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Die Deutsche Vaterlandspartei war eine deutsche Partei zum Ende des Deutschen Kaiserreiches.

Die Vaterlandspartei wurde 1917 als Reaktion auf die Friedensresolution des Reichstages gegründet. Gründungsmitglieder waren Wolfgang Kapp, Alfred von Tirpitz, Johann Albrecht zu Mecklenburg und Alfred Hugenberg. Die Partei vertrat alldeutsche, nationalistische Ziele und lehnte Friedensverhandlungen zur Beendigung des Ersten Weltkriegs ab.

In der Deutschen Vaterlandspartei organisierten sich die Gegner einer bedingungslosen Kapitulation, die in Opposition zur Reichstagsmehrheit den Kampf gegen die Friedensresolution führten. Die Vaterlandspartei war eine außerparlamentarische Bewegung von rechts, mit dem Anspruch auf Integration aller rechten Parteien und Verbände. Erstmals wurde das Konzept der außerparlamentarischen Mobilisierung von rechts realisiert. Auf ihrem Höhepunkt, im Sommer 1918, hatte die Partei über 1.250.000 Mitglieder. Geprägt war die Vaterlandspartei von "cäsaristischem Herrschaftsdenken", wobei Ludendorff und Hindenburg als "Volkskaiser" propagandistisch aufgebaut wurden, mit dem Ziel des "plebiszitären Militärstaates", dessen Legitimität auf Krieg und Kriegszielen beruhte, als Alternative zur Parlamentarisierung des Reiches. Intern gab es daher Aufrufe zum Staatsstreich unter der Führung von Hindenburg und Ludendorff, notfalls auch gegen den Kaiser.

Nach der Novemberrevolution löste sich die Partei am 10. Dezember 1918 auf.

Aus dem Gründungsaufruf vom 2. September 1917


Weite Kreise des deutschen Volkes stimmen mit der Stellungnahme der gegenwärtigen Reichstagsmehrheit zu den wichtigsten Lebensfragen des Vaterlandes nicht überein. Wen gäbe es, der nicht mit heißem Herzen den Frieden ersehnte! Nervenschwache Friedenskundgebungen verzögern aber nur den Frieden.

Nicht Sonderbestrebungen zur Erringung parteipolitischer Macht dürfen jetzt das Deutsche Reich zersplittern, der unbeugsame, nur auf des Vaterlandes Sieg bedachte Wille muss es einen! In dankbarem Aufblick zu unserem unvergesslichen geliebten ersten Kaiser und seinem eisernen Kanzler, den Einigern der deutschen Stämme, eingedenk des Titanenkampfes gegen den verderblichen Parteiengeist, den Otto von Bismarck in flammenden Worten vor Gott und der Geschichte anklagte, haben die unterzeichneten ostpreußischen Männer, treu den Überlieferungen ihrer Vorväter, die Deutsche Vaterlandspartei gegründet, um das deutsche Vaterland in dieser größten und ernstesten Stunde deutscher Geschichte vor dem Erbübel der Uneinigkeit und Parteiung zu schützen und zu schirmen. Die Deutsche Vaterlandspartei will Stütze und Rückhalt sein für eine kraftvolle Reichsregierung, die nicht in schwächlichem Nachgeben nach innen und außen, sondern in deutscher Standhaftigkeit und unerschütterlichem Glauben an den Sieg die Zeichen den Zeit richtig zu deuten weiß.

Weblinks


Deutsche Partei (historisch)

 

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