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Der DHV-Deutscher Handels- und Industrieangestellten-Verband mit Sitz in Hamburg ist eine Gewerkschaft im Christlichen Gewerkschaftsbund (CGB). Vorsitzender ist Jörg Hebsacker, stellvertretender Vorsitzender Manfred Raible.

Geschichte


Der DHV konstituierte sich am 1. Oktober 1950 in Hamburg unter dem Namen Deutscher Handlungsgehilfen-Verband und erreichte bei den Sozialwahlen zur Vertreterversammlung der BfA im Jahre 1953 ein Ergebnis von 21,1%, 1958 von 13,9%. 1956 nahm er den jetzigen Namen an und zählte 1957 zu den Gründungsmitgliedern des CGB. 1971 gehörten dem DHV rund 60.000 Mitglieder an. 2003 zählte der Verband nach eigenen Angaben ca. 77.000 Mitglieder. In den 1970er Jahren agierte der DHV zeitweise gemeinsam mit der DAG, dem DBB und dem Marburger Bund in einer Tarifgemeinschaft für den öffentlichen Dienst. Bei den Sozialwahlen 2005 erhielt der DHV im Bündnis mit anderen christlichen Gewerkschaften 1,40% der Stimmen (0 Sitze) bei den Wahlen im Bereich der BfA.

Selbstdarstellung


Der DHV vertritt die Interessen von ca. 78.000 Mitgliedern in den Bereichen Handel, Industrie und Dienstleistungen, sowohl in der gewerblichen Wirtschaft als auch im öffentlichen Dienst. Grundlage der Gewerkschaftsarbeit des DHV sind die Prinzipien der Solidarität, Subsidiarität und des Pluralismus.

Der DHV hat es sich satzungsgemäß zur Aufgabe gesetzt, die wirtschafts-, sozial-, berufs- und kulturpolitischen Interessen seiner Mitglieder zu vertreten und ein auf die Stärkung des Persönlichkeitsbewusstseins gerichtetes Berufsethos zu pflegen. Diesem Ziel sollen u.a. dienen:

  • Tarifverhandlungen und Tarifabschlüsse mit den Arbeitgebern und ihren Verbänden (Zur Durchsetzung seiner Forderungen ist er bereit, Arbeitsniederlegungen oder andere Kampfmaßnahmen zu ergreifen.),
  • Beratung und Betreuung der Mitglieder in allen ihr Arbeitsverhältnis betreffenden rechtlichen, sozialen und beruflichen Fragen,
  • Einwirkung auf die Gesetzgebung und auf die zuständigen Behörden und Körperschaften sowie auf die öffentliche Meinungsbildung in allen die berufspolitischen Interessen berührenden Fragen,
  • Beteiligung an allen Wahlen zur betrieblichen Interessenvertretung, z.B. Betriebsrats-, Personalrats- und Mitbestimmungswahlen,
  • Beteiligung an den Wahlen zu den Selbstverwaltungsorganen in der Sozialversicherung,
  • Gewährung von Rechtsschutz einschließlich der Vertretung vor den Arbeits- und Sozialgerichten sowie den Verwaltungsgerichten,
  • berufs-, sozial- und gewerkschaftspolitische Unterrichtung der Mitglieder durch berufsfördernde Zeitschriften und Publikationen,
  • Förderung der Berufs- und Allgemeinbildung,
  • Zusammenschluss der Jugendmitglieder im Bund der Kaufmannsjugend im DHV zur Förderung ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung,
  • Gewährung von Unterstützungen bei Streik und Aussperrungen,
  • internationale Zusammenarbeit und Begegnungen mit nahestehenden Verbänden und Institutionen.

Er gibt die Mitgliederzeitschrift "DAZ - Deutsche Angestellten Zeitung" heraus.

Einzelne Fachgruppen


Innerhalb der großen Fachbereiche können Fachgruppen gebildet werden, die die berufsspezifischen Interessen besonders fördern sollen.

Bundesfachgruppe Ersatzkassen

Kritik


  • In seiner Selbstdarstellung spricht der DHV die Geschichte des Verbandes an. Häufig wird ihm vorgeworfen, er gehe unkritisch mit der eigenen Vergangenheit um, da er sich in die Kontinuität des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes stellt.
  • Speziell seitens der DGB-Gewerkschaften wird dem DHV - wie auch anderen CGB-Gewerkschaften - vorgeworfen, Tarifverträge abzuschließen, die mehr den Interessen der Unternehmerverbände als denen der Arbeitnehmer entsprechen.
  • Ex-DHV-Mitglied und -Referent Bernd Rabehl, der auch für das Amt des stellvertretenden Landesvorsitzenden in Berlin vorgeschlagen wurde, ist umstritten. Besonders seine Positionen zur 68er Revolte und Nationalismus sorgen für vielfältige - oft emotional geführte - Diskussionen. Herr Rabehl wurde zum 31. März 2005 aus dem DHV ausgeschlossen.

Tarifverträge


Die DHV-Betriebsgruppe bei der Barmer Ersatzkasse ist wohl anerkannter Tarifpartner. DHV und Barmer verhandeln über die Anlage 7 zum EKT - Ersatzkassentarifvertrag. Bei den Verhandlungen am 30. September 2005 konnte jedoch keine Einigung erzielt werden. In der 3. Verhandlungsrunde am 31. Oktober 2005 wurde ein Abschluss erzielt. *

Der DHV hat mit dem Tarifvertrag »Bolero« einen für die Dienstleistungsbranche richtungsweisenden Tarifvertrag abgeschlossen. Über die Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und PersonalService-Agenturen(CGZP) ist der DHV auch Tarifpartner der Zeitarbeitsunternehmen.

Weblinks


Gewerkschaft (Deutschland) | Organisation in Hamburg

 

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