Der Deutsche Samariter-Bund entstand in den achtziger und neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts, als die Zahl der Samariterkurse und Samaritervereine in Deutschland - nach dem Vorbild der Kurse von Friedrich von Esmarch und seiner Gründung des "Deutschen Samaritervereins" in Kiel - immer weiter zunahm. Es hatte sich innerhalb der Samariterbewegung das Bedürfnis entwickelt, die noch unabhängig nebeneinander bestehenden Initiativen und Vereine zu einem Dachverband zu vereinigen, um einheitliche Grundsätze zu entwickeln und gegenüber anderen im Rettungswesen tätigen Vereinigungen und auch staatlichen Behörden und Institutionen wirkungsvoller auftreten zu können. Im September 1894 versammelten sich deutsche und ausländische Vertreter des Samariterwesens als Sektion XIX (Rettungswesen) auf dem VIII. ²Internationalen Kongress für Hygiene und Demographie" in Budapest. Nach Beendigung der letzten Sitzung beauftragten die anwesenden deutschen Vertreter des Samariterwesens Dr. Assmus aus Leipzig, im Sinne der Kongressbeschlüsse für das Jahr 1895 die Vertreter aller bis dahin gegründeten deutschen Rettungsgesellschaften und Samaritervereine, aber auch Stadtverwaltungen, Feuerwehren - überhaupt alle Körperschaften, welche sich mit dem Rettungs- und Sanitätshilfsdienst im Frieden befassten –, nach einer deutschen Stadt einzuberufen. Diese erste deutsche Samariterversammlung fand vom 22. bis 25. August 1895 in Kassel statt.
Auf der Versammlung in Kassel wurden u.a. folgende Anträge angenommen:
Mit der Annahme einer in den folgenden Jahren nur noch geringfügig geänderten Satzung war nun auch formaljuristisch die endgültige Gründung des Deutschen Samariterbundes vollzogen.
Bis zum Jahr 1913 fanden elf "Samariter-Tage" statt. Zur Feier des 80. Geburtstages des Begründers der deutschen Samariterbewegung, Friedrich von Esmarch, stiftete der Deutsche Samariterbund am 9. Januar 1903 die „Esmarch-Medaille“. Sie wurde an Vereinigungen oder Einzelpersonen verliehen, die sich um die Förderung des Samariter- und Rettungswesens verdient gemacht hatten.
Im Jahre 1908 änderte der Deutsche Samariterbund seinen Namen in „Deutsche Gesellschaft für Samariter- und Rettung(s)wesen“. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges setzte der Niedergang der in der D²eutschen Gesellschaft für Samariter- und Rettungswesen² zusammengeschlossenen Samariterorganisationen ein. Die freiwilligen Rettungs- und Samaritervereine litten zunächst unter den personellen Ausfällen in ihrer aktiven Mitgliedschaft bzw. schlossen sich dem Roten Kreuz an. Einberufungen zum Militär betrafen sowohl die Ärzte wie auch das übrige Helferpotential der Samariterorganisationen, die die entstandenen Lücken nicht oder nur unter größten Schwierigkeiten schließen konnten. Viele der vwerbliebenen Samaritervereine mussten daher ihre bisherige praktische Tätigkeit einschränken oder ganz einstellen.
Nach Kriegsende kehrten zunächst viele ehemalige Aktive nicht zu ihren Vereinen zurück. Schließlich brach unter dem Druck der wirtschaftlichen Verhältnisse am Beginn der Weimarer Republik (Staatsverschuldung, Finanznot der Gemeinden, Inflation, Spendenrückgang usw.) die finanzielle Grundlage der Vereine weg. Auch die "Deutsche Gesellschaft für Samariter- und Rettungswesen" konnte als reichsweiter Dachverband in der Weimarer Repu-blik nicht mehr an die Rolle anknüpfen, die er bis zum Kriegsbeginn 1914 gespielt hatte. Zwar bestand der Verband während des Ersten Weltkrieges und danach formaljuristisch weiter. Als jedoch im Jahre 1926 bei Paul Streffer, dem 1912 gewählten Vorsitzenden, gerichtlicherseits angefragt wurde, was aus der Gesellschaft geworden sei, zeigte sich in der handschriftlichen Antwort an das Amtsgericht der ganze Niedergang bis zu diesem Zeitpunkt: Streffer teilte mit, „dass umstehend gefragte Gesellschaft während des Krieges ihre Tätigkeit eingestellt hat. Ob sie sie später wieder aufgenommen hat, ist mir nicht bekannt, da ich keine Beziehungen mehr zu ihr habe“. Angeregt durch die Anfrage versuchte Streffer aber wenig später, die Tätigkeit wieder aufleben zu lassen, und es gelang ihm sogar 1927 mit einigen Mitstreitern die Durchführung eines „12. Deutschen Samaritertages“, des ersten seit 1913. Eine erwähnenswerte Wirkung ging aber von der Gesellschaft nicht mehr aus.
In Sachsen, das bereits vor dem Kriege das Hauptbetätigungsfeld der Samaritervereine war, führte der "Landes-Samariter-Verband Sachsen" auch nach 1918 weiter regelmäßige Landesversammlungen der noch verbliebenen sächsischen Samaritervereine durch. Nach einer Umfrage vom Februar 1927 zählten dazu noch 45 Samaritervereine mit 5010 persönlichen und 110 kooperativen sowie 1874 aktiven Mitgliedern. Der "Landes-Samariter-Verband Sachsen" wie auch alle seine Mitgliedsvereine wurden schließlich am 19. März 1933 im Zuge der nationalsozialistischen Gleichschaltung des zivilen Sanitätswesen aufgelöst und samt Vermögen dem Deutschen Roten Kreuz angeschlossen.
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