Die Deutsche Telekom hat im Jahr 2004 in Kooperation mit der Technischen Universität Berlin die Deutschen Telekom Laboratories gegründet, die unmittelbar auf dem Campus der Hochschule angesiedelt sind. Die Laboratories sind ein Bereich, der internationale und interdisziplinäre Forschung und Entwicklung betreibt und das Ziel hat, innovative Prozesse durch eine enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft besser zu gestalten und zu steuern. Die offizielle Eröffnung fand im April 2005 statt.
Organisatorisch gehören die Deutsche Telekom Laboratories zum Zentralbereich Technologie und Innovation der Deutschen Telekom AG und sind somit Bestandteil des Konzerns. Gleichzeitig sind sie jedoch ein so genanntes "An-Institut" der Technischen Universität Berlin, eine privatrechtlich organisierte wissenschaftliche Einrichtung an der TU Berlin, das mit vier Professuren mit dem normalen Lehrbetrieb der TU verzahnt werden soll. Mit diesem Konzept wird ein intensiver Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie hergestellt, denn der Transfer von Innovationen aus Forschung und Wissenschaft zur Wirtschaft spielt für Technologieunternehmen eine immer wichtigere Rolle. Derzeit laufen die Auswahlverfahren für die Lehrstühle, die bis zum Jahresende 2006 abgeschlossen sein sollen (Stand April 2006). Dabei werden die Bereiche Intelligente Netze und Management Verteilter Systeme (Intelligent Networks & Management of Distributed Systems), Sicherheit in der Telekommunikation (Security in Telecommunications), Dienste-orientierter Netzbetrieb (Service Centric Networking) sowie Benutzerfreundlichkeit (Usability) besetzt.
Die Telekom Laboratories sind in zwei Bereiche gegliedert. Der Schwerpunkt der Projektfelder des Innovation Development Laboratory liegt auf marktnaher Forschung und Entwicklung. Seine Aufgabe ist es, mit einem Zeithorizont von bis zu drei Jahren innovative Ideen zu entwickeln und zu bewerten, um sie dann in die strategischen Geschäftsfelder des Konzerns zu transferieren. Dagegen ist die langfristig ausgerichtete Grundlagen- und Technologieforschung Kernaufgabe des Strategic Research Laboratory.
Das Institut ist als offenes System organisiert, das neben der TU Berlin mit weiteren Universitäten wie etwa der Ben-Gurion-Universität in Israel oder der amerikanischen Stanford University sowie Partnern aus der Industrie wie etwa Microsoft oder Siemens kooperiert. Die Telekom Laboratories werden durch ein so genanntes Steering Committee beraten, koordiniert und kontrolliert. Es setzt sich aus Professor Bernd Girod und Professor Sahin Albayrak als Vertreter der Wissenschaft sowie dem Managing Director der Laboratories, Peter Möckel, als Vertreter der Wirtschaft zusammen. Girod ist Professor of Electrical Engineering im Information Systems Laboratory der Stanford University in Kalifornien; Albayrak ist Professor für "Agententechnologien in betrieblichen Anwendungen und der Telekommunikation" und Leiter des DAI-Labors an der TU Berlin.
Gut 25 Telekom-Experten und mehr als 50 Wissenschaftler aus Australien, China, Frankreich, Indien, Griechenland, der Türkei, den USA und Deutschland arbeiten aktuell (Stand April 2006) in den Deutschen Telekom Laboratories. Telekom-Vorstandschef Kai-Uwe Ricke sagte bei der Eröffnung im April 2005, er erwarte von der Kooperation eine beschleunigte Umsetzung von Forschungswissen in konkrete Produkte und Dienstleistungen.
Bei der Einrichtung der Telekom Laboratories hat sich die Telekom an bekannten industrienahen Forschungseinrichtungen wie BT Exact, den Bell Labs (Lucent Technologies), dem IBM Zurich Research Laboratory in Rüschlikon, Intel, dem European Microsoft Innovation Center (EMIC) und den NTT DoCoMo Euro-Labs orientiert.
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