Das Deutsche Wörterbuch (DWB) oder auch Der Grimm ist das größte deutsche Wörterbuch, mit insgesamt 33 Bänden. Es wurde von den Brüdern Grimm begonnen und erst 1960, nach über 120 Jahren, vollendet.
Es handelt sich um ein klassisches Belegwörterbuch, das in aller Gründlichkeit die Herkunft jedes deutschen Wortes und seinen Gebrauch erläutern will. Das Ziel des DWB, so stellten es sich die Brüder vor, sollte es sein, dass sich der einfache Bürger der nationalen Gemeinsamkeit in der deutschen Sprache vergewissern konnte, da es zu Beginn der Arbeit am DWB noch kein politisch vereinigtes Deutschland, sondern nur viele Kleinstaaten gab.
So sollte der Benutzer den älteren deutschen Wortgebrauch genauso kennen lernen wie den (damals) modernen, unabhängig davon, ob es sich um literarische oder umgangssprachliche Ausdrucksweise handelt.
Jacob Grimm sagt selbst:
Damit wurde das DWB das erste Wörterbuch der Geschichte, in dem auch Schimpfwörter und unfeine Wörter von vor 500 Jahren bis zur Gegenwart aufgenommen wurden.
Die Brüder hatten die gewaltige Aufgabe, die vor ihnen lag, unterschätzt; das Werk war ursprünglich auf sechs bis sieben Bände und bis zu 10 Jahren Arbeit veranschlagt. Sie nahmen die Arbeit 1838 in Angriff. Mehr als 80 Mitarbeiter beschafften über 600.000 Belege, der 1. Band erschien 1854, doch sie konnten zu ihren Lebzeiten nur einen kleinen Teil bearbeiten: Wilhelm Grimm, der den Buchstaben D verfasste, starb 1859; Jacob, der die Buchstaben A, B, C und E abschließen konnte, starb am 20. September 1863 über der Bearbeitung des Artikels »Frucht«.
Ende 2005 tauchten Handexemplare – insgesamt neun Bände – der Brüder Grimm mit Marginalien in der sogenannten „Berlinka“, eines in Krakau ausgelagerten Teilbestandes der Preußischen Staatsbibliothek, auf, der sich heute im Besitz der Krakauer Jagiellonen-Bibliothek befindet. Das in diesen Bänden notierte Material beläuft sich (bezogen auf das erste Lieferungsheft von ¹DWB mit 2805 Einträgen von A bis Allverein) auf 330 Verweise und Stichwortansätze, wovon sich etwa 130 als wichtig erweisen und bereits Bestandteil der Neubearbeitung (²DWB, s.u.) sind.
Nachfolgende Generationen von Sprachwissenschaftlern setzten die Arbeit fort. Anfang des 20. Jahrhunderts übernahm die Preußische Akademie der Wissenschaften die Weiterentwicklung des Wörterbuches, in Göttingen wurde eine Zentralsammelstelle zum Systematisieren der Belegstellen eingerichtet; 1930 wurde eine feste Arbeitstelle bei der Berliner Akademie eingerichtet. 123 Jahre nach Beginn der Arbeit erschien am 4. Januar 1961 mit der 380. Lieferung der 32. und letzte Band diese Wörterbuches (Gesamtumfang: 67.744 Textspalten, 350.000 Stichwörter, Gesamtgewicht 84 kg). Die ursprüngliche Auflage beträgt nur wenige hundert Exemplare. Der 33. Band ist ein 1971 erschienener Quellenband.
1984 erschien das DWB erstmals in einer Taschenbuchauflage, die mittlerweile vergriffen ist. Seit 1999 ist allerdings wieder eine Taschenbuch-Ausgabe in 33 Bänden für knapp 500 Euro (Gewicht 30 kg) aus dem dtv-Verlag erhältlich. ISBN 3-423-59045-9
1957 wurde eine Neubearbeitung dieses gewaltigen Wörterbuches beschlossen, um den ältesten Teil, die Buchstaben A–F, auf den neuesten Stand zu bringen. Geplant war eine deutsch-deutsche Kooperation: In Ost-Berlin (DDR) sollten die Buchstaben A–C, in Göttingen D–F neu bearbeitet werden. Die erste Lieferung konnte schon 1965 erscheinen, jedoch ist diese Neubearbeitung noch nicht beendet. In Göttingen werden die Arbeiten 2006 abgeschlossen werden. Der Berliner Anteil ist gegenüber dem Göttingens umfangreicher. Zudem wurde der Fortschritt der Arbeiten in der DDR aus politischen Gründen massiv behindert, weil das DWB als Projekt einer „bürgerlichen“ Lexikographie angesehen wurde; so wurden im Laufe der sechziger Jahre die meisten Mitarbeiter ab- und für andere Aufgaben herangezogen. Nach 2006 werden deshalb voraussichtlich noch 11 Lieferungen zu erstellen sein, der Abschluss der Arbeiten an der Strecke A–F ist für das Jahr 2012 geplant. Die Lieferungen der Neubearbeitung erscheinen im S. Hirzel Verlag.
Das „Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier“ digitalisierte unter Leitung des Germanisten Kurt Gärtner und gefördert durch die DFG die gesamten 300 Millionen gedruckten Zeichen nach der Methode der doppelten Eingabe: In China wurde der gesamte Textkörper manuell zweimal eingegeben, um durch die Redundanz Fehler zu vermeiden; ein Scannen war aufgrund der Schriftgröße von nur 7 Punkt bzw. 6 Punkt für die Zitate nicht möglich.
Siehe auch: Wörterbuch von Adelung, Österreichisches Wörterbuch
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