article

Die Zeit ist eine überregionale deutsche Wochenzeitung, die erstmals am 21. Februar 1946 erschien. Seit 1996 gehört sie zur Verlagsgruppe Holtzbrinck.

Sitz der Zeit ist seit ihrer Gründung Hamburg. Zielgruppe der Zeit sind vor allem Akademiker bzw. Bildungsbürger. Ihre politische Haltung gilt als liberal. Bei kontroversen Themen werden zur unabhängigen Meinungsbildung des Lesers zuweilen auch unterschiedliche Positionen gegenüber gestellt.

Die Zeit erscheint jeden Donnerstag. Bei Feiertagen wird der Erscheinungstag in der Regel vorgezogen.

Geschichte


Die erste Ausgabe der Zeitung erschien am 21. Februar 1946 in einer Auflage von 25.000 Exemplaren als Blatt der sogenannten Lizenzpresse. Laut Media-Analyse 2005 erreicht sie heute rund 1,43 Millionen Leserinnen und Leser; die verkaufte Auflage betrug im ersten Quartal 2005 laut IVW 465.000 Exemplare.

Die ersten Herausgeber der Zeit waren Gerd Bucerius, Lovis H. Lorenz, Richard Tüngel und Ewald Schmidt di Simoni. Sie hatten bereits während der letzten Phase des Zweiten Weltkriegs geplant, eine bürgerliche Zeitung herauszugeben. Erster Chefredakteur wurde Ernst Samhaber. Am 1. März 1946 stieß Marion Gräfin Dönhoff zur Redaktion. In wechselnden Positionen – von 1972 an bis zu ihrem Tod 2002 als Herausgeberin – prägte sie die Zeitung.

In den ersten Jahren erwirtschaftete die Zeit Defizite und musste aus den Einnahmen von Bucerius' Illustrierten "Stern" subventioniert werden. 1955 kam es zu einer Redaktionskrise der "Zeit". Tüngel, der inzwischen Chefredakteur geworden war, hatte einen Text des NS-Staatsrechtlers Carl Schmitt veröffentlicht, woraus Marion Gräfin Dönhoff aus Protest dagegen nach zehn Jahren die Redaktion verließ. Kurz darauf versuchte er den CvD Josef Müller-Marein zu entlassen, nachdem dieser in einem Artikel den amerikanischen Politiker Joseph McCarthy für dessen Kommunistenverfolgung scharf kritisiert hatte. Nach diesen Vorkommnissen wurde Tüngel entlassen, was gleichzeitig eine Entscheidung über die politische Linie der Zeitung darstellte.

Als Autoren gewann die Zeit bedeutende Persönlichkeiten, unter anderem schrieb Walter Jens unter dem Pseudonym Momos; zu nennen ist außerdem Ben Witter. Seit dem 1. Juli 1996 gehört die ZEIT zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck.

Mitarbeiter und Ressorts


Herausgeber sind gegenwärtig Altbundeskanzler Helmut Schmidt (seit 1983), Josef Joffe und der ehemalige Staatsminister für Kultur, Michael Naumann. Darüber hinaus bezeichnet die Zeit auch die verstorbene Marion Gräfin Dönhoff noch als Herausgeberin.

Chefredakteur ist Giovanni di Lorenzo, stellvertretende Chefredakteure sind Matthias Naß und Bernd Ulrich. Die Redaktion hat derzeit etwa 115 feste Angestellte und ist in zehn Ressorts gegliedert (Politik, Dossier, Wirtschaft, Wissen, Feuilleton, Literatur, Leben, Reisen, Chancen). Den Abschluss einer jeden Ausgabe bildet auf der letzten Seite ein geschichtlicher Rückblick auf ein historisches Thema mit aktuellem Bezug unter dem Titel „Zeitläufte“. Jedes Ressort hat sechs bis zehn Redakteure. Die Zeitung unterhält Redaktionsbüros in Berlin, London, Brüssel, Paris, Moskau und Washington DC und hat Auslandskorrespondenten in Aalborg, Jerusalem, Johannesburg, New York und Peking.

Die Zeit wird in folgenden Druckereien hergestellt: Frankfurter Societäts-Druckerei in Mörfelden-Walldorf, Axel Springer AG in Essen-Kettwig und Axel Springer Verlag in Ahrensburg. Der Vertrieb liegt bei Gruner und Jahr, Hamburg.

Nachdem 1999 das farbige Beiheft ZEIT-Magazin eingestellt worden war, gründete sich in der Nachfolge das Ressort „Leben“ unter der Leitung von Andreas Lebert, heute Chefredakteur der Zeitschrift Brigitte. Besonders bekannt in diesem Ressort sind sowohl die wöchentlichen Kolumnen von Harald Martenstein, der meist recht sarkastisch, aber durchaus humorvoll über „Gott und die Welt“ philosophiert, sowie Wolfram Siebecks Koch-Seite.

Seit dem 1. Juli 1999 verwendet die Zeit eine von ihrem Feuilleton-Redakteur Dieter E. Zimmer entworfene „Hausorthographie“, die in einigen Punkten von der amtlichen Rechtschreibung abweicht.

Zusätzliche Angebote des Verlags


Neben vielen kostenlosen Artikeln veröffentlicht die Zeit für Onlinekunden und Abonnenten die gesamte Ausgabe digital als PDF und ausgewählte Artikel zum Anhören als MP3. Diese Audioartikel sind ebenfalls teurer und in geringerer Qualität bei Audible erhältlich. Auf audibleblog.de steht jede Woche einer dieser ausgewählte Artikel kostenlos zur Verfügung.

Im November 2004 begann die Wochenzeitung ein eigenes 20-bändiges Lexikon (mit Wörterbuch) zu veröffentlichen. Der Inhalt des Lexikon-Teils basiert auf dem 15-bändigen Brockhaus-Lexikon; im Anhang jedes Bands befinden sich jedoch zusätzlich ausgewählte ZEIT-Artikel zu bestimmten Themen. (Den ersten Band erhielten Abonnenten und Käufer der ZEIT als Appetithappen gratis.)

Seit Dezember 2004 erscheint außerdem alle zwei Monate das Wissensmagazin ZEIT Wissen mit einer eigenständigen Redaktion. Chefredakteur ist Christoph Drösser.

Seit April 2005 erscheint in unregelmäßigen Abständen das Magazin ZEIT Geschichte, das geschichtliche Ereignisse mit aktuellem Bezug aufgreift. (Die ersten beiden Ausgaben zum 60. Jahrestag des Kriegsendes erschienen als Gratis-Beilagen der ZEIT.)

Erstmals wurde 2005 auch der ZEIT Studienführer veröffentlicht, der diverse Studienranglisten sowie kurze Artikel zur Vorstellung verschiedener Studienfächer beinhaltet; er soll jährlich erscheinen.

Im November 2005 erschien eine in Kooperation mit dem Brockhaus-Verlag konzipierte Welt- und Kulturgeschichte in 20 Bänden. Ebenso wie beim Zeit-Lexikon liegt der erste Band gratis einer Zeit-Ausgabe (in diesem Fall der vom 3. November 2005) bei. Wie schon beim im Jahr 2004 erschienenen allgemeinen Zeit-Lexikon bilden ausgewählte Zeit-Artikel den Abschluss eines jeden Bandes.

Hh-diezeit.jpg
- mit dem Stadtwappen von Bremen !]]

Wissenswertes


Laut dem Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch ist das Format der ZEIT "so groß, wenn man die aufschlägt, muss der Nachbar gleich zum Zahnarzt".

Ein weiteres Kuriosum ist das Emblem der ZEIT, das den Schlüssel des Bremer Stadtwappens zeigt, obwohl der Sitz in Hamburg ist. Grund ist, dass die ursprüngliche Verwendung des Hamburger Tors von der Stadtregierung als Missbrauch eines Hoheitszeichens untersagt wurde. Der Bremer Bürgermeister Wilhelm Kaisen genehmigte hingegen sogar die kostenfreie Nutzung.

Von dem Streit um die Wiedereinführung der alten Rechtschreibung, die vom Spiegel, der Süddeutschen und BILD angeführt wurde, war DIE ZEIT nicht betroffen, da diese eine eigene Hausorthographie verwendet, die in Teilen von der bestehenden Rechtschreibung abweicht.

Verwandte Themen


Literatur


  • Die Zeit. Wochenzeitung für Politik, Wirtschaft, Wissen und Kultur. Zeitverl. Bucerius, Hamburg 1946ff. (Ersch. wöchentl.)
  • Frank Bajohr: Der Mann, der bei der ZEIT Ernst Krüger war. Sechs Jahre lang, von 1950 bis 1956, schrieb er für unsere Zeitung unter falschem Namen. Erst jetzt wurde seine wahre Identität entdeckt: hinter "Ernst Krüger" verbarg sich der Diplomat und SS-General Erwin Ettl, in: Die Zeit Hamburg 2006, 9 (23. Febr.), S. 94. . Artikel bei Zeit Online
  • Ralf Dahrendorf: Liberal und unabhängig. Gerd Bucerius und seine Zeit. C.H. Beck, München 2000. ISBN 3-406-46474-2
  • Mathias von der Heide, Christian Wagner: "Weiter rechts als die CDU". Das erste Jahrzehnt der "Zeit". in: Lutz Hachmeister, Friedemann Sierung (Hrsg.): Die Herren Journalisten. Die Elite der deutschen Presse nach 1945. C.H. Beck, München 2002, S. 165-184. ISBN 3-406-47597-3
  • Karl-Heinz Janßen: Die Zeit in der Zeit : 50 Jahre einer Wochenzeitung. Berlin : Siedler , 1995. 348 S.ISBN 3-88680-574-3
  • Karl-Heinz Janßen, Haug von Kuenheim, Theo Sommer (Hrsg.) DIE ZEIT. Geschichte einer Wochenzeitung 1946 bis heute Berlin : Siedler 2006. 416 S.ISBN 3-88680-847-5

Weblinks


Zeitung (Hamburg) | Deutschsprachige Wochenzeitung | Deutsche Zeitung | Medien (Hamburg)

Die Zeit | Die Zeit | Die Zeit | Die Zeit | Die Zeit | ディー・ツァイト | Die Zeit | Die Zeit | Die Zeit

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Die Zeit".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld