- bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Heimtrikot | |
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Vor dem Gruppenspiel Deutschland - Tschechien1.jpg
Die Deutsche Fußballnationalmannschaft ist eine vom Bundestrainer getroffene Auswahl deutscher Spitzenspieler. Sie repräsentiert den Deutschen Fußball-Bund (DFB) auf internationaler Ebene, zum Beispiel in Freundschaftsspielen gegen die Auswahlmannschaften anderer nationaler Verbände, aber auch bei der Europameisterschaft des europäischen Kontinentalverbandes UEFA oder der Fußball-Weltmeisterschaft der FIFA. Die DFB-Auswahl ist nach Brasilien und Italien die erfolgreichste Fußballnationalmannschaft der Welt. Bereits siebenmal stand sie im Endspiel einer Fußball-Weltmeisterschaft. Dreimal (1954, 1974 und 1990) konnte die deutsche Mannschaft den Weltmeistertitel gewinnen, viermal (1966, 1982, 1986, 2002) ging sie als Vize-Weltmeister vom Platz. Mit Ausnahme der Turniere 1930 und 1950 hat das DFB-Team an allen Weltmeisterschaften teilgenommen, wobei sie sich 1950 aufgrund des Zweiten Weltkriegs nicht qualifizieren durfte.
1970 stellte Deutschland mit Gerd Müller und 2006 mit Miroslav Klose die besten WM-Torjäger. Siebenmal belegten deutsche Spieler den zweiten Platz in der Torjägerliste: 1934 Conen, 1954 Morlock, 1958 Rahn, 1966 Haller, 1982 Rummenigge, 2002 Klose und zuletzt 2006 Lukas Podolski. Zudem ist der ehemalige deutsche Nationalspieler Lothar Matthäus der Spieler mit den meisten WM-Spielen, und Uwe Seeler war der erste Fußballer überhaupt, der mehr als 20 WM-Spiele bestritt.
Auch bei Europameisterschaften war die DFB-Auswahl mit drei Titeln (1972, 1980, 1996) aus fünf Endspielteilnahmen äußerst erfolgreich. Die Mannschaft qualifizierte sich seit 1972 für jedes EM-Turnier. Bei den Europameisterschaften 1972, 1976, 1980 und 1992 stellte Deutschland jeweils den Torschützkönig. Gerd Müller erzielte 1972 vier Tore, Dieter Müller 1976 ebenfalls vier Tore, Klaus Allofs 1980 drei Tore und Karl-Heinz Riedle 1992 ebenfalls drei Tore, musste sich die Torjägerkrone aber mit drei anderen Spielern teilen.
Anders als andere Mannschaften zeigte die DFB-Auswahl besonders bei Turnieren oftmals enorme Leistungssteigerungen, was ihr den Ruf einbrachte, eine sogenannte Turniermannschaft zu sein.
Die Nationalmannschaft wurde bisher siebenmal, und damit so oft wie keine andere, zu Deutschlands Mannschaft des Jahres gewählt (1966, 1970, 1974, 1980, 1990, 1996, 2002).
Bereits 1899 und 1901 wurden fünf inoffizielle Länderspiele zwischen verschiedenen deutschen und englischen Auswahlmannschaften ausgetragen, die allesamt mit hohen Niederlagen für die deutschen Teams endeten. Sie werden vom DFB nicht als Länderspiele anerkannt und sind heute unter dem Namen Ur-Länderspiele bekannt. Diese Spiele waren alle von Walther Bensemann organisiert worden, den man zu recht als Gründer des Deutschen Fußball bezeichnet. Als Jude musste Bensemann das zunehmend antisemitische Deutsche Reich verlassen. Er verstarb 1934 unbeachtet in der Schweiz.
Acht Jahre nach der Gründung des Deutschen Fußball-Bundes wurde am 5. April 1908 das erste offizielle Länderspiel in der Geschichte des deutschen Fußballs ausgetragen. Die Bezeichnung für das Länderspiel zwischen Deutschland und der Schweiz war „freundschaftlicher Länderkampf“. Damals gewannen in Basel die Schweizer mit 5:3 gegen die Nationalauswahl des Deutschen Reiches. Die deutsche Auswahl wurde vom DFB-Spielausschuss eingeladen, denn einen Trainer gab es zu dem Zeitpunkt noch nicht.
Das Telegramm des ersten offiziellen Spiels der deutschen Nationalmannschaft: Schweiz - Deutschland 5:3 (3:1).
Die Schweiz ist mittlerweile der traditionelle erste Gegner der deutschen Nationalmannschaft, der nach beiden Weltkriegen und nach der Auflösung des DFV der DDR infolge der Wiedervereinigung als erster gegen Deutschland spielte.
Während der Olympischen Spiele 1912 in Stockholm erzielte die deutsche Auswahl ihren bis heute höchsten Sieg: ein 16:0 gegen Russland – Gottfried Fuchs schoss dabei zehn Tore, auch dies ist bis heute deutscher Rekord.
Eine Besonderheit der Zeit vor und während des 2. Welkriegs ist auch, dass es an manchen Tagen zwei Länderspiele gab. So traten deutsche Nationalmannschaften am 4. April 1909 in Budapest und in Karlsruhe an. Am 15. September 1935 spielte eine Mannschaft in Breslau und eine in Stettin, am 27. September 1936 spielten Mannschaften in Prag und in Krefeld, am 21. März 1937 in Stuttgart und in Luxemburg, am 20. März 1938 in Nürnberg und in Wuppertal, am 26. März 1939 in Florenz und in Luxemburg und am 5.10.1941 in Stockholm und Helsinki. Die Aufstellungen und die Gegner lassen aber die Vermutung zu, dass am zweiten Ort – mit Ausnahme des Spiels am 4. April 1909 – jeweils eine B-Mannschaft angetreten ist.
Zweimal, 1923 und 1933, fanden sogar Spiele am 1. Januar statt, in beiden Fällen war Italien in Mailand beziehungsweise Bologna der Gegner.
Die Farbe des Auswärtstrikots wechselte häufiger, die meisten Auswärtsspiele – in denen es nicht möglich war mit weißen Trikots zu spielen – bestritt sie mit grünen Trikots und weißen Hosen, den Farben des DFB beziehungsweise denen eines Spielfeldes. Wichtige Spiele in diesen Farben waren zum Beispiel 1972 der 3:1-Sieg im Wembley-Stadion oder die 2:3-Niederlage gegen Argentinien 1986 in Mexiko. Kurioserweise führten die Argentinier ihre Niederlage im WM-Finale 1990 auch darauf zurück, dass sie nun diesmal in ihren blauen Reserve-Trikots spielen mussten und nicht in ihren hellblau-weiß-gestreiften Trikots und schwarzen Hosen antreten konnten wie vier Jahre zuvor. Abgesehen von grün kamen zwischenzeitlich auch ein graues und ein schwarzes Trikot zum Einsatz. Seit dem Amtsantritt von Jürgen Klinsmann wird rot als alternative Farbe bevorzugt und anfangs auch in einigen Heimspielen eingesetzt. Die rote Farbe wurde gewählt, da Mannschaften in Rot temperamentvoller wirken. Für Zuschauer sind die Spieler in roten Hemden besser sichtbar als in grünen.
Im Spiel um Platz drei bei der WM 1970 und bei der „Wasserschlacht von Frankfurt“ gegen Polen spielte Deutschland ganz in Weiß, also auch mit weißen Hosen.
Bei der WM 2006 bestritt Deutschland alle Spiele mit weißen Trikots und schwarzen Hosen. Dies wurde von der FIFA so festgelegt, obwohl bei einer WM auch der Gastgeber nicht automatisch in jedem Spiel „Heimrecht“ genießt.
Bis zur WM 1986 waren die „Heimtrikots“ der deutschen Nationalelf ausschließlich in Weiß und Schwarz gehalten. Erst in Mexiko gab es einen allerersten Farbklecks auf dem geschneiderten Stoff zu entdecken: Teile des Kragens waren in den Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold gehalten. Zudem wurde auch zeitweise das Markenzeichen des Ausrüsters, die „drei Streifen“, in Schwarz-Rot-Gold auf Weiß ausgeführt. Zwei Jahre später dann eine kleine Revolution: Ein schwarz-rot-goldgelber Streifen zog sich bei der Europameisterschaft 1988 im eigenen Land in Form einer Fieberkurve quer über das deutsche Trikot. Jenes Design brachte zwei Jahre später – bei der WM 1990 in Italien – noch mehr Glück. Deutschland wurde in diesem Dress Weltmeister, nach 1954 und 1974 zum dritten Mal.
1992 bei der EM in Schweden gab es weitere Neuerungen: erstmals prangte, in den US-Profiligen längst üblich, auf dem Rücken der Nachname des jeweiligen Spielers. Zudem wurde die Rückennummer zusätzlich in Kleinformat auf die Vorderseite der Trikots geflockt, bislang war nur die Hose mit der Nummer markiert. Die Schwarz-Rot-Gold-Streifen fanden sich diesmal in Höhe der Schultern wieder. Das WM-Trikot von 1994 mit dem sogenannten „Schwingen-Design“ sollte die Schwingen des deutschen Adlers symbolisieren – jene Trikots wurden allerdings kontrovers diskutiert. Zur EM 1996 besann man sich wieder alter Traditionen und trug ein rein weißes Trikot mit einem schwarzem Wappen auf der linken Brust auf dem in Weiß der Bundesadler aufgestickt war. Eine Neuerung waren die drei Sterne in Schwarz-Rot-Gold über dem Wappen. 1998 zur WM in Frankreich brachte der Ausrüster wieder etwas mehr Farbe auf das weiße Dress und zwar passend zum Ausrüster-Logo drei Streifen in den deutschen Nationalfarben, die quer über die Brust gingen. Unter beiden Ärmeln war ein breiter schwarzer Streifen angebracht. Für viele sehr einfallslos wirkte das Trikot zur EM 2000. Weiß und Grau waren die dominierenden Farben (weißes Hemd und graue Ärmel). Auch 2002 sparte man an Farben und lief in Asien bei der WM in strahlendem Weiß auf ohne irgendwelche Farbakzente. In Portugal zur EM 2004 wurden die Ärmel des Trikots zu Deutschlandfahnen, und zur WM 2006 im eigenen Land wurden geschwungene Linien in Schwarz-Rot-Gold auf dem Trikot angebracht.
Die Ausrüstung der Nationalmannschaft wird traditionell von der Firma adidas gestellt. Ein Mitarbeiter der Firma – in früheren Jahren der Firmengründer Adolf Dassler – gehört bei großen Turnieren zum Betreuerstab der Mannschaft, bei der WM 2006 war das der frühere Bundesligaprofi Manfred Drexler. In der Vergangenheit kam es auch öfter zu Problemen mit einzelnen Spielern, wie beispielsweise Günter Netzer, wenn diese in ihren Vereinen oder durch Privatverträge Schuhe anderer Hersteller trugen. Der DFB konnte sich in diesen Fällen aber immer durchsetzen, so dass die Nationalmannschaft „einheitlich“ antrat.
Die drei Sterne auf dem Trikot stehen für die drei gewonnenen Weltmeisterschaften 1954, 1974 und 1990.
Bei den Spielen von 1912 in Stockholm trat Deutschland gegen Österreich, Russland und Ungarn an. Während gegen Russland mit 16:0 der höchste Sieg der Länderspielgeschichte gelang, Gottfried Fuchs schoss allein zehn Tore, gab es gegen die beiden k.-u.-k.-Länder Niederlagen. Mit 1:5 wurde das Spiel gegen den Nachbarn Österreich und mit 1:3 das Spiel gegen Ungarn verloren.
1916 fanden kriegsbedingt keine Olympischen Spiele statt. Nach dem Ersten Weltkrieg war Deutschland erst wieder 1928 zugelassen. In Amsterdam konnte zunächst der Nachbar aus der Schweiz mit 4:0 besiegt werden, ehe gegen den späteren Olympiasieger aus Uruguay mit einem 1:4 für die deutsche Mannschaft die Spiele beendet waren.
Nachdem Fußball 1932 nicht im Programm stand, startete der WM-Dritte 1936 mit einem 9:0 gegen Luxemburg in das Turnier, musste dann aber nach einem 0:2 gegen Norwegen die Hoffnungen auf den Olympiasieg begraben. Nach diesem Spiel wurde Reichstrainer Nerz von Sepp Herberger abgelöst.
1948 war Deutschland zunächst nicht zugelassen und ab 1952 nahmen nicht mehr die A-Nationalmannschaften der westlichen Länder teil, sondern entweder Amateurauswahlen oder ab den 80er Jahren U23-Mannschaften, so 1972 eine Mannschaft, in der der spätere Weltmeister Uli Hoeneß und der spätere Erfolgstrainer Ottmar Hitzfeld standen, 1984 eine Mannschaft mit unter anderen den späteren Weltmeistern Andreas Brehme und Guido Buchwald und 1988 eine Mannschaft in der unter anderen der spätere Weltmeister und ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann sowie Thomas Häßler mitwirkten. Die besten Platzierungen waren dabei der dritte Platz in Tokio 1964 (durch die für Deutschland startende Auswahl der DDR) und in Seoul 1988. Da es in den Ländern des Ostblocks offiziell keine Profimannschaften gab, nahmen aus diesen Ländern weiterhin die A-Nationalmannschaften oder mit diesen weitgehend identische Mannschaften teil. Die DDR-Auswahl belegte so 1972 den dritten Platz (gemeinsam mit der UdSSR, nachdem das Spiel um den dritten Platz mit 2:2 nach Verlängerung endete), 1976 den ersten Platz und 1980 den zweiten Platz. Nach 1988 konnte sich keine deutsche Mannschaft mehr für das Olympische Fußballturnier qualifizieren.
Die Deutsche Nationalmannschaft ist nach Brasilien (fünf Titel) und Italien (vier WM-Titel) die erfolgreichste Fußballnationalmannschaft der Welt. Bereits siebenmal stand sie im Endspiel einer Fußball-Weltmeisterschaft. Dreimal (1954, 1974 und 1990) konnte die deutsche Mannschaft den Weltmeistertitel gewinnen, viermal (1966, 1982, 1986, 2002) ging sie als Vize-Weltmeister vom Platz. Hinzu kommen drei dritte Plätze bei den WM-Endrunden 1934, 1970 und 2006. Mit Ausnahme der Turniere 1930 und 1950 hat das DFB-Team an allen Weltmeisterschaften teilgenommen, wobei sie sich 1950 aufgrund des Zweiten Weltkriegs nicht qualifizieren durfte. 1930 reichten die finanziellen Mittel nicht aus, um die Reise zum Turnier nach Uruguay anzutreten. Zusammen mit Brasilien hat sie mit 92 Spielen die meisten WM-Spiele bestritten. Bei der WM 1974 nahm auch die Auswahl des DDR-Verbandes DFV teil.
| Jahr | Gastgeberland | Teilnahme bis... | Gegner | Ergebnis | Bemerkungen und Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|
| 1930 | Uruguay | keine Teilnahme | --- | --- | zu hoher Aufwand für Reise nach Südamerika (Weltwirtschaftskrise) |
| 1934 | Italien | Spiel um Platz 3 | Österreich | 3. Platz | im Halbfinale gegen die Tschechoslowakei ausgeschieden |
| 1938 | Frankreich | Achtelfinale | Schweiz | --- | „Großdeutsche“ Mannschaft nach „Anschluss“ Österreichs, K.-o.-System (nur ein Gegner) |
| 1950 | Brasilien | keine Teilnahme | --- | --- | neu gegründeter DFB ist noch kein FIFA-Mitglied |
| 1954 | Schweiz | Finale | Ungarn | 1. Platz | „Wunder von Bern“ |
| 1958 | Schweden | Spiel um Platz 3 | Frankreich | 4. Platz | „Schlacht von Göteborg“ im Halbfinale gegen Schweden |
| 1962 | Chile | Viertelfinale | Jugoslawien | --- | Herbergers letzte WM als Trainer |
| 1966 | England | Finale | England | 2. Platz | „Wembley-Tor“ |
| 1970 | Mexiko | Spiel um Platz 3 | Uruguay | 3. Platz | „Jahrhundertspiel“ im Halbfinale gegen Italien |
| 1974 | Deutschland | Finale | Niederlande | 1. Platz | Begegnung mit der DDR-Auswahl und das „Sparwasser-Tor“; „Nacht von Malente“; „Wasserschlacht von Frankfurt“ |
| 1978 | Argentinien | Zwischenrunde | u. a. Österreich | --- | „Schmach von Córdoba“ |
| 1982 | Spanien | Finale | Italien | 2. Platz | „Nichtangriffspakt von Gijón“; „Nacht von Sevilla“ |
| 1986 | Mexiko | Finale | Argentinien | 2. Platz | „Suppenkasper-Affäre“ |
| 1990 | Italien | Finale | Argentinien | 1. Platz | Triumph des „Kaisers“ |
| 1994 | USA | Viertelfinale | Bulgarien | --- | „Stinkefinger-Affäre“ (Stefan Effenberg) |
| 1998 | Frankreich | Viertelfinale | Kroatien | --- | Revanche für Kroatien |
| 2002 | Südkorea/Japan | Finale | Brasilien | 2. Platz | erstes WM-Spiel gegen Brasilien |
| 2006 | Deutschland | Spiel um Platz 3 | Portugal | 3. Platz | im Halbfinale gegen Italien ausgeschieden (0:2 n.V.) |
Statistik (Angaben inkl. 2006: 18 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet)
Bei ihrem ersten Auftritt bei einer Weltmeisterschaft 1934, die komplett im K.-o.-System durchgeführt wurde, erreichte die deutsche Mannschaft das Halbfinale. Beim 5:2 gegen Belgien gelang Edmund Conen der erste Hattrick der WM-Geschichte. Im Viertelfinale gewannen die Deutschen 2:1 gegen Schweden. Begünstigt durch mehrere Fehler des deutschen Torwarts Willibald Kreß, setzte sich die Tschechoslowakei im Halbfinale mit 3:1 gegen die deutsche Mannschaft durch, die durch ein 3:2 gegen Österreich WM-Dritter wurde.
Bei der WM 1938 schied die DFB-Elf bereits im Achtelfinale gegen die Nachbarn aus der Schweiz aus. Reichte es im ersten Spiel noch zu einem 1:1 nach Verlängerung, musste sich die deutsche Mannschaft fünf Tage später im Wiederholungsspiel – Elfmeterschießen waren damals noch nicht erdacht – mit 2:4 geschlagen geben, was das schlechteste Abschneiden bei einer WM bedeutete.
Horst_Eckel.JPG Nachdem die Nationalmannschaft der neuen Bundesrepublik Deutschland 1950 noch von der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien ausgeschlossen gewesen war, folgte der erste große Höhepunkt 1954. Es war das sogenannte Wunder von Bern, der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz durch einen 3:2-Sieg im Finale gegen die favorisierten Ungarn. Die Nationalmannschaft bekam dadurch auch gesellschaftlich einen hohen Stellenwert in „Westdeutschland”, da das Land, welches noch unter den Folgen des Zweiten Weltkrieges litt, neues Lebens- und Selbstwertgefühl bekam. In Deutschland wurden die Helden von Bern zu Legenden: Spieler wie Toni Turek (Tor), Fritz Walter oder Helmut Rahn sind heute noch in guter Erinnerung. Bei der WM 1954 in der Schweiz wurde die bundesdeutsche Mannschaft mit den Spielern Toni Turek, Jupp Posipal, Werner Kohlmeyer, Horst Eckel, Werner Liebrich, Karl Mai, Helmut Rahn, Max Morlock, Ottmar Walter, Fritz Walter, Hans Schäfer Fußball-Weltmeister.
1962 in Chile schied das Team bereits im Viertelfinale durch ein 1:0 gegen Jugoslawien aus.
Bei der Fußball-WM 1966 in England gelang der Mannschaft der Bundesrepublik Deutschland erneut der Einzug ins Finale. Jedoch verlor sie gegen England durch das legendäre Wembley-Tor mit 4:2 nach Verlängerung.
Der deutschen Mannschaft gelang zunächst durch einen 5:0-Sieg gegen die Schweiz ein idealer Start in das Turnier. Dabei brillierte vor allem das 20-jährige Mittelfeld-Talent Franz Beckenbauer, der sich ebenso wie Italien-Legionär Helmut Haller mit zwei Toren neben Held in die Torschützenliste eintragen konnte.
Das zweite Gruppenspiel des DFB-Teams gegen Argentinien endete 0:0. Dieses Spiel war durch wenige Torchancen, dafür aber durch eine Vielzahl von Fouls gekennzeichnet. Beim 2:1-Sieg gegen Spanien im letzten Vorrundenspiel der deutschen Mannschaft gelang Lothar Emmerich ein schier unmögliches Tor. Der Linksaußen vollbrachte das Kunststück, nahezu von der Torauslinie den Ball am spanischen Torhüter Iribar vorbei unters Lattenkreuz ins lange Eck zu schießen.
Durch einen 4:0-Viertelfinalsieg gegen Uruguay und ein 2:1 im Halbfinale gegen die Sowjetunion gelang der bundesdeutschen Mannschaft zum zweiten Mal nach 1954 der Einzug in ein Endspiel der Fußballweltmeisterschaft.
Schon das Viertelfinalspiel gegen England wurde zu einem ganz außergewöhnlichen Spiel. In der Neuauflage des Endspiels von 1966 führten die Engländer bis zur 69. Minute 2:0 und es sah alles danach aus, als wäre nun für die deutsche Mannschaft Endstation bei dieser WM. Aber die deutsche Elf gab nicht auf und erreichte in der regulären Spielzeit den 2:2-Ausgleich, wobei Uwe Seeler ein kurioses Tor mit dem Hinterkopf gelang. In der Verlängerung erzielte dann Gerd Müller das entscheidende Tor und die Engländer wurden doch noch mit 3:2 bezwungen. Im Halbfinale gab es eine 3:4-Niederlage in einem an Dramatik kaum zu überbietenden Spiel gegen Italien, dem sogenannten Jahrhundertspiel. Die Italiener gingen 1:0 in Führung und es sah lange danach aus, als würden sie diesen Vorsprung über die Zeit retten können. In der Schlussminute erzielte jedoch Karl-Heinz Schnellinger mit seinem einzigen Länderspieltor für Deutschland das 1:1 und erzwang damit die Verlängerung. In dieser fielen dann noch fünf Tore. Nach dieser Niederlage erreichte die Mannschaft von Bundestrainer Helmut Schön durch einen 1:0-Sieg gegen Uruguay den dritten Platz. Torschützenkönig des Turnieres wurde mit 10 Treffern Gerd Müller.
Mit dabei in dieser Weltmeister-Mannschaft waren neben Anderen: Franz Beckenbauer, der von 1984 - 1990 als Teamchef verantwortlicher Betreuer der Nationalmannschaft wurde, und Berti Vogts (Bundestrainer 1990-1998).
Bundestrainer Helmut Schön setzte während des Turniers 18 Spieler ein:
Sepp Maier im Tor, Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Horst-Dieter Höttges, Georg Schwarzenbeck und Berti Vogts in der Abwehr; Rainer Bonhof, Bernhard Cullmann, Heinz Flohe, Ulrich Hoeneß, Günter Netzer, Wolfgang Overath sowie Herbert Wimmer im Mittelfeld und Jürgen Grabowski, Dieter Herzog, Jupp Heynckes, Bernd Hölzenbein und Gerd Müller im Sturm.
Ebenfalls zur Geschichte der Nationalmannschaft gehört die sogenannte Schmach von Córdoba. Sie bezeichnet ein Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien gegen Österreich. Der amtierende Fußballweltmeister Deutschland unterlag in Córdoba völlig überraschend der österreichischen Nationalmannschaft mit 2:3 und schied vorzeitig aus.
Die bundesdeutsche Mannschaft stand nach zwei Unentschieden gegen Italien und die Niederlande vor dem Österreich-Spiel mit 2:2 Punkten auf Platz 3 in der Vierergruppe. Der Gruppensieger würde in das WM-Finale einziehen, der Gruppenzweite um den dritten Platz der WM spielen. Italien und die Niederlande (je 3:1 Punkte) mussten unentschieden spielen, damit Bundesdeutschland mit einem (deutlichen) Sieg gegen Österreich überhaupt noch eine Chance auf den Gruppensieg gehabt hätte. Da die Niederländer aber Italien mit 2:1 schlugen, hatte die DFB-Elf keine Chance mehr auf das WM-Finale. Es wurde im Österreich-Spiel somit nicht der Weltmeistertitel, sondern die Chance auf Platz 3 verspielt. Helmut Schön trat nach der WM wie lange zuvor angekündigt von seinem Posten als Bundestrainer zurück.
Deutschland galt zu Beginn des Turnieres als amtierender Europameister gemeinsam mit Titelverteidiger Argentinien und mit Rekordweltmeister Brasilien als Favorit der Weltmeisterschaft 1982. Die Mannschaft blieb seit dem Amtsantritt von Jupp Derwall nach der WM 1978 23 Spiele in Folge ungeschlagen und unterlag danach vor der WM in Spanien nur gegen Argentinien und Brasilien. Das Team konnte dieser Favoritenrolle aber zunächst nicht gerecht werden und verlor sein Auftaktmatch gegen Algerien sensationell mit 1:2. Der Sieg der spielstarken Algerier war dabei keineswegs unverdient, wenn ihnen auch entgegenkam, dass die Deutschen sie stark unterschätzt hatten. Zuvor hatte es erst einen Sieg eines afrikanischen Teams bei Fußballweltmeisterschaften gegeben (1978 Tunesien gegen Mexiko).
Ein fester Begriff in der Fußballgeschichte der Nationalmannschaft ist der Nichtangriffspakt von Gijón. Er benennt das Gerücht eines abgekarteten Spiels zwischen den Fußballnationalmannschaften aus der Bundesrepublik Deutschland und Österreich im abschließenden Gruppenspiel der Vorrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 1982.
Dieses Spiel wurde zum Skandal, weil beiden Mannschaften ein knapper Sieg Deutschlands genügte, um in die Zwischenrunde zu kommen. Nachdem das Endergebnis zwischen Chile und Algerien bereits vor dem Spiel feststand, war ein solches Ergebnis praktisch programmiert. Dementsprechend lief das Spiel in Gijón dann auch ab. Nach dem 1:0 für Deutschland durch Horst Hrubesch in der 11. Minute begnügten sich beide Mannschaften damit, den Ball im Mittelfeld hin und her zu spielen, ohne dem Gegner dabei bedrohlich nahe zu kommen.
Dennoch konnte sich die deutsche Elf ins Halbfinale bringen. Dort wartete mit Frankreich und seinem Glanzmittelfeld Giresse, Tigana und Platini ein schwerer Kontrahent. Auch die Zuschauer waren im Stadion in Sevilla eindeutig auf fran- zösischer Seite. Doch die Deutschen begannen dass Spiel schnell und führten schon in der 18. Spiel- minute durch Pierre Littbarski. Die Franzosen glichen schnell mit einem Elfmeter von Platini aus der 26. Minute aus. Die zweite Hälfte wurde bissiger geführt und erlangte traurige Berühmtheit, als der deutsche Nationaltorhüter "Toni" Schumacher der auf sein Tor zulaufenden Battiston aus vollem Lauf mit der Hüfte erwischt. Der Franzose wurde bewusstlos, verlor außerdem drei Zähne und brach sich den Halswirbel. Schumacher, der netterweise Jahre später zu Battistons Hochzeit eingeladen wur- de, nährte damit das anwachsende Bild des hässlichen Deutschen.
In der Verlängerung lassen sich die Franzosen jedoch nicht beeinflussen und schießen zwei Tore. Niemand glaubt mehr an die Deutschen. Auch nicht, als der ein- gewechselte Rummenigge vom FC. Bayern den 2:3- Anschlusstreffer macht. Doch kurz vor Schluss zerstört Klaus Fischer mit seinem unnachahmlichen Fallrückzieher die französischen Träume von dem Finale. Stattdessen gibt es die Nervenprobe Elfmeterschießen (zum ersten mal während einer WM). Für Frankreich legen Giresse und Amaros vor, Deutschland gleicht durch Kaltz und Breitner aus. Als Rocheteau Schumacher keine Chanze lässt, kann Stielike dem Druck nichtmehr standhalten und verschießt. Doch dann zeigt Schumacher, dass er auch ein guter Torwart ist und pariert den Elfmeter von Six. Danach gleicht Littbarski zum 6:6 aus. Platini, der Kopf der französischen Mannschaft, macht das 7:6 für die Blauen. Doch Rummenigge gleicht kaltschnäutzig aus. Dann lief Maxime Bossis, das Abwehrass der Franzosen, an und scheitert an Schumacher, ehe der Hamburger Horst Hrubesch mit dem 8:7 die Entscheidung gelingt.
Im Finale in Madrid muss Deutschland sich gegen Italien bewähren, die zuvor den Favoriten Brasilien mit 3:2 und Polen im Halbfinale mit 2:0 abgefertigt haben (al- le fünf Tore wurden vom späteren Torschützenkönig Paolo Rossi erzielt). Die Staatsoberhäupter beider Länder, Kohl und Pertini, sowie das spanische Königs- paar beobachten in der ersten Hälte eine deutsche Elf, die nichts gegenüber den defensiv eingestellten Italiener um ihren 40jährigen Torwart Dino Zoff zu bieten hat. Als in Cabrini in der 24. Minute einen von Briegel verursachten Elfmeter an Schumacher nicht vorbeibringt, reagieren die Deutschen zu gelassen. Dies zahlt sich in Halbzeit zwei aus, als Gentile für Torjäger Rossi auflegt und dieser das 1:0 erzielt. In einem darauffolgenden Schlagabtausch behält Italien die Oberhand kann durch einen Rückpass von Rossi auf Tardelli in der 69. Minute nachlegen. jetzt zeigt sich, dass die Deutschen zu ideenlos sind und neun Minuten vor Schluss macht Alto- belli mit dem 3:0 den dritten Weltmeistertitel für Italien perfekt. Daran ändert auch Paul Breitners 1:3- Anschlusstreffer nicht mehr viel. Die clevere Mannschaft hatte am Ende gewonnen.
Bei der WM 1986 in Mexiko wurde die Mannschaft der Bundesrepublik unter der Führung von Teamchef Franz Beckenbauer erneut Vizeweltmeister und das Argentinische Team durch einen 3:2-Sieg gegen die deutsche Elf zum zweiten Mal Weltmeister.
Vier Jahre später bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien stand die deutsche Elf zum dritten Male hintereinander im WM-Finale. Erneut hieß der Endspielgegner Argentinien. Mit einem knappen, aber hochverdienten 1:0-Sieg (Tor Brehme durch Foulelfmeter) war der dritte und vorerst letzte WM-Titel perfekt. Franz Beckenbauer ragt in der Geschichte des DFB und der Nationalmannschaft seitdem besonders heraus, weil es dem "Kaiser" gelang, in Doppelfunktion Weltmeister zu werden: als Kapitän 1974 und als Trainer 1990.
Als amtierender Europameister trat Deutschland bei der WM 1998 in Frankreich an. In der Gruppe mit Jugoslawien, der USA und Iran wurde Deutschland Gruppenerster: Nach dem 2:0 gegen die USA folgten ein 2:2 nach 0:2-Rückstand gegen Jugoslawien und ein 2:0 gegen den Iran. Das zweite Spiel wurde von Ausschreitungen deutscher Hooligans in Lens überschattet, bei denen der französische Polizist Daniel Nivel lebensgefährlich verletzt wurde. Ein Ausschluss Deutschlands vom Turnier stand zur Debatte. Nach einem hart erkämpften 2:1 gegen Mexiko traf Deutschland im Viertelfinale wie bereits bei der vorhergegangenen Europameisterschaft auf Kroatien. Nach einem Platzverweis gegen Christian Wörns verloren die Deutschen 0:3 – die höchste Endrunden-Niederlage seit dem 3:6 gegen Frankreich bei der WM 1958. Kurz nach der Weltmeisterschaft trat Bundestrainer Berti Vogts von seinem Posten zurück, nachdem die Nationalmannschaft in zwei Testspielen wieder nicht überzeugen konnte. Sein Nachfolger Erich Ribbeck war der einzige Bundestrainer, der keine Mannschaft bei einer WM betreute.
Der deutschen Mannschaft gelang bei der WM 2002 der Einzug ins Endspiel, in dem erstmals die beiden Nationalmannschaften mit den meisten WM-Spielen und den meisten Finalteilnahmen, Brasilien und Deutschland, aufeinandertrafen. Die Erwartungen, die das 8:0 im Auftaktspiel gegen Saudi-Arabien auslöste, konnten die Deutschen lediglich durch die Ergebnisse erfüllen. Diesem höchsten Sieg einer deutschen Mannschaft bei einer Weltmeisterschaft folgten ein hart umkämpftes 1:1 gegen Irland und ein 2:0 Kamerun. Deutschland zog mit drei 1:0-Siegen gegen die Paraguay, USA und Südkorea ins Finale ein. Dank des überragenden Oliver Kahn, der mit der Lev-Yashin-Trophäe für den besten Torhüter, dem Adidas Golden Ball für den besten Spieler des Turniers, gelangen drei 1:0-Siege und damit der siebte Einzug ins Finale gegen Brasilien. Ohne den gelbgesperrten Michael Ballack, der im Viertel- und Halbfinale den Siegtreffer geschossen hatte, machte die deutsche Mannschaft im Finale ihr bestes Spiel in der K.-o.-Runde. Erst in der 67. Minute nutzte Ronaldo einen Fehler von Oliver Kahn zum 1:0. Ein weiteres Ronaldo-Tor in der 79. Minute entschied das Spiel.
Die bundesdeutsche Fußballnationalmannschaft konnte sich seit 1972 für alle Europameisterschaftsendrunden qualifizieren. Bei den ersten Turnieren war man an einer Teilnahme nicht interessiert (1960, 1964), da Bundestrainer Sepp Herberger sich durch die EM beim Aufbau für die WM gestört fühlte.
| Jahr | Gastgeberland | Teilnahme bis... | Gegner | Ergebnis | Bemerkungen und Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|
| 1960 | Frankreich | keine Teilnahme | --- | --- | offizielle Bezeichnung: Europa-Nationenpokal |
| 1964 | Spanien | keine Teilnahme | --- | --- | offizielle Bezeichnung: Europa-Nationenpokal |
| 1968 | Italien | nicht qualifiziert | Jugoslawien und Albanien (in der Qualifikation) | --- | „Schmach von Tirana (0:0)“ |
| 1972 | Belgien | Finale | Sowjetunion | 1. Platz | |
| 1976 | Jugoslawien | Finale | Tschechoslowakei | 2. Platz | „Nacht von Belgrad“ |
| 1980 | Italien | Finale | Belgien | 1. Platz | --- |
| 1984 | Frankreich | Vorrunde | Portugal, Rumänien, Spanien | --- | --- |
| 1988 | Deutschland | Halbfinale | Niederlande | Halbfinalist | es gab kein Spiel um den dritten Platz |
| 1992 | Schweden | Finale | Dänemark | 2. Platz | --- |
| 1996 | England | Finale | Tschechien | 1. Platz | erstes Golden Goal der EM-Geschichte durch Oliver Bierhoff |
| 2000 | Belgien/Niederlande | Vorrunde | Rumänien, England, Portugal | --- | --- |
| 2004 | Portugal | Vorrunde | Niederlande, Lettland, Tschechien | --- | --- |
1999 sah man sich dann im Zuge der Bewerbung für die WM 2006 „gezwungen“, als Europameister des Jahres 1996 doch an dem in Mexiko stattfindenden Turnier teilzunehmen. Die von Erich Ribbeck betreute Mannschaft nahm aber ohne große Vorbereitung die Strapazen auf sich und musste gleich im ersten Spiel gegen Brasilien eine herbe 0:4-Niederlage einstecken. Das zweite Spiel gegen den Ozeanienmeister Neuseeland wurde zwar 2:0 gewonnen, das dritte Spiel gegen die USA aber mit 0:2 verloren, womit Deutschland erstmals seit 1984 bei einem Turnier in der Vorrunde ausschied.
Für das Turnier 2003 war man als Vizeweltmeister ebenfalls qualifiziert, verzichtete aber erneut auf die Teilnahme. Weil die WM-Ausrichtung schon in trockenenen Tüchern war, konnte man sich einen Verzicht wieder leisten.
Da der Confed-Cup in den Jahren vor der Weltmeisterschaft zum Testturnier für die Weltmeisterschaft umgemünzt wurde, war Deutschland 2005 verpflichtet, dieses Turnier auszurichten. Um die Stimmung im Hinblick auf die WM zu verbessern, bot Bundestrainer Jürgen Klinsmann – im Gegensatz zu den späteren Finalisten Argentinien und Brasilien – die seinerzeit nach seiner Meinung besten deutschen Spieler auf. Allerdings hatte Klinsmann die knapp ein Jahr zuvor von Rudi Völler übernommene Mannschaft verjüngt und ihr ein neues, sehr offensives Konzept gegeben. Dies führte dann gegen Australien zu einem wahren Torefestival, an dessen Ende ein 4:3-Sieg für die deutsche Mannschaft stand. Gegen Tunesien gelang es dann sogar beim 3:0, „hinten dicht zu halten“. Gegen die spielstarken, aber nicht in Bestbesetzung angetretenen Argentinier reichte es – im Übrigen ohne Kapitän Michael Ballack – „nur“ zu einem 2:2, was trotzdem den Gruppensieg einbrachte.
Da Brasilien in der anderen Gruppe überraschend gegen Mexiko verloren hatte, kam es im Halbfinale zur Revanche für das WM-Finale von 2002. Die individuelle Klasse der Brasilianer, insbesondere des bei Inter Mailand tätigen Adriano, der zwei Treffer zum 3:2-Sieg der Brasilianer beisteuerte, verhinderte erneut einen Sieg gegen den Rekordweltmeister. So reichte es nur für das „kleine Finale“, in dem die Mexikaner, die ihr Halbfinale erst im Elfmeterschießen gegen Argentinien verloren hatten, der Gegner waren. Erneut kam es zu einem „Tag der offenen Tür“, bei dem die deutsche Mannschaft nach 120 Minuten mit 4:3 die Nase vorn hatte.
Jürgen Klinsmann (Confed-Cup 2005).JPG
Siehe auch: Fußballbundestrainer
Gemeinsam spielten:
Gezählt wurden nur Spiele in denen der Spieler zu Beginn des Spiels Kapitän war. (Stand: 08. Juli 2006)
Erst 68 Jahre später brach Jens Lehmann diese Rekordmarke. Der Torwart des FC Arsenal spielte beim 1:1 in Bosnien-Herzegowina, beim 3:0 gegen Belgien, beim 7:0 gegen Malta, beim 3:1 gegen Österreich, beim 2:0 im Iran sowie beim 3:0 gegen Kamerun jeweils zu Null. In Bosnien sowie gegen Österreich spielte Lehmann nur eine Halbzeit, die Gegentore fielen nicht gegen ihn. Insgesamt blieb Lehmann von August 2002 bis Februar 2005 ohne Länderspiel-Gegentreffer. Erst nach 530 Spielminuten überwand ihn der Argentinier Juan Pablo Sorin.
Lehmanns Konkurrent Oliver Kahn stellte die bisher viertlängste Serie eines Torwarts ohne Länderspiel-Gegentor bei der Weltmeisterschaft 2002 unter Wettbewerbsbedingungen auf. Der Keeper des FC Bayern München spielte im Gruppenspiel gegen Kamerun, im Achtelfinale gegen Paraguay, im Viertelfinale gegen die USA und im Halbfinale gegen Südkorea zu Null. Im Endspiel beendete der brasilianische Stürmer Ronaldo Kahns Serie nach insgesamt 427 Spielminuten.
Auf 433 Minuten kommt Hans Tilkowski, der 1966 gegen Rumänien, Jugoslawien, die Schweiz und Argentinien zu Null spielte. Sepp Maier übertraf zwei Mal die 400-Minuten-Marke. 1966/67 blieb der Bayern-Torwart bei den ersten vier Länderspielen seiner Karriere (gegen Irland, die Türkei, Norwegen und Belgien) ohne Gegentor, insgesamt 423 Minuten lang. Zwölf Jahre später verpasste er seine Bestleistung um 16 Minuten.
Torhüter mit den meisten Länderspielen für die deutsche Mannschaft:
Da für die Förderung des (vereins)eigenen Nachwuchses meist ein größerer Aufwand betrieben werden muss und die Integration junger Spieler sich negativ auf den sportlichen Verlauf einer Saison auswirken kann, werden seither gerne kostengünstige, fertig ausgebildete Spieler, oft aus Osteuropa oder Afrika, verpflichtet. Als Begründung für dieses Handeln wird wirtschaftlicher Druck genannt. Dies wird mit der Begründung kritisiert, ein solches Vorgehen sei auch in ökonomischen Kategorien zu kurzfristig. Für Nachwuchstalente in Deutschland wird es hierdurch schwerer, sich zu entwickeln und zu etablieren. Auch mit der Integration von in Deutschland geborenen oder aufgewachsenen Söhnen von Migranteneltern tat man sich seitens des DFB lange Jahre schwer. Es ist jedoch bemerkenswert, dass diese Arbeit gerade von den kleinsten Vereinen geleistet wird.
Im Gegensatz zu anderen europäischen Verbänden, wie beispielsweise deren von Frankreich, England oder den Niederlanden, integriert der DFB Fußballer mit nicht-deutschem Hintergrund deutlich langsamer. Noch spielen viele Profis der zweiten oder gar dritten Generation ausländischer Immigranten für das Land ihrer Vorfahren.
Seit Anfang April 2006 ist Matthias Sammer Sportdirektor beim DFB. Eine seiner Aufgaben ist es, neue Konzepte für den Jugendfußball zu entwickeln, um die Tendenz nach unten aufzuhalten und umzukehren. Aber auch die Qualifikation der U21-Mannschaft für die Europameisterschaft, aus der schon viele Spieler, unter anderen Lukas Podolski und David Odonkor, den Sprung in die A-Nationalmannschaft geschafft haben, lässt die Fans der Nationalmannschaft optimistischer in die Zukunft sehen.
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