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Die Brücke am Kwai ist ein Film von David Lean aus dem Jahre 1957, der auf dem gleichnamigen Roman von Pierre Boulle basiert. Gedreht wurde in Sri Lanka und Großbritannien. Zum Teil weichen Roman und Film jedoch voneinander ab (im Buch wird die Brücke nicht gesprengt).

Handlung


Der Film porträtiert eine Gruppe britischer Inhaftierter eines japanischen Kriegsgefangenenlagers, die gezwungen werden, eine hölzerne Eisenbahnbrücke über den Kwai zu errichten. Der Lagerälteste, der britische Offizier Nicholson (Alec Guinness), weigert sich anfangs, den Befehl, dass auch die Offiziere mitarbeiten müssen, anzunehmen. Er beruft sich auf die Genfer Konvention, die Japan allerdings nicht unterschrieben hat.

Der japanische Lagerkommandant Saito (Sessue Hayakawa) droht mit Repressionen, da er die Verantwortung für die pünktliche Fertigstellung der Brücke trägt. Nicholson will, dass seine Soldaten ihren Stolz und ihre Würde behalten und sich nicht wie einfache Sklavenarbeiter von den japanischen Bewachern erniedrigen lassen. Er will Saito die Überlegenheit der britischen Soldaten beweisen, indem er eine technisch aufwändigere Brücke in kürzerer Zeit errichtet, obwohl er sich bewusst sein muss, damit dem Feind zu helfen. Nichsolson setzt sich schließlich durch, und die Offiziere werden von der schweren körperlichen Arbeit befreit. Die Aufgabe treibt die Soldaten zu Höchstleistungen, und die Brücke wird doch noch rechtzeitig fertig. Saito muss nach der Fertigstellung indirekt die Überlegenheit der Gefangenen eingestehen.

Die Handlung des Films endet mit der Zerstörung der gebauten Holzbrücke durch die Alliierten, die Nichsolson versucht zu verhindern, weil sie für ihn mehr geworden ist als eine Brücke für den Feind: Für ihn ist sie ein Symbol des Widerstandes und des Überlebenswillens seiner Soldaten.

In Wirklichkeit wurde neben der Holzbrücke fünf Monate nach ihrer Fertigstellung zusätzlich noch eine stählerne Brücke errichtet. Beide wurden durch die Alliierten zerstört, die Holzbrücke zuerst. Die Stahlbrücke wurde 1946 von einer japanischen Firma wiederaufgebaut und 1971 instandgesetzt und ist heute noch in Betrieb. Für den Film wurde die Holzbrücke am Drehort in Sri Lanka nachgebaut. Sie bestand aus 1.200 Bambusbäumen, war 35 Meter hoch und 130 Meter lang. Damit war die Brücke die bis dahin größte Brückenkulisse der Filmgeschichte. Sie wurde während der Filmaufnahmen für die Schlussszene gesprengt, während ein unbesetzter Zug über sie hinweg fuhr.

Reaktionen


Einige Zuschauer reagierten auf den Film mit Unwillen, da sie in ihm eine positive Darstellung unbedingter militärischer Pflichterfüllung sahen. Dem wurde entgegengehalten, gerade diese unkritische Haltung werde in dem Film ad absurdum geführt und deshalb ironisiert. Das Ende und die differenzierende psychologische Darstellung des Offiziers durch Guinness deute eben auf diese Haltung hin.

Der River Kwai-Marsch (englisch: Colonel Bogey March) den die britischen Soldaten beim Einmarsch ins Lager pfiffen, wurde ein Welthit. Gepfiffen wurde der Titel, weil die meisten Strophen des Textes nicht an der Filmzensur vorbeigekommen wären.

Auszeichnungen


Die beiden Drehbuchautoren Carl Foreman und Michael Wilson standen zur damaligen Zeit auf der Schwarzen Liste und wurden nicht als Autoren aufgeführt. 1984 erhielten sie eine postume Auszeichnung.

Literatur


  • James Ursini, Alain Silver: David Lean and His Films. Silman-James Press, 1992, ISBN 1-87950500-2
  • Michael Coyne: Epic Encounters. The Films of David Lean. Cinema & Society. I.B. Tauris, 2004,ISBN 1-86064513-5

Weblinks


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