Abraham Bosse Valet de chambre.jpg Ein Diener (auch Hausdiener oder Kammerdiener) ist im herkömmlichen Sinne ein Mitglied des Hausgesindes, also ein abhängig Arbeitender, der gegenüber seinem Arbeitgeber oder Dienstherrn bestimmte häusliche Pflichten hat, die dieser nicht ausüben kann bzw. möchte.
Dazu gehören üblicherweise das Vorlegen, Reinigen und Bügeln der Kleidung, Rasur, Frisur, Maniküre, der Einkauf sowie diverse Botengänge; teilweise auch das Putzen, Waschen und Kochen. Manchmal führten Diener auch den Haushalt ihres Herren (als "Wirtschafter") oder waren als Kämmerer, als Kammerherren oder Kammerdiener beschäftigt – alles Tätigkeiten, die von in der gesellschaftlichen Rangordnung höherstehenden Menschen als „nicht standesgemäß“ eingestuft werden.
Seit den Zeiten der ersten Früh- und Hochkulturen hat es Hausdiener gegeben, die in der Regel im Abhängigkeitsverhältnis der Sklaverei untergeordnet waren, allerdings auch den sozialen Aufstieg als Freigelassene erlangen konnten. Der korrekte Diener Fig 5.jpg Ein gewisses Vertrautheits- oder Vertrauensverhältnis und die Einhaltung zeremonieller, höfischer Etikette haben dabei stets eine große Rolle gespielt. Für Hausdiener, die direkten Kontakt mit ihrer Herrschaft hatten, waren Eigenschaften wie Höflichkeit, Treue, Aufrichtigkeit, Diskretion und Unterwürfigkeit wichtig. An manchen Kaiser- oder Königshöfen waren die Kammerherren oder Kammerdiener diejenigen, die direkten Zugang zu ihrem Herren hatten und die das Privatleben des Herrschers bis ins kleinste Detail kannten. Seit der Neuzeit weitgehend in ein Lohnverhältnis umgewandelt, änderte sich an den positiven Aspekten des Dienstverhältnisses nicht mehr viel. Das Sprichwort „der Diener seines Herrn“ beschreibt immer noch die zum Teil sklavische Verbundenheit bzw. das Unterwürfigkeitsgepräge des Verhältnisses.
In der Opera buffa (etwa Leporello in Don Giovanni oder Figaro in Die Hochzeit des Figaro und Der Barbier von Sevilla) oder der italienischen Komödie (etwa Carlo Goldonis Der Diener zweier Herren) spielen die Diener häufig den komischen, karikierenden Gegenpart zu ihren Herren. Im Theater kehrt er als bevormundender Butler die Verhältnisse auf den Kopf.
Als Diener (einen Diener machen) wird auch die veraltete männliche Höflichkeitsform einer tiefen Verbeugung bezeichnet, die heute nur bei großen Rangunterschieden noch vorkommt (etwa - angedeutet - als Zeichen hoher Ehrerbietung oder - stärker - bei kleinen Jungen gegenüber Erwachsenen). Ihr entspricht bei Mädchen der Knicks.