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Die Diathese (griech. „Auseinanderstellen“) bezeichnet in der Sprachwissenschaft eine morphologische Kategorie, deren Bedeutung sich durch das Verhältnis der Partizipanten unterscheidet. Diathese ist ein Sonderfall von Valenzalternation.

Arten der Diathese


In der deutschen Grammatik spricht man von Aktiv und Passiv (traditioneller Terminus Genus Verbi, dt. „Handlungsrichtung“). Es handelt sich dabei um die durch Gegenüberstellung zweier Formenreihen (Verbformen, Verbalformen) gebildet wird.

Neben den Kategorien Aktiv und Passiv gibt es in anderen Sprachen weitere Kategorien, die zu diesem Bereich gehören:

Aktiv und Passiv


In allen Fällen geht es um die Veränderung des Verhältnisses zwischen dem Verb und seinen Mitspielern. So erfordert die Bedeutung eines Verbs z. B. einen handelnden Mitspieler und ein Objekt, an dem die Handlung ausgeübt wird: Das Verb „bewegen“ erfordert einen Beweger und ein bewegtes Objekt. Im merkmallosen Fall ist die handelnde Person das Subjekt des Satzes. Zum Vergleich mit einer Sprache, bei der die Diathese Teil der Flexion ist, hier ein Beispiel (Das Subjekt ist kursiv, das Objekt ist fett, das Prädikat ist unterstrichen):

Deutsch Latein
Maria bewegt den Stein. Maria petram movet.

In diesem Fall liegt das Aktiv vor. Das Passiv wird gebildet, indem das Verb morphologisch verändert wird:

Deutsch Latein
Der Stein wird bewegt. Petra movetur.

Nun ist nicht mehr der Handelnde das grammatische Subjekt, sondern das Objekt der Handlung ist zum grammatischen Subjekt geworden. Die handelnde Person tritt in den Hintergrund, das Objekt wird zum Thema des Satzes. Die Anzahl der notwendigen Argumente eines Verbs bezeichnet man als seine Valenz. Das Passiv reduziert die Valenz des Verbes, weil das inhaltliche Subjekt nicht mehr notwendig, sondern optional ist. Es kann wieder hinzugestellt werden:

Deutsch Latein
Der Stein wird von Maria bewegt. Petra a Maria movetur.

Im Reflexiv sind Subjekt und Objekt identisch:

Deutsch Latein
Der Stein bewegt sich. Petra movetur.

Damit wird in diesem Fall angezeigt, dass hier nicht mehr klar unterschieden werden kann, ob der Stein nun Subjekt oder Objekt des Vorganges ist. Bei anderen Verben (etwa „waschen“) kann aber auch gemeint sein, dass eine Person eine Handlung an sich selbst vornimmt:

Peter wäscht sich.

Siehe auch


Verbvalenz

Trpný rod | Grammatical voice | Diathèse | Fulangach (gràmar) | Igenem | | Strona (językoznawstwo) | Voz verbal | Diates | 语态

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Diathese (Linguistik)".

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