Bei Devisenmarktinterventionen handelt es sich um den Kauf oder Verkauf von inländischer Währung oder Devisen durch Zentralbanken, um den Wechselkurs zu beeinflussen. Neben der Zinspolitik sind Devisenmarktinterventionen das einzige direkt wirksame wirtschaftspolitische Instrument zur Einflussnahme auf den Devisenmarkt. Insbesondere in fixen Wechselkursregimen sind Devisenmarktinterventionen unerlässlich.
Die durch Devisenmarktinterventionen hervorgerufenen Wechselkursänderungen haben z. B. Einfluss auf die Inflationsentwicklung eines Landes: Eine Abwertung der inländischen Währung führt zu einem Anstieg der Inflationsrate im Land. Eine Aufwertung bewirkt das Gegenteil.
Außerdem beeinflussen sie direkt die Wettbewerbsfähigkeit inländischer Unternehmen: Eine Abwertung der inländischen Währung führt dazu, dass die Weltmarktpreise inländischer Anbieter sinken. Eine aus diesen Gründen bewusst herbeigeführte Abwertung bezeichnet man als Beggar-your-neighbour- oder Beggar-thy-neighbour-Politik (zu deutsch: bring' deinen Nachbarn an den Bettelstab).
Auch in vielen asiatischen Ländern (beispielsweise China und Japan) gehören Devisenmarktinterventionen zu den grundlegenden wirtschaftspolitischen Instrumenten. Dort werden die Interventionen dazu genutzt, um den Außenwert der inländischen Währung gering und somit die Wettbewerbsfähigkeit des Landes hoch zu halten.
Von der amerikanischen Zentralbank Fed wird dieses Instrument hingegen eher zögerlich eingesetzt (ebenso durch die Europäische Zentralbank mit Ausnahme des WKM II), weil vor allem die nachhaltige Beeinflussung der Wechselkurse in der Globalisierung kaum noch finanzierbar erscheint. Eine abgestimmte Intervention mehrerer Zentralbanken zur Stabilisierung einer Währung erscheint aber immer noch denkbar, wenn dadurch die Handelsbeziehungen und wirtschaftliche Stabilität aller beteiligten Länder gesichert werden können und den Zentralbankräten eine Schwächung oder Überbewertung einzelner Währungen vorübergehender Natur zu sein scheint.
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