Das Deutsche Literaturinstitut Leipzig (DLL) an der Universität Leipzig bietet eine Universitätsausbildung für Schriftsteller im deutschen Sprachraum. Neben dem Studiengang "Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus" der Universität Hildesheim stellt das Literaturinstitut die einzige Möglichkeit dar, an einer deutschesprachigen Universität literarisches Schreiben zu studieren. Das dreijährige Studium umfasst die Fächer Prosa, Lyrik und Dramatik/Neue Medien, zur Zeit wird es mit einem Zertifikat abgeschlossen, im Wintersemester 2006/2007 sollen voraussichtlich Bachelor/Master-Studienordnungen eingeführt werden.
Zum Studium gehörten auch jährliche Praktika im VEB Braunkohlenwerk Regis. Höhepunkte der Semester waren Werkstattlesungen vor dem Institutsplenum, bei denen Studenten ihre Texte unter Verzicht auf jegliche zusätzliche Kommentierung vortrugen und der öffentlichen Kritik aussetzten.
Aufgabe des Institutes war die Erziehung von Schriftstellern zum sozialistischen Realismus im Sinne der SED. Dennoch herrschte im Schutz des staatlichen Instituts eine Atmosphäre relativer Offenheit, die eine ansehnliche Zahl auch international anerkannter Autoren hervorbrachte.
Die zentrale Gestalt des Institutes war über anderthalb Jahrzehnte der Lyriker Georg Maurer, der von 1955 bis 1970 die schöpferischen Seminare leitete und ein ganze Generation junger DDR-Dichter prägte (Sächsische Dichterschule).
Der Freistaat Sachsen löste das Literaturinstitut per Beschluss zum 31. Dezember 1990 mit der Begründung auf, das Studienangebot entspräche nicht den Anforderungen einer freiheitlichen Gesellschaft bzw. eines demokratischen Rechtsstaates und der sozialen Marktwirtschaft. Der Unterricht sei auf die Ideologie sowie die Staats- und Gesellschaftsordnung des realexistierenden Sozialismus festgelegt gewesen.
Aufgrund von Protesten der Studenten (u.a. Besetzung des Instituts vom 1. bis 6. Januar 1991), der Widerstände von Abgeordneten, Wissenschaftlern und zahlreichen Schriftstellern, unter ihnen Hans Mayer und Walter Jens musste das Sächsische Staatsministerium neu über das Literaturinstitut nachdenken. In dem Ergebnis entstand ein Konzept, nach dem das alte Institut aufzulösen und ein neues zu gründen sei.
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