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Deutz AG Logo.JPG Die Deutz AG ist ein deutscher Motorenhersteller mit Sitz in Köln-Deutz. Der Motorenhersteller trug schon vielfältige Namen, u. a. die bekannte Abkürzung KHD für Klöckner-Humboldt-Deutz AG. Markenname für die von KHD produzierten Lkw war Magirus-Deutz, der für Traktoren Deutz-Fahr. Das Logo des Unternehmens ist ursprünglich dasjenige des Fahrzeugbauers Magirus aus Ulm: Es zeigt ein großes „M“ für Magirus und darüber die Spitze des Ulmer Münsters.

Geschichte


N. A. Otto & Cie, Gasmotoren-Fabrik Deutz AG (1864-1930)

Grubenlok Deutz.jpg | Deutz OMZ 117F 2 Zylinder.jpg Die Deutz AG wurde 1864 als N. A. Otto & Cie von Eugen Langen und Nikolaus August Otto (dem Erfinder des Ottomotors) in der Kölner Altstadt gegründet und kann damit als ältestes Motorenwerk der Welt angesehen werden. 1869 erfolgte der Umzug nach Deutz, wo die Fabrik den erforderlichen Platz vorfand. 1872 erfolgte die Umbenennung in Gasmotoren-Fabrik Deutz AG. Mitarbeiter in leitender Stellung waren damals u. a. Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach, die beide nach 9 Jahren vorzeitig die Firma verließen, um eigene Wege zu gehen. Ab 1876 begann die Produktion von Viertaktmotoren, den sogenannten Ottomotoren.

Die nächsten Jahrzehnte waren geprägt von einer stetigen Ausweitung des Produktionsbereichs, vor allem durch Aufkäufe anderer Firmen. Von 1892 bis 1970 baute Deutz Lokomotiven, vor allem mit Dieselantrieb. Ab 1897 baute man auch Dieselmotoren, zunächst in Lizenz von MAN. Von 1907 bis 1912 versuchte man sich - allerdings recht erfolglos - unter Leitung von Ettore Bugatti im Bau von PKW. 1926 entstand der erste Dieseltraktor. Die Agrartechnik wurde für lange Zeit zu einem der wichtigsten Standbeine der Firma. Zum Produktportfolio gehörten luft-, öl- und wassergekühlte Diesel- und Gasmotoren sowohl für den stationären als auch für den mobilen Einsatz. Der Leistungsbereich lag dabei zwischen 40 kW und 4 MW.

Humboldt-Deutz, Klöckner-Humboldt-Deutz (KHD) (1930-1983)

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Vorkriegszeit (1930–1939)

1930 erfolgt die Übernahme der Maschinenbauanstalt Humboldt AG in Köln, die vor allem Maschinen zur Ver- und Bearbeitung von Schüttgut (Mühlen, Brechwerke, Rüttler, Förderanlagen) herstellte. Der Firmenname lautete nun Humboldt-Deutz. Auch die Motorenfabrik Oberursel wurde übernommen, womit auch Flugzeugmotoren gebaut wurden.

1936 übernahm Humboldt-Deutz die kränkelnde Fahrzeugfabrik Magirus in Ulm. Die beiden Firmen ergänzten sich gut: Magirus hatte Nutzfahrzeuge produziert, benötigte jedoch dringend Dieselmotoren. Humboldt-Deutz fertigte Motoren, stellte jedoch selber keine kompletten Nutzfahrzeuge her. Die Fusion ermöglichte den Bau von vollständigen Lkw, Bussen und Feuerwehrfahrzeugen. Der Markenname der so produzierten Nutzfahrzeuge lautete Magirus-Deutz (Hauptartikel: Magirus-Deutz).

1938 entstand durch einen Organvertrag mit der Klöckner-Werke AG der bekannte Name Klöckner-Humboldt-Deutz AG (KHD).

Zweiter Weltkrieg (1939–1945)

Während des Zweiten Weltkriegs beschäftigte sich die Firma in erster Linie mit dem Bau von Rüstungsgütern, vor allem Panzer, Lkw, Raupenschlepper („Raupenschlepper Ost“) und Halbkettenfahrzeuge für die Wehrmacht wurden hergestellt. Dabei wurden teilweise (in den Raupenschleppern) neuentwickelte Dieselmotoren mit Luftkühlung eingesetzt.

Nachkriegszeit (1945–1970)
Magirus-deutz_lkw_12_sst.jpg Lkw ist das gewaltige Lüfterrad des luftgekühlten Motors zu erkennen.]] Gerätewagen-Sanität_(DRK-Bocholt).JPG Die Werksanlagen waren im Verlauf des Zweiten Weltkriegs weitgehend zerstört worden. Gegen Ende des Jahres 1945 wurde die Produktion von Raupenschleppern vorübergehend wieder aufgenommen, die nun in der Forstwirtschaft eingesetzt werden sollten. Die ersten Lkw nach dem Krieg wurden mit wassergekühlten Dieselmotoren ausgerüstet, die ab 1948 jedoch zunehmend von selbstentwickelten luftgekühlten Maschinen abgelöst wurden. Die luftgekühlten Dieselmotoren wurden in der Nachkriegszeit zu einer Art Markenzeichen von KHD, kein anderer Hersteller produzierte solche Motoren (ausgenommen die VEB-Robur-Werke in Zittau ab Anfang der 80er Jahre, die vorher schon luftgekühlte LKW-Ottomotoren im Programm hatten). Statt eines Wasserkühlers befand sich vor dem Motor der damit ausgestatteten Lkw ein respektables Lüfterrad, das einerseits für die Kühlung, andererseits jedoch auch für ein ordentliches Geheule sorgte, das die Magirus-Deutz Lastwagen von sich gaben.

Diese Motoren wurden außerdem auch von Irmer & Elze in Baustellenkompressoren eingebaut, wobei beispielsweise der Reihensechszylinder so modifiziert wurde, daß jeweils 3 Zylinder als Motor und 3 mit anderen Zylinderköpfen als Verdichter liefen

Mit der Übernahme der Vereinigten Westdeutschen Waggonfabriken („Westwaggon“) in Köln und Mainz 1953 versuchte man sich für einige Jahre auch im Bau von Straßenbahnen. Die Busfertigung von Magirus-Deutz wurde 1955 von Ulm ins Westwaggon-Werk nach Mainz verlegt. KHD war in den 1960er-Jahren mit seiner Marke Magirus-Deutz einer der größten deutschen Nutzfahrzeughersteller geworden. Die Fahrzeuge wurden weltweit verkauft, die Motoren teilweise im Ausland in Lizenz nachgebaut.

Beendigung der Nutzfahrzeugproduktion (1970-1983)

Große Investitionen in neue Modelle von Magirus-Deutz und der Bau eines neuen Werkes in Ulm hatten KHD finanziell geschwächt. 1970 wurde der Lokomotivbau eingestellt. Einen Aufschub brachte 1974 die Lieferung von rund 9.000 Magirus-Deutz Lkw in die Sowjetunion, die in Sibirien zur Erschließung von Ölfeldern und beim Bau der Baikal-Amur-Magistrale eingesetzt wurden (sog. Delta-Projekt). Die luftgekühlten Dieselmotoren von KHD hatten hier einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil: Wo kein Kühlwasser ist, kann auch keines einfrieren. Und in heißen Ländern auch nicht kochen.

Dennoch zeichnete es sich ab, dass der luftgekühlte Dieselmotor nicht mehr zeitgemäß war. KHD suchte daher (wie viele Hersteller in dieser Zeit, siehe hierzu auch Nutzfahrzeughersteller) einen Partner. Nach gescheiterten Verhandlungen mit Daimler-Benz gründete KHD zum Beginn des Jahres 1975 seine Lkw-Sparte in eine neue Gesellschaft mit dem Namen Magirus-Deutz AG aus und brachte diese mit in die neu gegründete Firma IVECO ein. IVECO war ein Zusammenschluss zahlreicher europäischer Nutzfahrzeughersteller, an dem KHD zu 20% beteiligt war, die restlichen Anteile besaß Fiat.

KHD konzentrierte sich indessen wieder auf den Bau von Motoren. So witterte man ein großes Geschäft in den USA und versuchte, luftgekühlte Dieselmotoren an das amerikanische Militär zu verkaufen. Um finanzielle Mittel für diesen Kraftakt zu erhalten, veräußerte KHD die restlichen IVECO-Anteile an Fiat. Der ehemals so klangvolle Name Magirus-Deutz verschwand daraufhin schrittweise vom Markt.

In den USA war man indes als neuer Anbieter von Dieselmotoren nicht gerade mit offenen Armen empfangen worden. Aus den Amerika-Plänen wurde ein weiteres finanzielles Desaster.

Deutz AG (1983 bis heute)

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Anlagenbau

KHD hatte über Jahrzehnte neben der Traktoren- und Motorenproduktion auch eine Sparte Anlagenbau, hauptsächlich tätig im Umfeld der Kohle- und Kokerei-Technik und der Zementherstellungstechnik. Namhaft waren die Unternehmensteile KHD Wedag in Bochum an der Herner Straße (Kokereitechnik) und der Zementanlagenbau in Köln, der noch heute (Stand: März 2006) existiert, jedoch als Unternehmensteil mittlerweile weiterverkauft wurde. Neuer Eigentümer ist die MFC Bancorp, die sich in KHD Humboldt Wedag umbenannt hat. In Deutschland kann man Anteile der KHD Humboldt auch über die MFC Industrial Holding beziehen, den früheren Fahr Beteiligungen. Die Wedag in Bochum wurde als produzierendes Unternehmen Mitte der 1980er Jahre geschlossen und der Sitz der Aktivitäten in Köln zusammengefasst.

In den frühen 1990er Jahren machte KHD Wedag durch aufsehenerregende Anlagenbau-Geschäfte mit Zementanlagen von sich reden, als die damals offenen saudi-arabischen Tender-Verfahren (Angebots-Aufforderungen von Investoren) sämtlich gegen scharfen Wettbewerb als Aufträge in Köln landeten. Später zeigten sich hierin dramatische Fehlkalkulationen; es erwies sich, dass bereits bei der Auftragsunterzeichnung eine langfristige Unterdeckung klar erkennbar gewesen war. KHD hatte den arabischen Kunden Preise offeriert, die in der Größenordnung von 30% unter den Wettbewerber-Angeboten lagen. Den Unterzeichnern auf Seiten KHD war es offenkundig um ungewöhnlich hohe vereinbarte Anzahlungen der arabischen Kunden gegangen, die Löcher in der ständig notleidenden Motoren-Branche stopfen helfen sollten. Unklar blieb in den späteren teils juristischen Aufarbeitungen dieses Skandals, bis wie weit herauf in der KHD-Firmenhierarchie das Wissen um die bewußten Verlust-Hereinnahmen gegangen war. Der Vorstandsvorsitzende zu dieser Zeit wurde hierfür nicht zur Verantwortung gezogen; es konnte nicht nachgewiesen werden, dass er von den Manipulationen gewußt hatte. Jedoch wurden Manager auf Bereichsleiterebene teils zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Weitere Entwicklung
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1985 übernimmt KHD die Motorenwerke Mannheim (MWM). Heute werden in Mannheim vor allem Gasmotoren für dezentrale Stromerzeugung in Blockheizkraftwerken und im geringeren Maße auch immer noch Großdieselmotoren für Schiffsantriebe u. ä. produziert. Im selben Jahr wurde die Landmaschinensparet von Allis-Chalmers übernommen und dann in Deutz-Allis umbenannt.

Im Jahr 1995 wurde der damalige KHD-Agrartechnikbereich (Schlepperherstellung) an die italienische Same Gruppe verkauft (siehe hierzu den Hauptartikel Deutz-Fahr). 1997 erfolgte die Namensänderung zum früheren Namen DEUTZ AG. 2001 trennt man sich auch vom Industrieanlagenbau. Nach Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung 1998 erwirbt der schwedische LKW-Hersteller Volvo einen Anteil von 10%, inzwischen liegt dieser bei 6%. 2003 erwirbt SAME einen Anteil von 22,2 %, inzwischen liegt dieser bei über 30 % der Aktien der DEUTZ AG.

2005 entstand die Tochtergesellschaft Deutz Power Systems GmbH und Co KG. Sie ist für den weltweiten Service zuständig.

Die DEUTZ AG beschäftigt heute (2005) 5400 Mitarbeiter, davon 1200 im Ausland. Sie verfügt über 22 Tochtergesellschaften und ist in 130 Ländern weltweit vertreten. Der Jahresumsatz liegt bei rund 1,3 Milliarden Euro. Die Produktionsstätten befinden sich in Köln, Mannheim, Ulm und in Spanien.

Siehe auch


Literatur


  • Winfried Wolf: Stahlkrise am Beispiel Klöckner. Zur Geschichte, Struktur und Politik des Klöckner-Konzerns (Klöckner Werke AG, Klöckner-Humboldt-Deutz AG, Klöckner & Co.), 1980, ISBN 3883320455

Weblinks


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