Wikipedia:Qualitätssicherung
Die Diskussion über diesen Antrag findet auf der Qualitätssicherung/9. Juli 2006# statt.
Hier der konkrete Grund, warum dieser Artikel auf den QS-Seiten eingetragen wurde: keine Quellen, Akzentsetzung unausgewogen kein NPOV FossaFossaFossa/Bewertung 01:12, 9. Jul 2006 (CEST)
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Scientology ist eine im wesentlichen auf Science Fiction und Szientismus aufbauende Weltanschauung mit spirituellen Elementen,Willms, Gerald. 2005. Scientology: Kulturbeobachtungen jenseits der Devianz. Bielefeld: transcript, S.25-40. deren organisatorische Basis vor allem die Church of Scientology ist, die jedoch nur im Selbstverständnis eine Kirche ist.
Scientology wird in Deutschland auf Bundesebene und teilweise auf Landesebene wegen Verdachts auf "Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung" vom Verfassungsschutz beobachtet und regelmäßig in den entsprechenden Verfassungsschutzberichten erwähnt.
Nach dem Tod von L. Ron Hubbard übernahm David Miscavige den Vorsitz. Derzeit ist Heber Jentzsch "Präsident", aber David Miscavige, der als einziger den Rang des "Captain" hat und im Religious Technology Center (welches die vielfältigen Marken- und Urheberrechte von Scientology verwaltet) den Vorsitz hat, ist die einflussreichste Person innerhalb der Scientology-Organisation. Anfang der 1970er Jahre begann Scientology ihre Tätigkeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Standorte der Organisation werden im deutschsprachigen Raum als "Kirchen" (Deutschland 8, Schweiz 5, Österreich 2) und "Missionen" bezeichnet.
Laut unabhängigen Publikationen wird die Mitgliederzahl weltweit auf ca. 150.000 geschätzt. Scientology selbst spricht von über 8 Millionen Anhängern. In Deutschland sollen es zwischen fünf- und sechstausend sein, Scientology selbst wiederum verweist auf 12.000 aktive Mitglieder in Deutschland (Stand: 2005).
Laut der Scientology-Lehre besteht das physikalische Universum aus MEST, was als Abkürzung für Matter, Energy, Space und Time (dt.: Materie, Energie, Raum und Zeit) steht. Ein lebendiger Organismus setzt sich aus Materie, Energie, Raum und Zeit zusammen und ist vom Thetan belebt. Theta ist ein griechischer Buchstabe und steht hier für Geist oder Gedanke, das liegende Theta „∞“ ist das Symbol für die Unendlichkeit. Der Thetan – und somit jeder Mensch – ist unsterblich, jedoch durch vieles negativ beeinflusst und in seiner Entfaltung gebremst. Der Mensch setzt sich laut Scientology aus drei Teilen zusammen:
Der Bestandteil Mind setzt sich nach Hubbard aus dem analytischen und dem reaktiven Teil zusammen. Der analytische Teil nimmt Erfahrungen wahr und behält sie, um Probleme zu lösen. Er denkt in Unterschieden und Ähnlichkeiten. Der reaktive Teil speichert körperliche bzw. emotionelle Schmerzen und versucht die Person einzig und alleine nach dem Reiz-Reaktions-Prinzip zu lenken. Er setzt alles gleich. Beispiel: Jemand hört die Sirene eines Rettungswagens. Diese Wahrnehmung wird gleichgesetzt mit dem eigenen Unfall=Schmerz=Verlust=Versagen=Angst=Einsam=Wut=das Leben ist schlimm=Schweißausbruch=wegrennen=u.s.w. Hubbard beschreibt in seinem Buch „Dianetik - die moderne Wissenschaft der geistigen Gesundheit“ eine Technik, die er Auditing nennt, um die Auswirkungen des reaktiven Teil des Minds aufzulösen. Es beschreibt die Theorie und Praxis von „Dianetik“, der bis heute praktizierten Grundlage von Scientology, die sich speziell mit den negativen Einflüssen auf den menschlichen Geist befasst.
Scientology e meter blue.jpg Beim Auditing findet oft das E-Meter Anwendung. Dieses Gerät verfügt über eine Spannungsquelle, Elektroden und eine Messeinrichtung. Was das Gerät misst, wenn es Kontakt mit der Haut eines Menschen hat, kann etwa der Hautwiderstand, ein muskuläres oder neuronales Aktionspotential, die Größe der Kontaktfläche zur Haut, ein induktiv eingekoppelter Strom aus naheliegenden elektomagnetischen Feldern oder auch eine Summe dieser Quellen sein. Das Gerät wird von Scientology derzeit als Modell Mark Super VII zum Preis von ca. 4.000 USD verkauft. Da der Hautwiderstand nach Ansicht von Hubbard von geistigen Bildern und Emotionen beeinflusst werde, würden Gedanken also Reaktionen beim „E-Meter“ verursachen, so dass der „Auditor“, die das Gerät überwachende Person, mit Hilfe des Gerätes unbewussten und bewussten emotionalen Schmerz beim „Auditing“ eines Probanden aufspüren könne. Da es sich lediglich um eine Messung des Hautwiderstandes handele, sind Kritiker wie unabhängige Wissenschaftler allerdings der Ansicht, dass die Ergebnisse ohne Aussage seien. Ein Lügendetektor berücksichtigt neben der Änderung des Hautwiderstandes durch Schwitzen auch noch andere Parameter, wie Atemfrequenz, Puls und Blutdruck.
Scientology bezeichet das unsterbliche Wesen eines Menschen als Thetan (in Anlehnung an den griechischen Buchstaben theta θ). Laut L. Ron Hubbard existierten die mindestens 350 Milliarden Jahre alten Thetane bereits vor jeder Schöpfung. Scientologen streben das Wiedererlangen der ursprünglichen Fähigkeiten eines Thetans an.
Zu Beginn seines Lebens sei jede Person ein so genannter Pre-Clear und könne, mittels körperlicher und geistiger Reinigungs- und Bearbeitungsprozesse, letztendlich ein sogenannter Clear werden. In diesem anzustrebenden Zustand sei die Person von ihrem „reaktiven Verstand“ befreit, der sie zuvor dazu gezwungen habe, auf der Grundlage erlebter traumatischer Erfahrungen zu reagieren. Der befreite Verstand könne nun alle auftretenden Probleme mit inneren Zuständen, anderen Menschen oder Gegenständen in den Griff bekommen.
Nachdem ein Mitglied den Zustand Clear erreicht habe, führe der Weg zur völligen Befreiung über derzeit acht Operating-Thetan-Stufen (kurz: OT-Stufen) hin zum Ziel des frei operierenden Thetans; dieser sei nicht mehr an Materie, Energie, Raum und Zeit – kurz MEST – gebunden. Die auf diesen Stufen erreichten Fähigkeiten reichten in den esoterischen Bereich und umfassten u.a. auch außerkörperliche Erfahrungen.
Während sich die Clear-Stufen mit der Aufarbeitung traumatischer Ereignisse auf der „Gesamtzeitspur“ eines Wesens auf der Erde befassen (sowohl innerhalb des Lebenszeitraums von der Empfängnis an, aber auch in vorherigen Leben), betreffen die OT-Stufen darüber hinausgehend Bereiche wie Leben auf anderen Planeten und galaktische Katastrophen (OT III), Beeinflussungen von geistigen Entitäten, Implants, Exteriorisation u.a.
Unter den OT-Prozessen wird von Kritikern häufig ein Passus aus OT III zitiert, um die vermeintliche Absurdität der Hubbardschen Lehre vorzuführen: Die dort niedergeschriebene Arbeitsanweisungen zur spirituellen Entwicklung thematisieren sogenannte Body-Thetane (BTs) - körperlose Thetane, die aufgrund eines gemeinsamen traumatischen Erlebnisses „Cluster“ bildeten und sich an körperliche Wesen anhefteten. Diese Body-Thetane behindern eine Person beim Erreichen der geistigen Freiheit.
Thetane auf der Erde würden demnach unter anderem durch Body-Thetane beeinträchtigt, die vor 75 Millionen Jahren Opfer einer Katastrophe ("incident II") geworden seien, deren Verursacher Xenu, der „Herrscher über eine Konföderation von 21 Sonnen und 76 Planeten“ gewesen sei. Angeblich um ein damaliges Überbevölkerungsproblem zu lösen, habe Xenu unzählige Thetane zur Erde verschleppt, sie in gefrorenem Zustand in der Nähe von Vulkanen plaziert, und diese dann mithilfe von Wasserstoff-Bomben zur Explosion gebracht.
Die solchermaßen traumatisierten Thetane seien zudem für 36 Tage einer Reihe von Implants ausgesetzt worden. Hierunter sei generell ein bei Bewusstlosigkeit oder Schmerz eingepflanzter Komplex aus Absichten und Gegenabsichten, Handlungsanweisungen und Postulaten zu verstehen. Die verabreichten Implants hätten darüber hinaus verschiedenste Bilder wie etwa über Gott und den Teufel, die römisch-katholische Kirche, Szenen wie aus dem modernen England, Weltraum-Epen, Helikopter oder Züge enthalten, um die BTs Xenus Vorstellungen entsprechend zu beeinflussen. Gleichzeitig sei die Erinnerung an diese Behandlung unterdrückt worden.
Nach einer 6-jährigen Auseinandersetzung sei Xenu von loyalen Offzieren gefangen genommen worden, indem er in einem von einer ewigen Batterie versorgten Kraftfeld in den Bergen einsperrt wurde – dort soll er sich heute noch befinden.
Die Tätigkeit von Anhängern der Scientology besteht hauptsächlich darin, das Auditing durchzuführen und weitere Anhänger zu Auditoren auszubilden bzw. weitere Leute für Scientology zu begeistern und so auch, neue Geldquellen zur Verbreitung der Lehre und Ideologie zu erschließen.
Manche Scientologen sind in verschiedenen Scientology-Projekten im sozialen Bereich tätig (z.B. Narconon, Criminon, Psychiatriekritik), deren Zweck aber gemäß Kritikern ebenfalls hauptsächlich in der Verbreitung von Scientology liegt.
Scientology_Recruiter.jpg Zur Mitgliederwerbung bieten Scientologen häufig in Fußgängerzonen einen kostenlosen Persönlichkeitstest an, der OCA-Test oder auch Oxford-Kapazitätsanalyse genannt wird. Ein Zusammenhang des Tests mit der Universität von Oxford besteht nicht. Dieser Test umfasst 200 Fragen, welche auf die Auswertung individueller Schwächen und Probleme abzielen.
Da bei umfassender Fragestellung keine Person als völlig frei von individuellen Problemen zu charakterisieren sein wird, erbringt das Testergebnis regelmäßig zumindest einige wenige Schwächen oder Problempunkte des Probanden. Hiervon ausgehend erfolgen kostenpflichtige Angebote von Scientology bzw. einer Suborganisation an die jeweilige Person hinsichtlich jener Lebensbereiche, die nach Ergebnis des Tests der Verbesserung bedürfen.
Kritiker raten von einer Teilnahme an dem Test, der auch von unter anderem Namen operierenden Scientology-Organisationen angeboten wird, ab. Sie beanstanden zum einen die fehlende Wissenschaftlichkeit des Tests, zum anderen den "Disseminationsdrill", laut dem der jeweilige Scientology-Mitarbeiter beim Probanden im Auswertungs-Gespräch nach dem persönlichen "Ruin" suchen solle. Dies sei ein unerwünschter Zustand, welcher der Person als unerwünschter Zustand real ist oder ihr real gemacht werden kann; der Probanden soll davon überzeugt werden, dass Scientology diesen gefundenen Zustand handhaben könne. Somit sei der OCA-Test kein Test, sondern eine Verkaufshilfe. Auch sei ein Hilfebedürftigkeit suggerierendes Testergebnisses unausweichlich; bei einer weit gefassten Frage wie „Lügen Sie manchmal?“ indiziere die Antwort „ja“ ohne weiteres ein „Problem“, gleiches gelte aber auch für die Antwort „nein“, da dann eben ein typisches Verhalten verdrängt werde.
Nicht nur die Ausbildung zum Auditor sondern auch das Auditing, also der geistliche Fortschritt, wird zu fixen Preisen pro Kurs oder pro Stunde verkauft, wobei Anfängerkurse weniger, fortgeschrittene geistliche Stufen sehr viel Geld kosten. Auditing auf den unteren Stufen kostet ca. 400 € für 12½ Stunden, auf einer höheren Stufe kann es 5.000 €oder mehr kosten. Das Erreichen der Stufe „Clear“ entspricht im Preis ca. dem Gegenwert eines Mittelklassewagens und die OT-Stufen dem eines Einfamilienhauses. Gemäß Scientology-Lehre sind diese Stufen nur in Scientology erreichbar und der einzige Weg zur geistigen Freiheit.
Von Anfang an wird erwartet, dass ein Mitglied seine Zeit intensiv für Scientology einsetzt (Optimalmaß für einen Kursbesuch sind 12 ½ Stunden pro Woche). Kritiker weisen darauf hin, dass dies ein übliches Vorgehen von Sekten sei, um Menschen von organisationsfremden Bezugspersonen zu entfernen und in die direkte Abhängigkeit einer Gruppe zu bringen.
Scientology Kirche Deutschland e.V
Während sich Scientology bisweilen selbst als Religion versteht, wird die Scientology-Kirche in der Bundesrepublik Deutschland nicht als Religion anerkannt. Für Deutschland hat das Bundesarbeitsgericht am 22. März 1995 Aktenzeichen: 5 AZB 21/94 festgestellt, dass Scientology der Status einer Religionsgemeinschaft nicht zukommt.
Von Scientology-Gegnern wird oft angeführt, dass Scientology ein Wirtschaftsunternehmen ist.
Die großen christlichen Kirchen Deutschlands sowie viele kirchliche, staatliche und unabhängige Beratungsstellen für Sektenmitglieder und -aussteiger stufen Scientology als so genannte „gefährliche Psycho-Sekte“ ein.
Die Scientology-Kirche ist die mit Abstand größte Organisation, die eine Scientology-Ideologie vertritt.
In den USA, in Italien, Spanien, Schweden, Ungarn, Portugal, Mexiko, Australien, Neuseeland und Taiwan hat Scientology - teilweise nach Prozessen bis zu den höchsten Gerichten - den Status einer religiösen und gemeinnützigen, von Steuern befreiten Organisation zuerkannt bekommen.
Scientology bezeichnet sich als überkonfessionell und ist dies auch insofern, als dass Scientologen aus Sicht von Scientology problemlos nominelle Mitglieder ihrer angestammten Religion bleiben können. Allerdings wird klar erwartet, dass Verpflichtungen gegenüber Scientology den Vorrang haben und Scientologen sich die Weltanschauung von Scientology aneignen. Intensive geistliche Praktiken jeder Art außerhalb von Scientology (z. B. Meditation, Yoga, Seelsorge, Exerzitien, Beten) sind für Scientologen nicht gestattet. Da die Weltanschauung von Scientology mit der traditionellen Theologie von Christentum, Judentum und Islam nicht vereinbar ist, ist eine Doppelmitgliedschaft aus der Sicht mancher anderer Religionen und Konfessionen nicht möglich.
Insbesondere Letzteres werten Kritiker Hubbards als seelische Grausamkeit, da die frühe Mutter-Kind-Bindung unterbunden werde. Auch Hubbards Anweisungen über Babynahrung werden von vielen Medizinern kritisch gesehen.
In dem erstmalig 1951 erschienenen Werk "Kinder-Dianetik" fordert Hubbard auf den Seiten 85-86 der deutschen Ausgabe von 1983 ebenfalls die stille Geburt sowie den Verzicht auf Anästhesie oder Narkose, da eine Geburt ohne Betäubung weniger "Engrammatisch" sei. Im Gegensatz zu dem oben erwähnten Text aus 1958 wird hier von der Trennung von Mutter und Kind abgeraten:
Kinder werden wie Erwachsene als Wesen („Thetane“) betrachtet, die lediglich einen noch kindlichen Körper bewohnen. Deshalb sei deren Selbstbestimmung nur zur Abwendung von Gefahren für die Kinder einzuschränken. Nach Scientology ist den Kindern auch in erheblichem Maße Mitarbeit und Eigeninitiative zuzutrauen und zuzumuten. Kritiker sehen in diesen Vorstellungen eine Legitimation von Kinderarbeit.
Eine Besonderheit von Scientology ist der sogenannte „touch-Assist“, bei dem die betroffene Körperstelle des Kranken oder Verletzten berührt wird, um diesen wieder in geistigen Kontakt mit dem entsprechenden Körperteil zu bringen. Diese geistige Auseinandersetzung, die vor und während der Erkrankung vernachlässigt worden sei und deshalb letztlich zu dem jeweiligen Problem geführt habe, schaffe deutliche Erleichterung. Diese und ähnliche Methoden werden in Abwandlungen bei verschiedenen Zuständen angewendet, z.B. auch bei Fieber („fever-assist“).
Kritiker sehen dieses Vorgehen als medizinfeindlich und unter Umständen gefährlich, wenn dadurch wichtige medizinische Hilfe versäumt wird.
Scientology schreibt dazu unter anderem:
„Somit haben wir das Gebiet der Medizin, das sich an die unmittelbare Verletzung, an chirurgische Angelegenheiten wie Entbindungen und akute Infektionen und dergleichen wendet, und auch an solche Dinge wie Schürfungen und Kratzer, die bei Unfällen entstehen, sowie an Verabreichung von Medikamenten und Antibiotika, um den Tod eines Patienten in einer Notlage zu verhindern. Das ist die Rolle der Medizin. Wo es eine Tendenz für Krankheit und Verletzung gibt, wo Krankheit oder Verletzung verlängert werden oder wo Unglück und Besorgnis geistige und körperliche Verstimmung verursacht, bewegen wir uns im Bereich der Scientology, denn solche Dinge werden am besten geheilt, verhindert oder behoben, indem man dafür unmittelbar und direkt den Thetan und dessen auf den Körper gerichtete Tätigkeit konsultiert.“
Scientologen verstehen ihre Lehre als einzigen funktionierenden Weg zu „völliger Freiheit“. Gegner von Scientology werden mit rechtlichen und anderen Mitteln bekämpft, was zu zahlreichen Prozessen führte (siehe auch Scientology gegen das Internet). In den USA und Kanada wurden hochrangige Scientologen, darunter die Ehefrau des Gründers, wegen Infiltration von Regierungsstellen verurteilt. In Kanada wurde Scientology als juristische Person deshalb verurteilt.
Scientologen sollen aufgrund ihrer Lehre anders denkende Partner, Familienmitglieder und Freunde so handhaben, dass sie ihre Kritik an Scientology nicht äußern, oder den Kontakt mit ihnen abbrechen („Disconnection“) bzw. sich vom kritischen Partner trennen („Separation Order“), da sonst in der Sicht von Scientology ihr geistlicher Fortschritt behindert wird.
Ehemalige Scientologen, die sich in Gruppen zusammenschließen oder sich öffentlich gegen Scientology äußern, verlieren jeden Kontakt mit Familienmitgliedern innerhalb von Scientology. Auch Kritiker der Organisation werden als feindliche Personen angesehen. Ein beliebtes Mittel, Kritiker zu bekämpfen, ist sie mit einer Flut von Prozessen einzudecken. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Klagen Aussicht auf Erfolg haben, sondern der schon 1955 von L. Ron Hubbard genannte Zweck ist „mehr um zu belästigen und entmutigen als um zu gewinnen“ (siehe auch Scientology gegen das Internet).
Aussteiger berichten, dass viele Mitglieder sich hoch verschuldet hätten, um die immer teurer werdenden Kurse zu bezahlen, und dass Scientology versuche, möglichst alles über ihre Mitglieder zu erfahren, um Manipulationen am Menschen vornehmen zu können. Als Grundlage hierfür werden in den von Scientology angebotenen Kursen zunächst die individuellen Schwächen der Mitglieder offengelegt, unter anderem durch den OCA-Test.
Vertreter von Scientology verweisen darauf, dass unzufriedene Mitglieder ihre Beiträge innerhalb von drei Monaten zurückfordern könnten. Nicht in Anspruch genommene zusätzliche Spendenbeiträge – mit Ausnahme der obligatorischen Mitgliedsbeiträge – könnten weiterhin ohne zeitliche Limitierung zurück gefordert werden. Eine solche Rückforderung betrifft jedoch nur die letzte Zahlung, und hat automatisch den Ausschluss aus Scientology zur Folge. Kritiker verweisen außerdem auf die Praxis: So sind auf einem Rückzahlungsantrag von 1978 insgesamt 27 verschiedene Schritte für eine Rückzahlung zu finden. Das Amtsgericht München bewertete dies als eine Reihe von Erschwernissen (Az: 9 C 836/77). Auch die Rückzahlung von nicht in Anspruch genommenen Vorauszahlungen gelang teilweise nur mit gerichtlicher Hilfe.
Eine Klage von Scientology gegen die Beobachtung durch den Bundesverfassungsschutz wurde 2004 in erster Instanz abgewiesen, da unter anderem „tatsächliche Anhaltspunkte dafür vordass die Kläger ernsthaft (aa) Bestrebungen verfolgen, die darauf gerichtet sind, die im Grundgesetz konkretisierten Menschenrechte (bb) und das Recht des Volkes, die Staatsgewalt in allgemeiner und gleicher Wahl zu wählen (cc), zu beseitigen oder außer Geltung zu setzen.“ [http://www.stmi.bayern.de/imperia/md/content/stmi/sicherheit/verfassungsschutz/scientology/urteile/vg_koeln_2004.pdf Urteil des VG Köln (PDF)
Im Saarland wurde 2005 eine ähnliche Klage in zweiter Instanz stattgegeben, weil die mehr als siebenjährige Beobachtung in einem Bundesland ohne Einrichtungen der Organisation und weniger als 20 aktiven Mitgliedern keine die Fortsetzung dieser Beobachtung rechtfertigenden Ergebnisse erbracht habe, und deshalb unter dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit unverzüglich einzustellen sei. http://www.menschenrechtsbuero.de/html/Saarurteil.pdf bzw. http://www.menschenrechtsbuero.de/html/OVG.pdf
In Berlin wurde die Beobachtung eingestellt, nachdem dem Land 2001 gerichtlich verboten wurde, Scientology mit V-Leuten zu beobachten. Eine Klage gegen die Beobachtung wurde 2003 aus formalen Gründen abgewiesen.
Es gibt ehemalige Scientologen, die von starkem Druck berichten, der auf potentielle Aussteiger ausgeübt wird. Ihnen zufolge verfolge Scientology Mitglieder, auch jene, deren Mitgliedschaft erst von kurzer Dauer sei. So wird berichtet, man lauere ihnen auf der Straße auf, suche sie in ihrer Wohnung auf und belästige sie durch ständige Anrufe, um sie zu überreden, ihre Mitgliedschaft bei Scientology nicht aufzugeben. Vereinzelt soll die Verfolgung erst aufgehört haben, nachdem beträchliche Summen Geld an Scientology bezahlt wurden.
Spezialisierte Psychologen und Ehemalige berichten, dass es nach langjähriger Mitgliedschaft für die Betreffenden schwierig sein könne, wieder ein normales Leben zu führen, und dass es Jahre dauern könne, bis die Erfahrung wirklich verarbeitet sei. Erschwerend kommt dazu, dass in Scientology verbliebene Familienangehörige und Ehepartner in der Regel den Kontakt vollständig abbrechen.
Im deutschsprachigen Raum bekennen sich fast keine Prominente zu Scientology, obwohl es einige prominente Scientology-Sympathisanten geben soll. Zuweilen werden namentliche Hinweise veröffentlicht, die aber von den Betroffenen regelmäßig bestritten werden.
Scientology betreibt für prominente Mitglieder so genannte „Celebrity Center“. Diese unterscheiden sich von den anderen Organisationen nur in der Hinsicht, dass sie sich speziell um Künstler und Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, kümmern. Dies kommt daher, dass L. Ron Hubbard der Ansicht war, dass Künstler die Art von Menschen sind, und schon immer waren, die die Welt von Morgen maßgeblich beeinflussen.
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