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Der Deutschnationale Handlungsgehilfen-Verband (DHV) war eine völkische Angestelltengewerkschaft, die von 1893 bis 1933 bestand.

1893 konstituierte sich der DHV in Hamburg als ständische Interessenvertretungsorganisation kaufmännischer Angestellter. Der DHV dokumentierte durch seine Namenswahl und Satzung seine Zugehörigkeit zur völkischen Bewegung und seine Nähe zu den damaligen völkischen Parteien. So nahm er keine Juden als Mitglieder auf. Frauen wurde ebenfalls die Mitgliedschaft verweigert, die in der Kaiserzeit zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen in Angestelltenberufen wurde als "Schmutzkonkurrenz" bezeichnet, der DHV unterstützte aktiv antifeministische Vereinigungen wie den Deutschen Bund gegen die Frauenemanzipation. Politisch positionierte sich der DHV gegen die damals dominierenden liberalen Angestelltenverbände (wie den 58er-Verein und den Leipziger Verband), die als "antinational" bezeichnete Sozialdemokratie und das als "jüdisch" denunzierte Großkapital. 1905 war der DHV mit 75.000 Mitgliedern zur zahlenmäßig stärksten Angestelltengewerkschaft angewachsen, 1913 zählte er knapp 150.000 Mitglieder.

1919 beteiligte der DHV sich an den Berliner Angestelltenstreiks und schloss sich mit einigen kleineren Verbänden zum Gesamtverband deutscher Angestelltengewerkschaften (Gedag) zusammen, der sich wiederum an die mehrheitlich nicht völkischen, sondern an der katholischen Soziallehre orientierten, christlichen Gewerkschaften anlehnte. Die im Gedag zusammengeschlossenen Verbände wuchsen bis 1930 auf 592.000 Mitglieder an, was ca. 40% der organisierten Angestellten entsprach. Politisch lehnte sich der DHV zunächst primär an die DNVP, im geringeren Maße auch an DVP, Zentrum, DDP oder völkische Splittergruppen an. Nach 1930 orientierte sich eine Mehrheit der Mitglieder auf die NSDAP. 1933 ließ sich der DHV freiwillig gleichschalten und wurde wenig später in die Deutsche Arbeitsfront aufgelöst.

Nach 1945 schlossen sich einige der ehemaligen DHV-Mitglieder der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG) an, andere gründeten 1950 den Deutschen Handlungsgehilfenverband, welcher sich 1956 in Deutscher Handels- und Industrieangestellten-Verband umbenannte.

Literatur


  • Iris Hamel: Völkischer Verband und nationale Gewerkschaft: der Deutschnationale Handlungsgehilfen-Verband 1893 - 1933. Frankfurt am Main 1967.

Gewerkschaft (Deutschland)

 

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