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DiSEqC (Digital Satellite Equipment Control) bezeichnet eine Datenübertragungstechnik zwischen SAT-Receiver und Multischalter (Switch) oder Satelliten-Antenne. Sie ist wesentlich flexibler als die 14/18 Volt- und 22 kHz-Technik, die jeweils nur 2 Schaltzustände übertragen können und damit maximal die Umschaltung zwischen 4 Signalströmen (Feeds) erlauben.

Geschichtliches


Zunächst gab es lediglich analoge Steuerbefehle zwischen Sat-Receiver und LNB (Empfänger vor dem Empfangs-Spiegel): am Anfang nur 14 oder 18 Volt zur Umschaltung der Polarisationsebene - und später ein zugeschaltetes 22kHz-Signal zur Umschaltung auf die oberen Frequenzen. Damit konnte man vier Zustände schalten. Bei einem einzigen Satelliten war damit schon das Ende erreicht, denn das LNC wurde somit auf die Ebenen Vertikal/Low, Vertikal/High, Horizontal/Low, Horizontal/High geschaltet. In Deutschland waren die Empfangs-Spiegel meist auf den Satelliten Astra 19º Ost ausgerichtet. Mit der damaligen Technik konnte kein anderer, zweiter Satellit mit einem einzigen Empfänger empfangen werden. Da aber auch Eutelsat deutsche Haushalte direkt mit Satellitensignalen versorgen wollte, mussten weitere Schaltoptionen zur Ansteuerung mehrerer Satellitenspiegel in neue Empfänger implementiert werden. Hierzu entwickelte die Firma Eutelsat in Zusammenarbeit mit der Firma Philips Anfang der 90er Jahre den DiSEqC-Standard.

Technik


DiSEqC ist ein für jeden offener, lizenzfreier Industriestandard. Die DiSEqC-Schaltbefehle werden seriell als digital codierte Datenwörter übertragen. Das DiSEqC-Datenwort setzt sich aus einem Startbyte, einem Adressbyte und einem Befehlsbyte zusammen, dem aber noch ein zusätzliches Datenbyte folgen kann. Die Übertragung der Worte erfolgt durch Ein- und Ausschalten (modulieren) des vorhandenen 22kHz-Schaltsignals. Die Integrität der Datenübermittlung wird durch ein Paritätsbit nach jedem übermittelten Byte sichergestellt. DiSEqC ist in der Version 1.0 unidirektional (Befehle von Empfänger zum Funktionsteil), in der Version 2.0 bidirektional. Die Versionsnummer gibt den Umfang der Funktionen an:

v1.0: Schaltvorgänge für vier Satellitenpositionen (PosAOptA, PosAOptB, PosBOptA, PosBOptB), zwei Bänder (Low, High) und zwei Polarisationen (Horizontal, Vertikal), also insgesamt 16 Schaltzustände

v1.1: vier zusätzliche Optionen (daher 16 mögliche Satellitenpositionen und insgesamt 64 Schaltzustände)

v1.2: zusätzliche Möglichkeit zur Rotorsteuerung (nicht zwangsweise abwärtskompatibel zu v1.0 und v1.1)

v2.0: bidirektionale Kommunikation

v2.1: Steuerung des Empfängers über das Empfangskabel möglich; 4 weitere Switch-Adressen

v3.0: zusätzliche Programmieroptionen

Autofokus


Der Begriff Autofokus entstammt der Foto- und Kameratechnik. Bei Satellitenanlagen bezeichnet er die automatische Ausrichtung der Antenne in Abhängigkeit von der Feldstärke des empfangenen Signals.

Weblinks


Fernsehtechnik

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