BRD-DDR.PNG Unter Wiedervereinigung versteht man insbesondere den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 und die damit verbundene Überwindung der über vierzig Jahre lang währenden deutschen Teilung. Die Bezeichnung als „Vereinigung“ ist insoweit missverständlich. Möglich geworden war sie nach dem Fall der Mauer am 9. November 1989 in Berlin, der neuen Situation an der innerdeutschen Grenze im Jahre 1989 und dem Wandel des politischen Systems der DDR.
Letztlich beschreibt der Begriff jedoch das, was Willy Brandt mit dem legendären Satz ausdrückte: „Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört.“ Er erklärte damit, dass mit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten nicht der Vorkriegsstaat wiederhergestellt werden solle. Das Bundesverfassungsgericht hatte wie auch die anderen Staatsorgane allerdings seit jeher die Meinung vertreten, dass die Bundesrepublik mit dem Deutschen Reich identisch sei.
Teil der Bundesrepublik wurden die fünf ostdeutschen Länder und Berlin erst mit dem Beitritt zum Grundgesetz am 3. Oktober 1990. In Bezug auf Deutschland handelt es sich also um eine Wiedervereinigung, in Bezug auf die Bundesrepublik um einen Beitritt oder eine Vereinigung.
Entschiedene Gegner der Wiedervereinigung sprechen polemisch von einer Annexion, einem Anschluss oder einer Zwangsvereinigung. Die DDR-Volkskammer, welche im Frühjahr 1990 erstmals frei gewählt wurde, erklärte im Namen der ostdeutschen Bundesländer den Beitritt zum Geltungsbereich des Grundgesetzes. Eine Annexion kann somit nur eine kritische Anspielung auf die folgenden Eigentumswechsel sein, durch die Volksvermögen im Zuge der schlecht kontrollierten Privatisierungen in großem Umfang in westdeutschen Besitz gebracht wurde.
Der Begriff der Wiedervereinigung wurde in den 1950er, 1960er, 1970er und 1980er Jahren oft auch auf die deutschen Grenzen von 1937 bezogen und besaß damit eine andere Konnotation als 1989/90.
Als Ursache für den Niedergang können folgende Gesichtspunkte angesehen werden:
Vorangetrieben wurden der Niedergang der DDR auch durch äußere Katalysatoren – an erster Stelle die sowjetische Reformpolitik von Glasnost und Perestroika unter KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatschow. Am 6. Juli lehnt Gorbatschow eine Intervention von Sowjet-Truppen gegen mögliche Unruhen ab. Der DDR geht damit ihre Existenzgarantie verloren.
Die DDR-Regierung versuchte der sich abzeichnenden Zuspitzung der Situation zunächst durch Entgegenkommen zu begegnen, beispielsweise durch Reiseerleichterungen für Verwandtenbesuche in der Bundesrepublik. Andererseits reagierte man mit extremer Beharrung auf alten Mustern bei der Herrschaftsausübung. Signifikante Beispiele dafür sind das Festhalten an der Mauer und die unbeirrt aufwändigen Planungen zur Feier des 40. Jahrestages der DDR-Gründung trotz gleichzeitig überall stattfindender Protestumzüge. Gerade die als unangemessen pompös empfundenen DDR-Geburtstagsfeierlichkeiten schürten den Unwillen der Bevölkerung, die ihren Staat demokratisch reformiert und nicht verherrlicht sehen wollte.
Selbst Gorbatschow deutete am 5. Oktober 1989 auf dem Flughafen zu Honecker mit seinem inzwischen sprichwörtlichen Hinweis „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!“ an, dass er Reformen in der Deutschen Demokratischen Republik für längst überfällig hielt, aber auch, dass von der UdSSR keine Hilfe zu erwarten sei. Er sagte zu Honecker „Ich glaube, Gefahren warten nur auf jene, die nicht auf das Leben reagieren.“ In seinen Memoiren schreibt Gorbatschow aber, er hätte 2 Tage später mit Honecker ein Vier-Augen-Gespräch gehabt, in dem angeblich der Satz „Того, кто опоздает, накажет жизнь“ gefallen ist, wobei опоздает mit „zu spät kommen“ aber auch mit „sich nicht bewegen“ übersetzt werden kann. „Sich nicht bewegen“ gibt die Situation wohl passender wieder. Es ist nicht unmöglich, dass Jahre später das inzwischen geläufig gewordene Sprichwort Gorbatschows Erinnerung etwas nachgeholfen hat.
Die Folge war, dass sich die Parteiführung der SED darüber zerstritt, wie denn nun vorzugehen sei. Am 18. Oktober tritt Erich Honecker nach Aufforderung des Politbüros von allen Ämtern „aus gesundheitlichen Gründen“ zurück, sein Nachfolger wird Egon Krenz. Im November kam es zur Bildung eines neuen Politbüros und zur Wahl von Hans Modrow zum Vorsitzenden des Ministerrates. Allerdings bewirkten diese Veränderungen und Reformen kaum eine Beruhigung.
In der Zeit von Glasnost und Perestroika startete die größte Auslandsdienststelle des KGBs unter Leitung von Anatolij Nowikow die Operation „Lutsch“ (russisch für Strahl) mit dem Ziel, reformwillige DDR-Bürger aus allen gesellschaftlichen Bereichen dazu zu bewegen, die DDR im Sinne Gorbatschows zu demokratisieren. Bis heute ist nicht geklärt, welchen konkreten Einfluss der KGB auf die Wende tatsächlich hatte.
Am 9. November verliest Günter Schabowski vor laufenden Kameras, dass sofort und unverzüglich Privatreisen ins Ausland ohne Vorliegen von Voraussetzungen wie Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse beantragt werden könnten. Die Genehmigungen würden kurzfristig erteilt. Ausreisen können über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur Bundesrepublik erfolgen. Tausende eilen an die Grenzen. Die unvorbereiteten Grenzsoldaten öffnen die Übergänge der Berliner Mauer und der Grenze zur Bundesrepublik, zunächst noch kontrolliert im Wege der für Massen-„Provokationen“ vorgesehenen sogenannten Schleusenlösung (= Ausbürgerung aus der DDR per Stempel im Reisedokument), später aufgrund des unbeherrschbaren Andranges unkontrolliert. Am darauffolgenden Tag besuchen Millionen von DDR-Bürgern die grenznahen Städte der Bundesrepublik, vor allem den Westteil Berlins. Es kommt zu überschwenglichen Freudenszenen; fremde Menschen umarmen sich, singen, tanzen und jubeln.
Bundeskanzler Helmut Kohl unterbricht sofort einen Staatsbesuch in Warschau und spricht am Abend vor dem Schöneberger Rathaus im Westteil Berlins auf einer Kundgebung vor 30.000 Teilnehmern, dabei wurde er ausgepfiffen. Der SPD-Ehrenvorsitzende Willy Brandt prägt dort den Satz „Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört“. Am selben Abend gibt außerdem eine Kundgebung vor dem Europa-Center im Westteil der Stadt mit 150.000 Teilnehmern, bei der Kanzler Kohl begeistert empfangen wurde.
KohlModrowMomperBrandenburgerTor.jpg, Bundeskanzler Helmut Kohl, der Regierende Bürgermeister (West-Berlin) Walter Momper und im Hintergrund zwischen Kohl und Momper der Oberbürgermeister (Ost-Berlin) Erhard Krack während der Öffnung des Brandenburger Tores am 22. Dezember 1989]] Bereits am 28. November 1989 präsentierte Kohl im deutschen Bundestag in Form eines Zehn-Punkte-Programms einen Vorschlag für eine Konföderation zwischen der DDR und der Bundesrepublik. Der mit dem Koalitionspartner FDP nicht abgesprochene Plan sollte dabei in den gesamteuropäischen Einigungsprozess integriert sein mit dem letztlichen Ziel einer vollständigen Wiedervereinigung Deutschlands (siehe: Weblinks). Dabei versuchte der Plan sich an den jeweiligen Vorgaben der ehemaligen Siegermächte zu orientieren.
Anfang Dezember wird die Führungsrolle der SED aus der Verfassung gestrichen und gegen ehemalige Funktionäre der SED, darunter Erich Honecker, ermittelt. Egon Krenz tritt von allen Ämtern zurück, Nachfolger als Staatsratsvorsitzender wird Manfred Gerlach. Am 7. Dezember kommt es erstmals zu Gesprächen am Runden Tisch mit den ehemaligen Blockparteien und Oppositionsgruppen. Zwei Tage später wird Gregor Gysi Parteivorsitzender der SED/PDS, die später in PDS (Partei des demokratischen Sozialismus) umbenannt wird.
Im Januar 1990 ändert sich der Ton der immer noch stattfindenden Montagsdemonstrationen von „Wir sind das Volk“ zu „Wir sind ein Volk“ und „Deutschland einig Vaterland“ (ein Zitat aus der Hymne der DDR). Am 15. Januar stürmen Demonstranten die Stasizentrale im Ostteil Berlins.
Am selben Tag verspricht Helmut Kohl in einer Fernsehsprache mit Blick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung „Blühende Landschaften“ – eine Vision, die sich bis dato nicht erfüllen sollte. Vielmehr ist das Gebiet der Neuen Bundesländer von erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten und anhaltend hoher Arbeitslosigkeit geprägt.
Mitte Juli wird die Treuhandanstalt gegründet. Ihre Aufgabe ist es die Volkseigenen Betriebe (VEB) der DDR nach den Grundsätzen der Sozialen Marktwirtschaft zu privatisieren oder stillzulegen und die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern (§ 8 Treuhandgesetz).
Am 20. September stimmten die beiden deutschen Parlamente schließlich dem Einigungsvertrag zu: die Volkskammer mit 299 von 380 Stimmen, der Bundestag mit 442 von 492 Stimmen und der Bundesrat einstimmig.
Gorbatschow.JPG Nach dem Muster Zwei-plus-Vier waren bereits am 14. Februar 1990 die beiden Außenminister der beiden deutschen Staaten und die Außenminister der vier ehemaligen Siegermächte zusammengekommen, um den äußeren Rahmen der Wiedervereinigung zu besprechen. Dabei ging es in erster Linie um die Sicherheit der deutschen Nachbarn. In weiteren Folgekonferenzen einigte man sich darauf, den Deutschen den Modus der Wiedervereinigung zu überlassen. Allerdings wurde verlangt, dass eine formale Anerkennung der Westgrenze Polens erfolgte (Deutsch-Polnischer Grenzvertrag). Das Problem der Einbindung eines deutschen Gesamtstaates in wie auch immer geartete Bündnissysteme blieb jedoch bestehen.
Nach diesem ersten Teilerfolg gelang es Helmut Kohl gemeinsam mit Außenminister Hans-Dietrich Genscher bei einem Besuch bei Gorbatschow im Kaukasus, die Zustimmung zur vollen Souveränität zu erlangen. Damit hatte das neue Deutschland das Recht, frei über seine Bündniszugehörigkeit zu entscheiden und konnte somit die Forderungen der USA erfüllen, sodass einer Wiedervereinigung nun nichts mehr im Wege stand. Die Siegermächte stimmten am 12. September in den „Zwei-plus-Vier-Gesprächen“ zu.
Am 3. Oktober 1990 wurden die beiden deutschen Staaten (wieder)vereint und die DDR hörte hiermit auf zu existieren. Dieser „Tag der Einheit“ wurde auf Vorschlag von Bundeskanzler Helmut Kohl zum Nationalfeiertag erhoben, weil er von anderen historischen Geschehnissen und Gedenktagen der deutschen Geschichte frei war. Ein besonders prägendes Geschehen im deutschen Einigungsprozess verbindet sich mit diesem Tag nicht; daher bleibt er umstritten und wird vor allem in den frühen 1990er Jahren nicht recht angenommen.
3-Oktober.jpg Nach der Wiedervereinigung erfolgte am 14. Oktober 1990 die Neugründung der fünf Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die wiedervereinigte Stadt Berlin bildete von nun an ein eigenes Land und wurde wieder zur Hauptstadt Deutschlands erklärt.
Die DDR-Betriebe waren aufgrund fehlender Investitionsmöglichkeiten, der daraus resultierenden veralteten Technik und der sehr personalintensiven Fertigung am Schluss nicht mehr wettbewerbsfähig.
Das größte Problem stellte dabei der Zusammenbruch des Ostblocks insgesamt dar. Wichtigster Handelspartner für die DDR-Wirtschaft war bislang die UdSSR gewesen. Nach der Einführung der DM in den neuen Bundesländern und insbesondere nach dem Zusammenbruch der UdSSR schwand dieser Markt jedoch vollkommen. Wirtschaftlich besonders schädlich war dabei der politisch motivierte und von der Bevölkerung geforderte Umtauschkurs von 1:1. Er sorgte dafür, dass die Kosten für Arbeit in Ostdeutschland von Beginn an vergleichsweise hoch waren, sodass nur sehr langsam neue Arbeitsplätze entstanden.
Die Betriebsstätten der Kombinate, zu denen fast alle Betriebe zählten, waren häufig standörtlich stark zerrissen; zugleich waren Gebäude und Produktionsanlagen verschlissen und nicht mehr zeitgemäß. Der Strukturwandel bewirkte die Entflechtung der Großkombinate, die Umwandlung in Mittel- und Kleinbetriebe und die Stilllegung vieler Produktionsstätten. Unternehmen aus der Bundesrepublik hatten meist kein Interesse daran, Betriebe zu übernehmen oder weiter zu führen. Oft wurden Betriebe auch billig erworben, nur um einen möglichen Konkurrenten auszuschalten. Der Arbeitsplatzabbau war enorm.
Zum Beispiel führte die Einbindung der sächsischen Landwirtschaft in die Agrarpolitik der EU zur Stilllegung von landwirtschaftlicher Nutzfläche. In vielen Dörfern und Städten entstanden mit der Stilllegung von Betrieben Industriebrachen. In einigen Regionen brachen ganze Wirtschaftszweige weg, da diese unter markwirtschaftlichen Bedingungen gegenüber der Konkurrenz nicht mithalten konnten – zu hoher Aufwand an Arbeitskräften und gleichzeitige Produktion von Erzeugnissen, die zu nicht konkurrenzfähigen Preisen und mit veralteten Maschinen hergestellt wurden. Dies führte dazu, dass u. a. die lange ostdeutsche Tradition des Erzbergbaus 1991 beendet wurde. Für die arbeitslos gewordenen Menschen gab es danach kaum mehr Beschäftigungsalternativen, da neue Investitionen nicht ausreichend neue Arbeitsplätze schufen.
Der mit diesen Gründen einhergehende völlige Zusammenbruch der alten DDR-Wirtschaft bewirkte schließlich einen Migrationsprozess von historischen Ausmaßen. Allein bis 1991 kehrten zwei Millionen Ostdeutsche ihrer alten Heimat den Rücken und wanderten auf der Suche nach Arbeit in die alten Bundesländer aus.
Die Wiedervereinigung war und ist für den deutschen Staat ein besonders schwer zu schulternder finanzieller Kraftakt. Die für den Wiederaufbau aufgewendeten Summen schwanken je nach Zählweise; vor allem ist strittig, welche Posten direkt der Wiedervereinigung zugerechnet werden können. Die Aufwendungen reichen daher von 250 Milliarden ostspezifischer Transferleistungen (Aussage des für den Aufbau Ost zuständigen Bundesministers Manfred Stolpe) über 1,25 Billionen Gesamttransferleistungen (Aussage der Bundesregierung) bis hin zu 1,5 Billionen Euro (Aussage der Freien Universität Berlin Die letzte Angabe würde über der heutigen Staatsverschuldung – fast 1,4 Billionen Euro [http://www.steuerzahler.de/ – liegen.
Als Grund für die anhaltende Verlangsamung des wirtschaftlichen Aufschwungs wird von einigen Ökonomen die Lohnentwicklung in der ostdeutschen Industrie genannt. So stiegen die Löhne als Folge der sogenannten Stellvertreterverhandlungen, in denen westdeutsche Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände die Löhne im Osten verhandelten, schneller als die Produktivität. Dies führte zu einer Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit der existierenden Industrie und langfristig zur Investitionszurückhaltung westdeutscher und ausländischer Unternehmen.
Ein wichtiger Punkt der Entwicklung nach der Wiedervereinigung ist zweifelsohne die angestrebte innere Einheit Deutschlands. Für viele Deutsche, die während der Teilung aufwuchsen, existiert nach wie vor die so genannte „Mauer in den Köpfen“. Dieses Ost-West-Denken konnte bisher nicht völlig überwunden werden. Der deutsche Bundespräsident Horst Köhler äußerte daher die Hoffnung, dass durch ein „echtes Zusammengehörigkeitsgefühl“ die noch für längere Zeit bestehenden wirtschaftlichen Unterschiede zwischen Ost und West leichter ertragen werden könnten. Bezeichnend für die „Mauer in den Köpfen“ ist beispielsweise, dass kein einziger westdeutscher Rundfunksender sich des reichhaltigen musikalischen Erbes der DDR angenommen hat; gerade mal zum Tag der Deutschen Einheit wurden in den ersten Jahren noch ein paar bekanntere DDR-Titel gespielt. Auch der von allen bundesdeutschen Steuerzahlern zu entrichtende Solidaritätszuschlag sorgt zunehmend für Unfrieden zwischen Ost- und Westdeutschen. Wie das Emnid-Institut im September 2004 herausgefunden hat, empfindet jeder zweite Westdeutsche die jährlichen Zahlungen für den Osten als zu hoch. In Bayern teilen sogar 60 % diese Ansicht.
Der vielfach noch empfundene Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschen wird mittlerweile auch satirisch behandelt, zum Beispiel von der „PARTEI“. Die „Spaßpartei“ um die Redaktionsmitglieder der Zeitschrift „Titanic“ hat im Bundestagswahlkampf 2005 den „Wiederaufbau der Mauer“ als zentralen Punkt in ihr Wahlprogramm aufgenommen.
Neben Dankbarkeit über die historische Entwicklung trat vielfach aber auch der Argwohn, den erreichten Wohlstand künftig mit den „armen Verwandten“ aus dem anderen Teil Deutschlands teilen zu müssen. Dazu kamen mitunter Vorurteile über die „Ossis“, die vielfach als unflexibel, wehleidig oder undankbar wahrgenommen wurden.
Viele Menschen in der Deutschen Demokratischen Republik strebten, besonders in der Zeit des Zusammenbruchs der SED-Herrschaft, eine Vereinigung mit der Bundesrepublik an. Unter anderem durch ihre Demonstrationen erreichten sie die Öffnung der Mauer, die in Berlin zu einem Freudenfest für alle beteiligten Berliner in Ost und West wurde. Mit der Wiedervereinigung sahen sie sich am Ziel ihrer Wünsche.
Auch in der DDR gab es freilich Vorbehalte. Ein Teil der Bevölkerung trauerte dem untergegangenen sozialistischen System als solchem nach. Andere vermissten in der Bundesrepublik die vertraute soziale Sicherheit und „Geborgenheit“, die unter anderem für Arbeitsplatzgarantien und bezahlbare Mieten gesorgt hatte, und sahen der Zukunft mit gemischten Gefühlen entgegen. „Wessis“ wurden bisweilen als arrogant und materialistisch eingestellt empfunden.
Deutsche Geschichte (20. Jh.) | Kalter Krieg | Geschichte der DDR | 1990
የጀርመን ዳግመኛ መወሐድ | إعادة توحيد ألمانيا | Reunificació alemanya | Sjednocení Německa | Tysklands genforening | German reunification | Germania reunuiĝo | Reunificación alemana | Saksojen yhdistyminen | Réunification allemande | גרמניה אחרי האיחוד | Riunificazione tedesca | ドイツ再統一 | 독일의 재통일 | Verenigung vun Düütschland | Duitse eenwording | Германы иугонд | Zjednoczenie Niemiec | Reunificação da Alemanha | Объединение Германии | Riunificazzioni tudisca | Återföreningen av Tyskland | 兩德統一
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Deutsche Wiedervereinigung".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world