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Das gesamte bundesdeutsche Schulwesen untersteht in der Bundesrepublik Deutschland dem Staat. Unbeschadet davon wird das Recht auf Gründung privater Schulen gewährleistet. An die Gründung privater Volksschulen werden besondere Maßstäbe gelegt. Vorschulen gibt es nicht.

Im Jahr 2004 gab es insgesamt 36493 öffentliche Schulen und 2686 private Schulen (ohne Berufsschulen) in der Bundesrepublik Deutschland. Dabei war zu beobachten, dass die Zahl der staatlichen Institutionen seit 1992 von 41886 auf die genannte Zahl zurückging, die der privaten Einrichtungen im gleichen Zeitraum von 1991 im Jahr 1992 um knapp 600 auf 2686 stieg. Die Anzahl der Schüler in öffentlichen Schulen ist aus demographischen Gründen vom Höchststand 1997 von 9.630451 auf 9.003.092 zurück gegangen. Die privaten Schulen erlebten auch hier einen kontinuierlichen Zuwachs. Von 1992 bis 2004 stieg die Zahl der Schüler von 445.609 auf 621.762.

Allgemeines


Schulen fallen in den Kompetenzbereich der einzelnen Bundesländer, daher ist die konkrete Ausgestaltung des Schulwesens sehr unterschiedlich.

In den einzelnen Landesverfassungen finden sich daher weitere Bestimmungen, in vielen Bundesländern ist das Schulwesen in einem eigenen Schulgesetz geregelt. Darin kommt der Gestaltungwille im Schulbereich der jeweiligen Landesregierung zum Ausdruck.

Zur Koordination der Bildungsaktivitäten der Länder wurde einmal die Kultusministerkonferenz (1949) und die Bund-Länder-Kommission (1970) gegründet.

In Deutschland besteht Schulpflicht.

Das bundesdeutsche Schulwesen ist in Schulformen gegliedert. In den Anfangsjahren der (alten) Bundesrepublik Deutschland gab es nur ein dreigliedriges Schulsystem (Haupt-, Realschule und Gymnasium). Seit den 70er Jahren ist in mehreren Bundesländern eine vierte Schulform dazugekommen: Die Gesamtschule. Die berufsbildenden Schulen werden in dieser Zählweise nicht berücksichtigt. Seit den 80er Jahren gibt es die Diskussion um die Gleichwertigkeit beruflicher und allgemeiner Bildung. Diesem Gedanken war schon durch berufliche Gymnasien Rechnung getragen worden. Mit der Gründung von und der Umwandlung von beruflichen Schulen in Berufskollegs (NRW) wurde zum ersten Male der Schritt vollzogen, diese Gleichwertigkeit auch in Form von Schulabschlüssen zu dokumentieren: Auch Berufskollegs führen zur allgemeinen Hochschulreife.

Im allgemeinen spricht man vom dreigliedrigen Schulsystem in Deutschland. Dieses ist aber nicht korrekt. Das deutsche Schulsystem ist auch nicht viergliedrig sondern mehrgliedrig, die Förder- und Sonderschulen (von diesen gibt es rd. 20 verschiedene Einrichtungen) werden i. d. R. ignoriert, haben aber einen stattlichen Anteil. Das deutsche Schulsystem selektiert bereits in der Grundschule - in genau die o. g. Schulformen.

Verantwortlichkeiten


Kultusministerium

Das Schulwesen eines Bundeslands wird in der Regel in einem eigenen Ministerium (siehe: Kultusministerium) verwaltet. Die Namen und Zuschnitte der jeweiligen Ministerien werden von der jeweils regierenden Landesregierung festgelegt.

kommunale Schulträger

Für die räumliche und sächliche Ausstattung sind die Kommunen zuständig.
  • Die räumliche Ausstattung umfasst die gesamte bauliche Gestaltung, Unterhaltung und Verwaltung (Hausmeister, Reinigungspersonal, Cafeteria, ...) der Schulen.
  • Die sächliche Ausstattung umfasst neben dem Mobiliar auch die Ausstattung der Schulen mit Lehrmitteln (Wandkarten, Schulbücher, Lexika, Duden, Atlanten) und technischen Geräten (Tafeln, Overheadprojektoren, TV-Geräten, Computern, ...) Sammlungen (Physik, Chemie, Biologie, ...), Musikinstrumenten ... .

Die Kommunen sind zuständig für die Erstellung des Schulentwicklungsplanes

Kritik


Dem deutschen Schulwesen wird vorgeworfen, sozial selektiv zu sein und mit der Leistungsselektion schon sehr früh (nach der Grundschule) zu beginnen. Durchschnittliche Ergebnisse bei den PISA-Studien, sowie der Bildungsbericht des UN-Beauftragten Vernor Muñoz bekräftigen diesen Vorwurf.

Gliederung des Schulwesens


Primarstufe

Nach dem "Abkommen zwischen den Ländern der Bundesrepublik zur Vereinheitlichung auf dem Gebiete des Schulwesens" (von 1964 i.d.F.v. 14.10. 1971) beginnt die Schulpflicht für alle Kinder am 1. August des Jahres, in dem das 6. Lebensjahr bis zum 30. Juni vollendet wurde.

Die Primarstufe umfasst die vier- und sechsjährigen Grundschulen, sowie das System der Förderschulen.

Die Grundschulen sprechen in der Regel eine Empfehlung für eine weiterführende Schulform aus.

Sekundarstufe I

Die Sekundarstufe I umfasst alle Schulformen bis zur Klasse 10 mit Ausnahme von Bildungsgängen an den beruflichen Schulen.

Klassische Schulen der Sek I sind die Haupt-, die Realschule und das Gymnasium bis zur Klasse 10. Heute zählen die Gesamtschule (bis zur Klasse 10) ebenso dazu wie alle neu geschaffenen Schulformen: Haupt-Realschule, Regionalschule, ...

Die Sek I kann nach dem 9. Schuljahr mit dem Abschluss Hauptschule Klasse 9, nach dem 10. Schuljahr mit unterschiedlich benannten Abschlüssen verlassen werden. Die Abschlüsse berechtigen zum Beginn einer Ausbildung, zu einem höherqualifizierenden Bildungsgang an einer beruflichen Schule oder zum Übergang in die Sekundarstufe II am Gymnasium oder einer Gesamtschule.

Sekundarstufe II

Die Sek II umfasst im allgemeinbildenden Bereich traditionell die Jahrgänge 11, 12 und 13 (gymnasiale Oberstufe) und schließt mit der allgemeinen Hochschulreife (Abitur) ab. Im Zuge der Schulreform nach 1989 durch den Beitritt der neuen Bundesländer kann die Allgemeine Hochschulreife in manchen Bundesländern auch schon nach 12 Jahren erlangt werden.

Im Jahr vor der allgemeinen Hochschulreife kann die Fachhochschulreife erlangt werden.

Im berufsbildenden Bereich umfasst die Sek II alle Bildungsgänge und alle beruflichen Schulformen mit Ausnahme der Technikerschulen und der Abendschulen. Im berufsbildenden Bereich führen die Berufskollegs ebenfalls zur allgemeinen Hochschulreife.

Ersatzschulen / Ergänzungsschulen

Privatschulen sind im Rahmen dieser Gliederung einzuordnen. Sie haben als nicht staatliche Schule den Status einer Ersatzschule (Privatschulen, die anerkannte Abschlüsse (zum Beispiel Abitur, Realschulabschluss) vergeben wollen und/oder durch ihren Besuch die Schulpflicht erfüllt werden soll, dann handelt es sich um Ersatzschulen) oder Ergänzungsschule (Schulen in freier Trägerschaft, die keine Ersatzschulen sind).

zweiter Bildungsweg


Er umfasst Abendschulen zur Erlangung unterschiedlicher Schulabschlüsse und Kollegs, auf denen die allgemeine Hochschulreife erworben werden kann.

Besonderheiten der Ausgestaltung in den einzelnen Bundesländern


Thüringen / Sachsen

Eingeschult wird man mit 6-7 Jahren. Die Dauer der Grundschule beträgt 4 Jahre. Danach geht man auf eine Realschule oder auf ein Gymnasium. Auf dem Gymnasium kan man nach 12 Jahren Schule das Abitur machen. Man kann auch nach 10 Jahren mit den Realschulabschluß die Schule verlassen. Auf der Regelschule / Mittelschule kann man entweder nach 9 Jahren Schule den Hauptschulabschluß oder nach 10 Jahren denn Realschulabschluß machen.

Auf der Berufsschule kann man entweder Abitur oder Fachabitur machen. Beim Fachabitur erhält man die Fachhochschulreife, beim Abitur die Hochschulreife. Die Dauer ist immer 3 Jahre.

Grundschule
Gymnasium Regelschule (Thüringen) / Mittelschule (Sachsen)
Berufsschule

Schulversuche / Modellprojekte


Schulversuche oder Modellprojekte sind Instrumente der Innovation und haben die Aufgabe, das Schulwesen eines Bundeslandes qualitativ weiterzuentwickeln. Sie dienen der Erprobung neuer pädagogischer und organisatorischer Vorstellungen, wie Veränderungen im Aufbau und der Gliederung des Schulwesens sowie Ergänzungen der Stundentafeln und Lehrpläne (Rahmenrichtlinien). In der Regel werden Schulversuche wissenschaftlich begleitet.
Schulversuche können aus Landes- oder auch aus Bundesmitteln finanziert werden.

Schulwesen

 

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