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Die Pest (französischer Originaltitel: „La Peste“) ist ein Roman von Albert Camus aus dem Jahr 1947.

Einordnung in das literarische Werk Camus


Die Pest ist Camus' erfolgreichstes Buch. Nach der Veröffentlichung im Juni 1947 wurden innerhalb kürzester Zeit 100.000 Exemplare verkauft. Es gehört insbesondere in Frankreich zur Pflichtlektüre an den Schulen und ist noch heute eines der meistverkauften Bücher in Frankreich. Der Roman ist einer der Gründe für die Verleihung des Literaturnobelpreises im Jahr 1957 an Camus.

Stilistisch unterscheidet sich „Die Pest“ von seinen Vorgängerwerken. Während zum Beispiel im Roman „Der Fremde“ (1942, franz.: „l’étranger“) ein äußerst knapper und emotionsloser Schreibstil vorherrscht, wird jetzt der Schreibstil etwas großzügiger und detailreicher. Auch die Erzählform (Wechsel zwischen Erzähler und Dialogen) wirkt weniger monoton.

Bedeutung innerhalb der Philosophie Camus


Auch innerhalb seiner Philosophie stellt der Roman eine Weiterentwicklung Camus' dar. In seinem Essay „Der Mythos von Sisyphos“ (1942, franz.: „Le mythe de Sisyphe“), dem Bühnenstück „Caligula“ (Uraufführung 1945) und in „Der Fremde“ entwickelt Camus seine Philosophie des Absurden, die eng mit dem Existenzialismus verwandt ist. Auch „Die Pest“ hat diese Philosophie als Basis, geht jedoch über sie hinaus. Camus führt hier das Element der ständigen Revolte gegen die Sinnlosigkeit der Welt ein, wie sie in seinem Essay „Der Mensch in der Revolte“ („l’homme révolté“, 1958) später voll entwickelt wird. Insbesondere kommen aber die Werte Solidarität, Freundschaft und Liebe als möglicher Ausweg hinzu, wenn auch die Absurdität nie ganz aufgehoben werden kann.

Inhalt des Romans


Protagonist des Romans ist Dr. Rieux, der in der Stadt Oran im französischen Algerien lebt und eines Morgens, als er das Treppenhaus betritt, eine tote Ratte im Flur sieht. Dieses eher unspektakuläre Ereignis wird jedoch bald zur Regel: In der ganzen Stadt sterben Ratten auf elende Art und Weise; sie verenden in den Straßen und Häusern. Kurz darauf sterben die Einwohner an einem heimtückischen Fieber: In der Stadt ist die Pest ausgebrochen, und sie wird von der Außenwelt abgeriegelt.

Camus beschreibt in Person des Dr. Rieux in sachlicher Weise die Geschehnisse und merkwürdigen Veränderungen in einer Stadt, die von der Pest heimgesucht wird: er schildert das Leiden, den Schmerz des Verlustes und vor allen Dingen den Kampf der Menschen gegen das Schicksal, das ihr Leben bedroht und das nahezu ausweglos erscheint. Dr. Rieux nimmt diesen schier ausweglosen Kampf an. Eine wichtige Rolle im Roman spielt auch Pater Panneloux dessen Geheimnis die Identifizierung mit einem bösen Gott ist und der aus diesem Grund die Pest als Strafe Gottes zur Züchtigung des Menschen deutet. Er gerät wegen dieser Einstellung mit Rieux in einen Disput.

Historischer Kontext des Romans


Der plötzliche Befall und der anschließende „Belagerungszustand“ der algerischen Stadt durch die Pest im Jahre „194.“ ist auch eine Anspielung auf die blitzartige Besetzung und Okkupation Frankreichs im 2. Weltkrieg durch die deutsche Wehrmacht. Auch die Zeit Camus' in der Résistance ist für diesen Roman von Bedeutung. So steht die Seuche für den Nazionalsozialismus (Synonym: "Die braune Pest"), die Erkrankten repräsentieren die Juden und Dr Rieux symbolisiert die Résistance.

Weblinks


  • http://www.biblioweb.org/La-peste.html (französisch)

Roman, Epik | Literarisches Werk

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