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Die Deutsche Sprachgeschichte wird in vier Phasen unterteilt, die sich wie folgt zeitlich einordnen lassen.

Ursprünglich ist die deutsche Sprache nach der 1. Lautverschiebung entstanden. Die Änderungen durch die 1. Lautverschiebung werden durch das Grimm'sche Gesetz beschrieben, benannt nach Jacob Grimm. Einige Ausnahmen, die sich durch sich anschließende Änderungen ergaben, erklärt das Vernersche Gesetz. Aus der indogermanischen Ursprache wurde die Germanische Ursprache.

Althochdeutsch


Hauptartikel: Althochdeutsch

Geschichte

Um 500 n. Chr. wurde aus den südlichen westgermanischen Dialekten die althochdeutsche Sprache. Das Althochdeutsche war eine Gruppe nahe verwandter Dialekte; da es im frühen Mittelalter keine einheitliche Schriftsprache gab, lassen sich die überlieferten Textzeugnisse den einzelnen Dialekten zuweisen, so dass man oft treffender von Altfränkisch, Altbairisch, Altalemannisch etc. spricht.

Grammatik

Das Althochdeutsche ist eine synthetische Sprache. Das Substantiv hat vier Fälle. Man unterscheidet zwischen einer starken (konsonantischen) und einer schwachen (vokalischen) Deklination. Auch beim Artikel wird entsprechend differenziert. Die Zahl der schwachen Verben war zu jeder Zeit höher als die der starken Verben, aber die zweite Gruppe war im Althochdeutschen deutlich umfangreicher als heute.

Phonologie

Die wesentlichen Unterschiede zwischen Althochdeutsch und anderen germanischen Dialekten werden durch die hochdeutsche Lautverschiebung beschrieben. Ihre Grenze verläuft von West nach Ost, mehr oder weniger am Mittelgebirgsrand; sie wird als Benrather Linie bezeichnet.

Die hochdeutsche Lautverschiebung betrifft das System der Konsonanten. Typische Kennwörter sind hochdeutsch das, wasser, slaffen, machen, ich vs. niederdeutsch (bzw. englisch) dat (that), water, slapen (sleep), maken (make), ik.

Mittelhochdeutsch


Hauptartikel: Mittelhochdeutsch

Geschichte

Im Zusammenhang mit der politischen Situation ging im 10. Jahrhundert die Schriftlichkeit im Allgemeinen und die Produktion deutschsprachiger Texte im Besonderen zurück; eine Neueinsetzung einer deutschsprachigen Schriftlichkeit und Literatur ist ab etwa 1050 zu beobachten. Da sich die schriftliche Überlieferung des 11. Jahrhunderts in lautlicher Hinsicht deutlich von der älteren Überlieferung unterscheidet, bezeichnet man die Sprache ab etwa 1050 als Mittelhochdeutsch.

Phonologie

Das Mittelhochdeutsche unterscheidet sich vom Althochdeutschen insbesondere durch die Neben- bzw. Endsilbenabschwächung. Vom Neuhochdeutschen ist das Mittelhochdeutsche vor allem durch den Vokalismus der Stammsilben unterschieden; anders als das Neuhochdeutsche weist das Mittelhochdeutsche Kurzvokale in offener Tonsilbe auf, die zum Neuhochdeutschen hin durch die Dehnung in offener Tonsilbe beseitigt worden sind.

Frühneuhochdeutsch


Hauptartikel: Frühneuhochdeutsch

Geschichte

Die Periode der frühneuhochdeutschen Sprache wird ungefähr von 1350 bis 1650 angesetzt. Das bekannteste Textzeugnis dieser Sprachstufe ist Luthers Bibelübersetzung von 1545. Als Martin Luther die Bibel übersetzte, basierte er die Sprache seiner Bibelübersetzung auf hochdeutschen Dialekten im (damaligen) Ostdeutschland.

Grammatik

Das Frühneuhochdeutsche behielt, wenn es geschrieben wurde, einen großen Teil der mittelhochdeutschen Grammatik bei, während die Sprache des Volkes bereits das Präteritum und den Genitiv zu verlieren begann, ein Phänomen, das sich heute sehr gut in Süddeutschland beobachten lässt. Es dauerte jedoch noch bis ins 18. Jahrhundert, bis sich eine einheitliche Schriftsprache herausbilden sollte, was das Ende der frühneuhochdeutschen Periode bedeutete.

Phonologie

Das Frühneuhochdeutsche ist von einer Reihe von Lautwandlungsprozessen gekennzeichnet, die das Mittelhochdeutsche vom Neuhochdeutschen abgrenzen und die im Frühneuhochdeutschen bereits begonnen hatten, aber noch nicht abgeschlossen waren. (Dazu gehören z.B. die sog. "Dehnung in offener Tonsilbe", die "Neuhochdeutsche Monophthongierung", die "Neuhochdeutsche Diphthongierung" und die Umstellung von einer "Quantitätssprache" auf eine "Akzentsprache".) So beginnt man in dieser Zeit zum Beispiel, das "ei", das im Mittelhochdeutschen noch ausgesprochen wurde (ähnlich dem "ay" im englischen "to say"), als [ai auszusprechen, und "sl" wird zu "schl" (z.B. "slafen" zu "schlafen").

Neuhochdeutsch


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Geschichte

Bis 1800 (in vielen kleineren Gemeinden und ländlichen Gebieten auch bis nach dem zweiten Weltkrieg) war hochdeutsch fast nur eine Schriftsprache. In dieser Zeit sprach man in Norddeutschland nur niederdeutsche (plattdeutsche) Dialekte und lernte Hochdeutsch (fast) wie eine Fremdsprache. Man versuchte also, es so gut wie möglich so auszusprechen, wie es auch geschrieben wurde (was nicht immer einfach war).

Bedingt durch ihre großen Unterschiede zur hochdeutschen Schriftsprache sind die niederdeutschen Dialekte in Norddeutschland heute weitgehend verschwunden; in Norddeutschland wird hauptsächlich eine Umgangssprache auf hochdeutscher Grundlage gesprochen. Viele Sprachlehrbücher für ausländische Schüler orientieren sich - beeinflusst durch das Aussprachewörterbuch von Siebs - bei Erklärungen der hochdeutschen Aussprache an der Aussprache im Norden. Die Aussprache im süddeutschen Sprachraum (Bayern, Baden-Württemberg, Österreich, Südtirol, Liechtenstein und der Schweiz) weicht davon z.T. deutlich ab.

Heute wird weitgehend anerkannt, dass es im Bereich der Aussprache des Hochdeutschen (Orthoepie) einige gleichberechtigte regionale Varianten gibt.

Grammatik

Hauptartikel: Deutsche Grammatik

Die deutsche Sprache ist eine flektierende Sprache, d. h. die grammatischen Beziehungen zwischen den Wörtern werden mit Hilfe von Affixen und teilweise durch Wurzelflexion ausgedrückt. Dadurch ist ein im Vergleich zu nicht flektierenden Sprachen sehr flexibler Satzbau möglich. Deutsch zeichnet sich durch eine besonders flexible Wortbildungsfähigkeit aus. Es ist möglich, spontan Wörter zu bilden, die folglich in keinem Wörterbuch stehen, aber sofort von jedem verstanden werden.

Deutsche Sprache

 

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