im helleren Blau der luxemburgischen Flagge, zum anderen in den unterschiedlichen Seitenverhältnissen (Luxemburg 1:2 oder 3:5, Niederlande 2:3).
Bandera | Flag | Σημαία | Flag | Flago | Bandera | Lipp | Drapeau | דגל | Bandiera | 旗 | Vlag | Flagg | Bandera | Флаг | Zastava | Flagga | Bayrak | Drapea