Die Deutschschweizer Gebärdensprache (DSGS) ist eine Gebärdensprache, die von den deutschschweizer Gehörlosen sowie den dort ausgebildeten Dolmetschern verwendet wird.
Die Dialekte untereinander sind sich ähnlich. Trotzdem sind eindeutige Unterschiede vorhanden, so dass man erkennen kann, aus welchem Teil der Schweiz der Gebärdende stammt. Mit der zunehmenden Mobilität werden diese Dialekte jedoch auch immer mehr vermischt.
Die DSGS ist verwandt mit der österreichischen Gebärdensprache sowie der bundesdeutschen Gebärdensprache, da die Gebärdensprache zum Teil auch von der deutschen Lautsprache beeinflusst worden ist.
Ein zaghaftes Umdenken fand erst zur Jahrtausendwende statt. Jetzt erst laufen in der Schweiz Projekte, gehörlose Kinder bilingual oder in lautsprachbegleitender Gebärdensprache zu erziehen. Das heißt, dass in diesen Schulen sowohl die Lautsprache als teilweise auch die Gebärdensprache verwendet werden darf. Allerdings steht diese Entwicklung erst am Anfang, und es fehlt zur Zeit in der deutschsprachigen Schweiz noch weitgehend der politische Wille, das notwendige Wissen und die notwendige Erfahrung zur Verwirklichung bilingualer Projekte. Dies ist unter anderm auch deshalb so, weil die meisten Eltern gehörloser Kinder sowie die sie beratende Aerzteschaft und die in der Früherziehung tätigen Pädagogen und Therapeuten in der Regel noch das orale Bildungsmodell unter Ausschluss der Gebärdensprache favorisieren und bis jetzt nur wenig Geld in die bilinguale Forschungsarbeit investiert wird.
An den Hochschulen gibt es im sonderpädagogischen Bereich noch keine Ausbildung, welche eine echte bilinguale Alternative zum herkömmlichen oralen gehörlosenpädagogischen Ausbildungsprogramm darstellt, und die in der Deutschschweiz tätigen Gehörlosenpädagogen sind der Gebärdensprache in der Regel nur sehr beschränkt mächtig und können mit gebärden-grammatischen Begriffen weder theoretisch noch praktisch umgehen. In der französischen Schweiz sind die Schulen offener (und verfügen über mehr Erfahrung als in der deutschen Schweiz) für den Einbezug der Gebärdensprache in die Gehörlosenpädagogik; und auch auf der Hochschulebene wird diesem Thema die ihm gebührende Aufmerksamkeit geschenkt. In der italienischen Schweiz, wo in den letzten 30 Jahren des 20. Jahrhunderts starke Bemühungen zur Integration gehörloser Kinder in die Normalschulen zur Aufgabe der dortigen residentiellen Gehörlosenschule geführt haben, fehlt im Moment eine echte pädagogische und soziokulturelle Basis für eine bilinguale Gehörlosenpädagogik.
Auch wenn in Studien nachgewiesen wurde, dass die Gebärdensprache Gehörlose eher fördert als benachteiligt und sie aus der natürlichen Kommunikation in Gebärdensprache einen großen sozialen, kognitiven und integrativen Nutzen ziehen, profitieren in der Schweiz bislang nur wenig gehörlose Kinder vom Segen bilingualer Gehörlosenpädagogik und -kultur.
In der Deutschschweiz gibt es nur eine einzige Berufsschule für Hörgeschädigte, die BSfH in Zürich Oerlikon. Die Schule bildet Lehrlinge in allen Berufen aus und bietet eine BMS (Berufsmittelschule) an.
Die Schweiz hat ein Bedürfnis auf rund 150 Gebärdensprachdolmetscher. Momentan sind jedoch nur rund 40 Dolmetscher vorhanden, so dass viele Dolmetscherbestellungen gar nicht erfüllt werden können. Vor Sommer 2004 waren gar nur 25 Dolmetscher vorhanden. Eine weitere Aufstockung der Dolmetscheranzahl ist frühestens 2007 möglich, da die Ausbildung neuer Dolmetscher vier Jahre dauert und der nächste Abschlusstermin 2007 ist. Erschwerend kommt die Tatsache hinzu, dass die Schweiz vier Landessprachen und drei Gebärdensprachen hat. Somit müssen Dolmetscher für die Deutsch-, Französisch- und Italienischschweizer Gebärdensprache und in den jeweiligen Lautsprachen ausgebildet werden.
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