Die Lümmel von der ersten Bank ist der Titel einer Reihe von sieben deutschen Filmkomödien zum Thema Schule und Schülerstreiche, die auf Satiren und Figuren des Schriftstellers und Deutschlehrers Alexander Wolf basiert. Sie erzählt die Geschichte einer Schulklasse im Mommsen-Gymnasium, die sich gegen die veralteten Lehrmethoden und steifen Lehrer durch Streiche auflehnt. Der erste Film hatte in Anbetracht der Studentenrevolte von 1968 auch ernst gemeinte Anliegen, die späteren Filme waren eher der Kategorie "Gaudi und Klamauk" zuzuordnen.
Episoden
- Zur Hölle mit den Paukern (1967)
- Zum Teufel mit der Penne (1968)
- Pepe, der Paukerschreck (1969)
- Hurra, die Schule brennt! (1969)
- Wir hau'n die Pauker in die Pfanne (1970)
- Morgen fällt die Schule aus (1971)
- Betragen ungenügend (1972)
Besetzung
Zentrale Rollen in den Filmen nehmen
Theo Lingen als der Oberstudiendirektor Taft sowie sein Gegenspieler auf Schülerseite
Hansi Kraus in der Rolle als Pepe Nietnagel (im zweiten Teil allerdings als Pepe Notnagel), ein. Auch
Hans Terofal als der trottelige Schulpedell Bloch kehrt in allen Filmen wieder.
Andere bekannte Schauspieler, die in Teilen der Reihe beteiligt waren, sind beispielsweise Uschi Glas, Hannelore Elsner, Ruth Stephan, Rudolf Schündler, Georg Thomalla, Peter Alexander meist zusammen mit Heintje, Hans Clarin und Harald Juhnke. In der Filmreihe hatte die junge Jutta Speidel ihre erste Filmrolle.
Zwar befindet sich das fiktive Mommsen-Gymnasium in Baden-Baden, doch wurde für die Außenaufnahmen überwiegend das Münchner Maximiliansgymnasium genutzt. Der erste Teil ist allerdings im Hamburger Gymnasium am Kaiser-Friedrich-Ufer gedreht worden.
Romanvorlage
Die literarische Vorlage für die Filmreihe, der u.a. die Hauptfigur
Pepe Nietnagel entnommen ist, war die Satire
Zur Hölle mit den Paukern des Pädagogen Alexander Wolf, der 1963 in der
Pardon-Bibliothek des Verlages
Bärmeier & Nikel erschien. Das Buch, welches den Untertitel
Memoiren einer Schulzeit trägt, war in der Ich-Form aus Sicht der Kunstfigur Pepe Nietnagel geschrieben, hatte aber laut Klappentext durchaus authentische Bezüge zur Realität. Der Erfolg von
Zur Hölle mit den Paukern führte mit
Die Mittlere Unreife, Nietnagels gesammelte Fluchtversuche zu einer Nachfolgeveröffentlichung, in der sich die Hauptfigur jedoch mehr auf allgemeine Sorgen und Nöte eines Heranwachsenden, denn auf die Schule konzentriert und schließlich zu der Filmreihe
Die Lümmel von der ersten Bank, deren Erfolg den des Buches noch in den Schatten stellte.
Kritik
Die allgemeine Kritik nahm Wolfs Satire
Zur Hölle mit den Paukern freundlich auf, nannte sie "wirklichkeitsnah, wie es seit
Tucholsky kein deutscher Satiriker mehr fertigbrachte" (
NDR) oder "einen überscharfen Cocktail" (
Welt am Sonntag), während die
Frankfurter Rundschau auch Kritik an der Schulpolitik erkannte. Die
Westdeutsche Rundschau sah insbesondere die Figur des Nietnagel, welche später auch die tragende Rolle in den Drehbüchern sämtlicher
Lümmel-Filme spielen sollte, als in ihren "soziologischen und persönlichen Bedingungen" äußerst stimmig.
Weblinks
Filmreihe