Die Brandenburger in Böhmen (tschech. Braniboři v Čechách) ist eine Oper in 3 Akten von Bedřich Smetana. Der Text wurde von Karel Sabina nach einem historischen Roman von Kajetan Tyl verfasst.
Smetana schrieb die Oper in den Jahren 1862 und 1863. Die Uraufführung fand am 5. Jänner 1866 am České Prozatímmí Divadlo (Interimtsheater Prag) statt. Mit diesem Werk gewann der Komponist ein Preisausschreiben für die erste nationale Oper. Nach einem großen Erfolg am Anfang konnte sich das Werk nicht auf der Bühne halten. Heute wird die Oper ab und zu gespielt.
Die Oper spielt in Prag um 1279, sie handelt von der brandenburgischen Eroberung Prags.
1278 wurde der böhmische König Přemysl Otokar II. im Kampf mit Rudolf von Habsburg getötet. Frau Kunigunde holte daraufhin seinen Neffen Otto V. von Brandenburg zu Hilfe. Otto V. kam mit einer großen Armee und so zog sich Rudolf von Habsburg aus Böhmen zurück. Die Brandenburger führten sich auf, als wären sie Sieger im Feindesland, sie sperrten Kunigunde und ihren siebenjährigen Sohn in der Burg Bezděz ein und Rudolf von Habsburg unterzeichnete einen Vertrag mit den Brandenburgern, die so für fünf Jahre die Herrscher in Böhmen wurden. Dazu kam, dass es in Böhmen zu dieser Zeit eine Hungersnot gab.
Nach einer sehr kurzen Ouvertüre beginnt das erste Bild auf dem Anwesen des Bürgermeisters von Prag, Wofram Olbramovic. Dieser berät sich mit seinen Gästen, was gegen die Brandenburger zu tun sei. Die Mehrheit der Anwesenden will sie angreifen, doch der Bürgermeister tritt für eine friedliche Lösung ein. Plötzlich kommt der junge Junos und benachrichtigt die Leute von Plünderungen. Nach der Abreise der Bürger lehnt die Tochter des Bürgermeisters Ludise ein Heiratsangebot des Bürgers Tausendmark ab. Daraufhin gesellt sich dieser den sich in der Nähe aufhaltenden plündernden Brandenburgern bei.
Das zweite Bild spielt auf einem großen Platz in der Hauptstadt. Das aufgebrachte Volk bestimmt den Leibeigenen Jirka zu ihrem Befehlshaber. Der Bürger Tausendmark kommt mit Ludise und der Truppe an. Jirka will das Mädchen aus der Gewalt Tausendmarks erlösen. Der Bürgermeister verhindert eine Prügelei im letzten Moment. Tausendmark bezichtigt Jirka, Ludise geraubt zu haben. Der Bürgermeister lässt Jirka einsperren.
In einem Dorfe in der Nähe von Prag flüchten die hungrigen Bauern vor den Plünderern in den Wald. Dort sprechen sie ein Gebet und bitten sie Gott um Befreiung. Ein Bote aus der Stadt berichtet, dass die Schreckensherrschaft in drei Tagen vorbei sei. Ein Bauer wird nach Prag gesendet um den Bürgermeister dazu zu bringen, ein hohes Lösegeld für seine Töchter zu entrichten.
Bei Gericht wird Jira wegen der Entführung verurteilt, er soll hingerichtet werden. Der Bürgermeister gibt Tausendmark den Auftrag, die Freilassung seiner Kinder zu veranlassen.
Im Garten eines Bauernhauses hoffen die drei Töchter des Bürgermeisters auf eine Botschaft, als Junos erscheint. Das Publikum erfährt, dass dieser eigentlich Ludises Liebhaber ist. Nach einem Duett der beiden, droht ihnen der Bewacher Wareman, dass er die drei verkaufen werde, falls kein Lösegeld eintrifft.
Tausendmark kommt anstelle eines Herold aus der Stadt, er entrichtet das Lösegeld und will gemeinsam mit Ludise Böhmen verlassen. Warneman verabscheut den Bürger und Tausendmarks Plan fällt ins Wasser. Jira wurde inzwischen von Junos aus dem Gefängnis geholt und versammelt das Volk, um die drei Gefangenen zu befreien. Dabei verhaften sie auch Tausendmark.
Oper (Werk) | Oper in tschechischer Sprache | Oper von Bedřich Smetana
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"Die Brandenburger in Böhmen".
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