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Richard Peter "Dick" Gaughan (*1948 in Rutherglen bei Glasgow) ist ein schottischer Folksänger.

Biographie


Gaughans Familie zog von Rutherglen nach Leith, eine Hafenstadt außerhalb von Edinburgh, als er anderthalb Jahre alt war. Er ist nie nach Rutherglen zurückgekehrt. Dicks Mutter stammte aus Lochaber und sprach Gälisch als Muttersprache. Die Muttersprache seines Vaters war das Irische. Er stammte aus Mayo und beherrschte das Spiel der Fiddle. Dick war das älteste von drei Kindern. Im Alter von sieben Jahren begann er mit dem Spiel der Gitarre. Obwohl er später Lieder im schottischen Gälisch sang, blieb es für ihn eine Fremdsprache, ein Echo einer fernen Vergangenheit. Er sang in Folkclubs in Edinburgh und war ab 1970 Profimusiker.

1972 veröffentlichte er ein erstes Soloalbum No More Forever. Anschließend kam er zu Boys of the Lough, die er nach der Veröffentlichung von deren Debutalbum im selben Jahr wieder verließ. 1975 folgte eine Gastrolle bei den High Level Ranter auf deren Album The Bonnie Pit Laddie. Darauf folgte eine hektische Periode in der er zwei Karrierestränge gleichzeitig verfolgte, einmal als Mitglied von Five Hand Reel (drei Alben zwischen 1976 und 1978) und als Solosänger, als der er im selben Zeitraum vie Alben veröffentlichte. Dies war eine Zeit starken Alkoholkonsums, der Reisen in Lastwagen und sehr seltener Begegnungen mit seiner Frau und seiner Tochter. Zu einer Lebenskrise kam es, als seine Tochter von einem Auto überfahren wurde, während er auf Reisen war. Die Tochter überlebte, doch Dick wurde durch diesen Vorfall veranlasst, sein Leben neu zu ordnen.

Schließlich lernte er als Autodidakt, Musik zu lesen und zu schreiben. Er schrieb für das schottische Folk-Magazin Folk Review und hatte mehr Kontakt mit seiner Familie. Er schloss sich einer Agitprop-Theatergruppe namens "7:84" an. Er schien sehr bewusst dem Vorbild eines anderen sozialistischen Theaterregisseurs und Sängers Ewan MacColl zu folgen, dem er 1978 ein Album widmete. Gaughan beteiligte sich ebenfalls an einem Gedenkalbum für Woody Guthrie. In frühen 1980er Jahren betrieb er Kampagnenarbeit für eine Organisation namens "Perform" deren Ziel es war, professionelle Folkmusiker und Amateure zu vereinen um Gagen und Weitergaberechte zu verhandeln sowie die künstlerische Kontrolle zu behalten. Er war zwei Jahre lang ihr Vorsitzender.

Werk


Auf seinen Soloalben interpretierte er sowohl große Balladen wie auch selbstgeschriebene Songs. Noch vor Sting stellte er sich der weitverbreiten Ansicht entgegen, die Russen seien kriegslüsterne Eroberer ("Think Again", aus "A different Kind of Love Song"). A Handful of Earth (1981) und A Different Kind of Love Song (1983) gehören zu seinen besten Veröffentlichungen. Er hat sehr entschiedene Ansichten über viele Dinge, einschließlich des Internet. Während er 1984 Stimmprobleme auskurierte, nahm er an einem Computerkurs teil und er ist einer der wenigen Sänger, die problemlos eine Anstellung als Webmaster bekommen könnten. Er gestaltet und betreut seine Website selbst. Außerdem ist er regelmäßiger Teilnehmer der Usenet-Newsgroup uk.musik.folk.

1995 gründete er gemeinsam mit dem zwischenzeitlich verstorbenen Davy Steele die Gruppe Clan Alba, die nur ein Album herausbrachte. Mit dieser Gruppe war er auch beim Folkfestival des WDR zu hören, ebenso war er bereits zweimal beim größten Folkfestival Europas, dem Tanz&FolkFest in Rudolstadt vertreten.

Künstlerisch überwiegt seine Leistung als Sänger und Interpret fremder Werke, sowie als Gitarrist, während seine eigenen Kompositionen teilweise weniger überzeugen können.

Themen


Gaughan interpretiert zum traditionielles schottisches und irisches Liedgut neu, wobei er häufig von anderen übersehene positische oder soziale Aspekte dieser Lieder hervorhebt, so etwa in seiner Einspielung von Erin-go-Bragh, einem Lied das die traditionelle Diskriminierung der Iren in Schottland aus der Sicht eines Betroffenen schildert und gleichzeitig mit einer totalen Absage an "nationale Identität" endet ("Come all you young people whereever you're from/and don't give a damn to which place you belong")

Einen mindestens ebenso großen Teil seines Repertoires machen zeitgenössische Autorenlieder zu aktuellen Themen ("topical songs") aus, sei es über die Lage Behinderter ("What you do with what you've got"), über den australischen Medien-Mogul Rupert Murdoch ("Shipwreck") über historische Themen wie etwa das Leben Thomas Paines ("Tom Paine's bones") oder einen antifeudalen Aufstand in England ("World turned upside down"). Gaughan ist überzeugter Atheist, ohne jedoch Christen generell zu verdammen. Jeglichen Fanatismus lehnt er ab. Seine Haltung verdeutlicht er in Son of Man (Album Sail on). Auf demselben Album setzt er sich mit dem Zusammenbruch des Realsozialismus auseinander. Denjenigen, die darin das Ende sozialistischer Utopien sehen, hält der Sozialist Gaughan entgegen: I see no cause for alarm / No reason to get downhearted / You'r trying to say our time is passed / Hell! It hasn't even started

Praktisch abwesend ist dabei das Genre der Liebeslieder, etwas wozu sich Gaughan in A different kind of love song dezidiert geäußert hat.

Repertoire


Neben selbstgeschriebenen und traditionellen Liedern interpretiert Gaughan Werke anderer bekannter britischer und US-amerikanischer Liedermacher wie Woody Guthrie, Pete Seeger, Brian McNeil, Tommy Sands oder Si Kahn neu.

Dazu kommen Neuvertonungen und Nachdichtigungen auf Grundlage traditioneller Materialien.

Diskographie


  • No More Forever (1972)
  • Kist O'Gold (1976)
  • Coppers and Brass (1977)
  • Gaughan (Songs Of Ewan MacColl) (1978)
  • A Handful of Earth (1981)
  • A Different Kind Of Love Song (1983)
  • Fanfare For Tomorrow (1985)
  • Live In Edinburgh (1985)
  • True and Bold (1986)
  • Call It Freedom (1988)
  • Sail On (1996)
  • Redwood Cathedral (1999)
  • Outlaws And Dreamers (2001)
  • Prentice Piece (2002)
  • Lucky for Some (2006)

Dick Gaughan and Andy Irvine

  • Parallel Lines (1982)

Clan Alba

Weblinks


  • http://www.dickgaughan.co.uk/ Dick Gaughans offizielle Website

Schotte | Folksänger | Mann | Gitarrist | Geboren 1948

Dick Gaughan

 

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