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Die Gartenlaube Illustrirtes Familienblatt (später Illustriertes Familienblatt) war ein Vorläufer moderner Illustrierten und das erste große, erfolgreiche deutsche Massenblatt. Es erschien von 1853 bis 1944 und erreichte 1876 unter ihrem Verleger Ernst Keil eine Auflagenhöhe von 382.000 Exemplaren. Da die Gartenlaube sowohl in der gemeinsamen Familienlektüre konsumiert wurde, als auch in zahlreichen Leihbibliotheken und Cafés als Auslage zur Verfügung stand, erstreckt sich die Schätzung der eigentlichen Leserschaft auf zwei bis fünf Millionen zu ihren Hochzeiten.

Ursprünglich durchaus politisch durch die radikal-liberale Position des Verlegers Ernst Keil geprägt, entwickelte sich Die Gartenlaube nach dessen Tod 1878 unter der Leitung des neuen Verlagsbesitzers und Redakteurs Adolf Kröner zunehmend zu einem konservativen Unterhaltungsblatt. Politische oder religiöse Themen waren nach dieser Neupositionierung tabu, ebenso Ehescheidung oder Selbstmord. Die Gartenlaube veröffentlichte auch Fortsetzungsromane.

Die Gartenlaube stellt eine ebenso umfassende wie für viele historische Untersuchungsfelder unverzichtbare Quelle zur deutschen Kulturgeschichte dar.

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