Die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften (DHV) Speyer ist eine postuniversitäre Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer und die einzige postuniversitäre wissenschaftliche Hochschule in Deutschland. Sie gilt ähnlich ihrem französischen Pendant, der École nationale d'administration (ENA), als Kaderschmiede.
bgcolor="#FFFFFF" | noch kein Logo | Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften (DHV) Speyer | bgcolor="#FFFFFF" | Rektor: | Prof. Dr. Rudolf Fisch | bgcolor="#FFFFFF" | Gründungsjahr: | 1947 | bgcolor="#FFFFFF" | Ort: | Speyer (Rheinland-Pfalz) | bgcolor="#FFFFFF" | Studiengänge: | bgcolor="#FFFFFF" | Fachbereiche: | bgcolor="#FFFFFF" | immatrikulierte Studenten: | ca. 550 (07.2005) | bgcolor="#FFFFFF" | flächenbez. Studienplätze: | bgcolor="#FFFFFF" | Frauenquote: | bgcolor="#FFFFFF" | Mitarbeiter: | bgcolor="#FFFFFF" | davon wissenschaftliche Mitarbeiter: | - bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Anschrift des Rektorats: | Freiherr-vom-Stein-Str. 2 D-67346 Speyer Postfach 1409 D-67324 Speyer | bgcolor="#FFFFFF" | Website: | http://www.dhv-speyer.de |
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Die DHV hat zur Zeit (Stand: Juli 2005) 17 Lehrstühle, etwa 65 Lehrbeauftragte und ca. 500 bis 600 Studenten. Der Lehrkörper besteht zu einem großen Teil aus männlichen Mitarbeitern.
Die Semesterzeiten sind vom 1. November bis zum 31. Januar (Wintersemester) und vom 1. Mai bis zum 31. Juli (Sommersemester).
Die Studenten können aus etwa 100 Lehrveranstaltungen auswählen. Sie müssen je ein Seminar, eine projektbezogene Arbeitsgemeinschaft (de facto ein weiteres Seminar, meist veranstaltet von einem Praktiker), Juristen ihre sogenannte Landesübung, insgesamt 20 Semesterwochenstunden belegen.
Auf Antrag werden die Rechtsreferendare von den Bundesländern, in denen sie ausgebildet wurden, zu einem einsemestrigen Ergänzungsstudium (teils in der Verwaltungsstation, teils in der Wahlstation) nach Speyer entsandt, da diese Juristen z. B. als künftige Beamte des höheren Dienstes einen wesentlichen Teil des staatlichen Führungspersonals ausmachen. Jedes Bundesland besitzt hierfür eine Quote. Die Entsendung erfolgt je nach Bundesland nach Leistungsprinzip (Ergebnisse des 1. Staatsexamens), nach Windhundprinzip (Reihenfolge der Anträge) oder durch Losprinzip.
Neben den Rechtsreferendaren besuchen auch Verwaltungs-, Regierungs- und Wirtschaftsreferendare sowie Hörer der anderen Studiengänge die Veranstaltungen des Ergänzungsstudiums.
Seit 1991 wird an der DHV Speyer eine internationale Ergänzung des Aufbaustudiums angeboten. Dieses so genannte EMPA-Studium (European Masters of Public Administration) ist ein Studienprogramm verschiedener europäischer Hochschulen und bietet den Teilnehmern am Aufbaustudium die Möglichkeit, ein zusätzliches Auslandssemester an einer der Partnerhochschulen zu absolvieren. Die Teilnehmer am EMPA-Programm erhalten die Gelegenheit, sich auf diese Weise Kenntnisse über die öffentliche Verwaltung eines anderen europäischen Landes anzueignen und sich mit dem Prozess der Internationalisierung der öffentlichen Verwaltung vertraut zu machen. Zu den Partnerhochschulen gehören neben Speyer folgende Universitäten:
- Katholike Universiteit Leuven, Department of Public Administration, Leuven / Belgien
- Budapest University of Economic Sciences and Public Administration, Center for Public Affair Studies, Budapest / Ungarn
- University of Tartu (Estland)
- University of Vaasa (Finnland)
- University of Liverpool (Großbritannien)
- Universiteit Leiden (Niederlande)
- Erasmus-Universiteit Rotterdam (Niederlande)
Das EMPA-Programm ist in das verwaltungswissenschaftliche Aufbaustudium integriert. Alle Teilnehmer am EMPA-Programm erhalten nach der regulären – allerdings zeitlich verschobenen – Magisterprüfung zusätzlich zu dem akademischen Grad „Magister der Verwaltungswissenschaften (Mag.rer.publ.)" ein Zertifikat über die Teilnahme am EMPA-Programm.
Promotionsvoraussetzung ist unter anderem, dass ein Studium der Rechts-, Wirtschafts-, Sozial- oder Geschichtswissenschaften mit einem überdurchschnittlichen Ergebnis (bestes Drittel) abgeschlossen oder der akademischen Grad eines Magisters der Verwaltungswissenschaften mit einer Gesamtnote von mindestens gut abgelegt wurde.
Das Doktorandenstudium dauert mindestens zwei Semester und muss nicht zusammenhängend abgeleistet werden. Im Ergänzungs- oder Aufbaustudium absolvierte Semester können auf das Studium angerechnet werden.
Anfang bis Mitte der 1960er war der derzeitige rheinland-pfälzische Landesdatenschutzbeauftragte Walter Rudolf wissenschaftlicher Assistent an der DHV.
Am bei der DHV angesiedelten und mittlerweile selbständigen Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung (FÖV) war der für seine soziologische Systemtheorie bekannte Niklas Luhmann von 1962 bis 1965 Referent.
Mitte der 1960er studierte der Politiker Wolfgang Bötsch an der DHV.
Ende der 1960er studierte Ulrich Battis an der DHV.
1969 folgte Roman Herzog dem Ruf der DHV auf den Lehrstuhl für Staatslehre und Politik; von 1971 bis 1972 amtierte er als deren Rektor.
1971/72 studierte der Hamburger Landesdatenschutzbeauftragte Hartmut Lubomierski an der DHV.
Von 1972 bis 2002 hatte Klaus König den Lehrstuhl für Verwaltungswissenschaft, Regierungslehre und Öffentliches Recht an der DHV inne.
1971 bis 1973 lehrte Renate Mayntz Organisationssoziologie an der DHV.
Heinrich Reinermann, einer der Pioniere der Verwaltungsinformatik in Deutschland, war von 1973 bis 2003 Lehrstuhlinhaber des Lehrstuhls für Verwaltungswissenschaft und Verwaltungsinformatik. In der Zeit von 1990 bis 1994 war er Rektor und Prorektor der Hochschule.
Anfang der 1970er studierte der Politiker Walter Kolbow an der DHV.
Ende der 1970er war der derzeitige (2005) Hessische Landesdatenschutzbeauftragte Michael Ronellenfitsch als wissenschaftlicher Assistent an der DHV tätig.
Von 1984 bis 1991 lehrte der Politologe Joachim Jens Hesse an der DHV.
1990 studierte die Juristin und Datenschutzexpertin und derzeitige Datenschutzbeauftragte des Landes Brandenburg Dagmar Hartge an der DHV.
Auch Ute Vogt studierte an der DHV.
Der Parteienkritiker Hans Herbert von Arnim war von 1993 bis 1995 Rektor der DHV und ist noch immer Mitglied des bei ihr angesiedelten Forschungsinstituts für öffentliche Verwaltung und Leiter der Sektion I (Modernisierung von Staat und Verwaltung).
Der Politiker Jochen Dieckmann ist seit 1997 Lehrbeauftragter der DHV Speyer.
Dem Politiker Bernhard Vogel wurde am 17. Mai 2004 durch den Direktor der DHV Speyer die Ehrendoktorwürde verliehen.
Edda Müller, Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, ist Honorarprofessorin an der DHV Speyer.
Siehe auch: Liste der Rechtswissenschaftler an der DHV Speyer
Hochschule (Deutschland) | Speyer | Verwaltungswissenschaft | Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft
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