Die 105,5 km lange
Diemel ist ein linker bzw. westlicher Nebenfluss der
Weser in
Nordhessen und
Nordrhein-Westfalen (
Deutschland).
Die Diemel stellt den südlichsten großen Zufluss der Ober-Weser (neben deren eigentlichen und noch größeren Quellflüssen Fulda und Werra) dar.
Flusslauf
Quelle
Die Diemel entspringt in Nordwest-Hessen nur etwa 300 m nördlich der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Dort befindet sich ihre Quelle am Nordostkamm des
Sauerlands, damit am Nordostende des
Rheinischen Schiefergebirges und nur knapp 2,5 km südlich von
Usseln. In rund 680 m Höhe entfließt sie dem Nordosthang des
Auf'm Knoll, ein 738 m Hoher Berg zwischen
Hohem Pön im Westen und
Kahlem Pön im Osten. Ihr Quellgebiet liegt am Südrand des
Naturparks
Diemelsee.
Wasserscheide:
Die Quellgegend der Diemel liegt auf der Diemel-Eder/Fulda/Weser-Wasserscheide, was bedeutet, dass sich die nach Nordosten fließende Diemel direkt in die Weser entwässert, während die Wilde Aa, die auf der südöstlichen Seite des Quellbergs entspringt und von dort in Richtung Osten fließt, über die Aar einen südlicheren Umweg über die Eder und Fulda zur Weser machen.
Die Quelle der Diemel liegt aber - entgegen anderer Aussagen - nicht auf der Rhein-Weser-Wasserscheide, weil diese etwas weiter westlich über den Hopperkopf verläuft und dort nach Süden zum Hille- und Ruhrkopf abknickt.
Oberlauf
Die Diemel verläuft teils auf der Landesgrenze von
Hessen und
Nordrhein-Westfalen:
Von der oben genannten Quelle
Auf'm Knoll fließt der Fluss zuerst steil bergab nach Usseln und dann in nördlicher Richtung durch ein herrliches Tal, in dem 3 Dörfer liegen:
Hemmighausen,
Deisfeld und
Giebringhausen (die zwei zuletzt genannten gehören zu der
Gemeinde Diemelsee). Danach erreicht ihr Wasser von Süden her kommend den
Diemelsee, in den von Westen her die
Itter einmündet. Kurz vor der Staumauer verläuft durch diesen See die Grenze der eben erwähnten Bundesländer, so dass der Fluss fortan in Nordrhein-Westfalen fließt.
Mittellauf
Unterhalb der Staumauer und ab
Helminghausen - nicht zu verwechseln mit Hemmighausen - durchfließt er in nordöstlicher Richtung ein wunderschönes Tal, in dem leider mal geplant war (oder immer noch ist ?) einen weiteren Stausee zu errichten (was nicht nur in zahlreichen Landkarten auch immer noch zu sehen ist) und, in dem man glaubt, in einer Voralpenlandschaft zu sein. Bis zu 595 m hoher Berge thronen dort majestätisch über dem Tal, in dem es außer Helminghausen keine weiteren Dörfer gibt, bis auf
Padberg, das aber dort eigentlich auf einem Berg hoch oben über der Diemel liegt. In diesem Tal wird die Diemel zuerst von der
Rhene und dann von der
Hoppecke gespeist. Anschließend fließt die Diemel südöstlich am
Sintfeld vorbei und über
Marsberg nach
Diemelstadt. Westlich von dessen Ortsteil
Wrexen, wo die
Orpe einmündet, unterquert die Diemel die
A 44 (Diemeltalbrücke; 100 m lang), wobei sie wieder im Bereich der Grenze der bereits genannten Bundesländer verläuft.
Unterlauf
Diemel_bei_Trendelburg.jpg
Danach gelangt ihr Wasser in zunehmend weitläufig werdender Landschaft in die
Warburger Börde (
NRW), wo ihr in
Warburg die
Twiste zufließt. Kurz danach erreicht die Diemel erneut und endgültig Nord-
Hessen und fließt nach
Liebenau, wo der
Eggel und die
Warme einmünden, sowie nach
Trendelburg, wo ihr beim Ortsteil
Wülmersen die
Holzape zufließt. Nach durchfließen eines erneut herrlichen Tals mündet sie wenige Kilometer weiter nördlich in
Bad Karlshafen in die Ober-
Weser.
Der Abschnitt Stammen (vor Trendelburg) bis Karlshafen wurde 1710-1723 durch Ausbau, begleitende künstliche Kanäle und Schleusen schiffbar gemacht und war Teil des von der Lahn zur Weser geplanten aber nie vollendeten Landgraf-Carl-Kanals.
Einzugsgebiet & Höhenunterschied
Das Einzugsgebiet der Diemel, das sich etwa 70 % in Hessen und zu rund 30 % in Nordrhein-Westfalen befindet, umfasst etwa 1.760 km². Bis zu ihrer Mündung in die Weser im Stadtgebiet von Bad Karlshafen überwindet die Diemel 584 m Höhenunterschied.
Wassersport
Diemelkraftwerk Wülmersen.jpg
Der Unterlauf der Diemel ab Warburg ist für Sportboote (
Kajak und
Kanadier) ganzjährig befahrbar und ein lohnendes Ziel für Kanuten. Einige Wehre sind schwierig zu umtragen. Am Diemelkraftwerk beim Hofgut Wülmersen ist ein Umtragungsweg angelegt. Es gibt Bootsverleih und geführte Paddeltouren.
Im Mittellauf hängt die Befahrbarkeit von der Wasserabgabe des Elektrizitätswerks am Diemelsee ab. Für Kajaks befahrbar ist der Abschnitt bei 3 bis 4 m³/s.
Kurioses
Interessant am Oberlauf der Diemel ist, dass sie bis zu ihrer Mündung in den Diemelsee wesentlich kürzer ist, als die
Itter und die
Hoppecke (die wesentlichsten Zuflüsse im Diemel-Oberlauf) mit ihren Quellbächen, so dass vor allem die Hoppecke - wenn man es von der Länge her betrachtet - der eigentliche Diemel-Quellfluss ist.
Orte
(von der Diemelquelle flussabwärts gesehen)
Zuflüsse
von der Diemelquelle flussabwärts gesehen:
- linker Zufluss aus Richtung Westen: Hoppecke
- linker Zufluss aus Richtung Westen: Itter
- rechter Zufluss aus Richtung Süden: Rhene
- rechter Zufluss aus Richtung Süden: Orpe
- rechter Zufluss aus Richtung Süden: Twiste
- linker Zufluss aus Richtung Norden: Eggel
- rechter Zufluss aus Richtung Süden: Warme
- rechter Zufluss aus Richtung Süden: Esse
- rechter Zufluss aus Richtung Süden: Holzape
(alle anderen sind nur noch kleinere Bäche)
Ausflugsmöglichkeiten
Ausflugsziele unweit oder unmittelbar an der Diemel sind der
Diemelsee, die
Ruine Desenberg, die
Trendelburg, der
Nasse Wolkenbruch, das Wasserschloss Wülmersen, das ehemalige Benediktinerkloster in
Helmarshausen, die
Krukenburg und die Barockstadt
Bad Karlshafen.
Weblinks
Fluss in Hessen | Fluss in Nordrhein-Westfalen