Die Deutsche Bank AG ist das größte deutsche Kreditinstitut. Sie hat ihren Sitz in Frankfurt am Main und ist als Universalbank tätig. Wichtige Niederlassungen sind in London und New York City.
Zur Großbank entwickelte sie sich unter anderem durch Übernahmen und Fusionen (1914-1929, 1957) in Deutschland und ab 1989 durch die Übernahme anglo-amerikanischer Banken.
Im Januar 2002 beschloss die Deutsche Bank eine Änderung ihrer Führungsstruktur. Der Vorstand, bis dahin traditionell elfköpfig, konzentriert sich seitdem auf Strategie und Kontrolle, während das neue, offiziell unter dem Vorstand angesiedelte Gremium, das Group Executive Committee (GEC), im operativen Geschäft entscheidet. Dem GEC gehören neben dem Vorstand die Konzernbereichsleiter an, womit insbesondere die für das Investmentbanking und das internationale Geschäft verantwortlichen Londoner Deutschbanker erheblich an Einfluss gewonnen haben. Dies passt zu der schon unter Hilmar Kopper erdachten Strategie, das Unternehmen von einer deutschen Filialbank zum Global Player umzubauen.
Am 1. Februar 2006 brach die Bank mit der Tradition des Vorstandssprechers und ernannte Josef Ackermann im Rahmen seiner Vertragsverlängerung zum Vorstandsvorsitzenden. Begründung war, dass man sich den allgemeinen Gepflogenheiten anpassen wollte.
| Group Executive Committee (Stand 14.05.2006) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Vorstand | Konzernbereichsleiter | ||||
| Name | Mitglied seit | Aufgaben | Name | Seit | Aufgaben |
| Josef Ackermann | 1996 | Vorsitzender Vorstand & GEC | Michael Cohrs | 2002 | Head of Global Banking |
| Hugo Bänziger | 2006 | Chief Risk Officer | Jürgen Fitschen | 2002 | Head of Regional Management |
| Tessen von Heydebreck | 1994 | Chief Administrative Officer | Anshu Jain | 2003 | Head of Global Markets |
| Anthony Di Iorio | 2006 | Chief Financial Officer | Rainer Neske | 2003 | Head of Private & Business Clients |
| Hermann-Josef Lamberti | 1999 | Chief Operating Officer | Kevin Parker | 2002 | Head of Asset Management |
| Pierre de Weck | 2002 | Head of Private Wealth Management | |||
Zu den größten Industrie-Projekten der ersten Jahrzehnte zählten die Finanzierung der Northern Pacific Railroad (USA 1883) und die Anatolische Eisenbahn ("Bagdadbahn", 1888). Es wurden aber auch schon Anleihen des Stahlkonzerns Krupp 1879 finanziert, die Chemiefirma Bayer 1885 an der Berliner Börse eingeführt und Aktienpakete der BASF 1886 übernommen. Außerdem finanzierte das Institut 1887 die Gründung der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft (AEG), der Mannesmann-Röhrenwerke (1890) sowie die Umwandlung der Siemens-Schuckert-Werke in eine Aktiengesellschaft.
In der Weimarer Republik expandierte die Deutsche Bank weiter durch Fusionen, Übernahmen oder Aktientausch mit vielen Regionalbanken, so
1929 erfolgte schließlich die Megafusion mit dem großen Rivalen, der Disconto-Gesellschaft, zur "Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft", mit 289 Niederlassungen. In der neuen Bank gingen außerdem die Norddeutsche Bank aus Hamburg, der A. Schaaffhausen'sche Bankverein aus Köln, die Rheinische Creditbank aus Mannheim sowie die Süddeutsche Disconto-Gesellschaft aus Mannheim auf.
Infolge der Besetzung Europas durch das nationalsozialistische Regime expandierte auch die Deutsche Bank und übernahm u. a. 1938 zuerst im Sudetenland, später auch in Böhmen und Mähren, die Böhmische Union-Bank sowie in Österreich bis 1942 komplett die Creditanstalt-Bankverein in Wien. Insbesondere die späteren Geschäfte der Böhmischen Union-Bank waren geprägt durch den Kauf arisierter (d. h. letztendlich enteigneter) Unternehmungen in Osteuropa und den Verkauf vor allem an die Reichswerke Hermann Göring oder an das Wirtschaftsimperium der SS. Auch die Deutsche Bank verdiente am Handel mit dem Gold ermordeter Juden sowie an der Finanzierung von Unternehmen, die in Auschwitz auf der Baustelle Bunawerk der IG Farben oder für die dortige SS tätig waren.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von den US-Amerikanern erwogen, die Vorstandsmitglieder der Deutschen Bank in Nürnberg als Kriegsverbrecher anzuklagen (siehe Gedruckte Quellen), was jedoch nicht geschah. In der Ostzone (SBZ) wurden alle Großbanken enteignet und in den Westzonen - insbesondere auf Initiative der USA - wegen ihrer großen Macht und ihrer maßgeblichen Beteiligung an der Enteignung von Juden ("Arisierung") dezentralisiert.
Dadurch war die Deutsche Bank ab dem 1. April 1948 mit zehn kleineren Regionalbanken tätig.
Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurde 1990 das Filialnetz der Staatsbank der DDR übernommen. 1993 erreichte das Filialnetz der Deutschen Bank seine größte Dichte. Seitdem wurde die Anzahl der Filialen in Deutschland nach und nach reduziert.
Seit den 1980er Jahren expandiert die Deutsche Bank vor allem außerhalb der Bundesrepublik Deutschland. 1989 erfolgte die Übernahme der britischen Investmentbank Morgan Grenfell in London, die 1990er wurden geprägt von Bankgründungen und Übernahmen in Ost- und Südeuropa. 1998 wurde zum Preis von 16,5 Milliarden DM die US-amerikanische Investmentbank Bankers Trust in New York City übernommen.
Mitte, bzw. Ende der 1990er Jahre wurde das Massengeschäft mit den Privatkunden unattraktiv für die Bank, weil weniger ertragbringend als das Investmentbanking, die Firmenkunden und die vermögenden Privatkunden. Deswegen wurde es über die Bank 24 AG in die Nachfolgerin Deutsche Bank 24 ausgelagert, ist heute aber mit der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG wieder enger an den Konzern gebunden.
Seit 2001 wird die Aktie der Deutschen Bank auch an der New York Stock Exchange gehandelt. Im gleichen Jahr führte die Deutsche Bank ihr Hypothekenbankgeschäft mit dem der Dresdner Bank und der Commerzbank in der Eurohypo AG zusammen. Im Jahr 2005 hat die Deutsche Bank ihren Anteil an der gemeinsamen Gesellschaft an die Commerzbank verkauft.
Auch wenn durch die Internationalisierung im Jahr 2005 eine exzellente Eigenkapitalrendite vor Steuern von 25% erzielt wurde, bleibt Kritik nicht aus. Denn der Heimatmarkt der Deutschen Bank droht zunehmend aus dem Blickfeld zu geraten, was während der Heuschrecken-Debatte die Forderung aufkommen ließ, "Deutsche" aus dem Firmennamen zu streichen. Hintergrund dafür mag auch sein, dass der Konzern zwischen 1995 und 2004 gut 50% seiner inländischen Mitarbeiter abgebaut hat und dieser Prozess anscheinend noch nicht abgeschlossen ist.
Für Aufsehen sorgte die Bank zuletzt Mitte Dezember 2005, als sie für den in finanzielle Schieflage geratenen Immobilienfonds Grundbesitz-Invest ihrer Tochter DB Real Estate die Rücknahme aussetzte. Dies war in der rund 40 jährigen Geschichte der deutschen Immobilienfonds ein einmaliger Vorgang, da bisher in ähnlichen Fällen stets seitens des Mutterkonzerns für die notwendige Liquidität gesorgt wurde. Erst Wochen später wurden nach einer Abwertung des Fonds von 2,7% den neuen Anlegern eine freiwillige Wertausgleichszahlung verbucht.
Außerdem begleitet die Deutsche Bank ihre Internationalisierung mit einem für viele Deutsche unverständlichen zunehmenden Einsatz der englischen Sprache und von Anglizismen auch in Deutschland, so zum Beispiel in der Konzernstruktur, der Produktpalette, in der internen und sogar in der Kunden-Kommunikation.
| Vorstandssprecher, seit 01.02.2006 Vorstandsvorsitzende | Aufsichtsratsvorsitzende | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Nr. | Name | Vorstands- mitglied | Sprecher/ Vorsitzender | Name | Aufsichtsrats- vorsitzender |
| 1. | Georg von Siemens | 1870-1900 | 1870-1900 | Victor von Magnus* | 1870-1871 |
| 2. | Rudolf von Koch | 1878-1909 | 1901-1909 | Adelbert Delbrück* | 1871-1889 |
| 3. | Arthur von Gwinner | 1894-1919 | 1910-1919 | Adolf vom Rath | 1889-1907 |
| 4. | Paul Mankiewitz | 1898-1923 | 1919-1923 | Wilhelm Herz | 1907-1914 |
| 5. | Oscar Wassermann | 1912-1933 | 1923-1933 | Rudolf von Koch | 1914-1923 |
| 6. | Georg Solmssen | 1929-1934 | 1933 | Max Steinthal | 1923-1932 |
| 7. | Eduard Mosler | 1929-1939 | 1934-1939 | Arthur Salomonsohn | 1929-1930 |
| 8. | Karl Kimmich | 1933-1942 | 1940-1942 | Franz Urbig | 1930-1942 |
| 9. | Oswald Rösler | 1933-1945 | 1943-1945 | Oscar Schlitter | 1933-1939 |
| 10. | Hermann Josef Abs | 1938-45, 1957-67 | 1957-1967 | Karl Kimmich | 1942-1945 |
| 11. | Karl Klasen | 1952-1969 | 1967-1969 | Oswald Rösler | 1957-1960 |
| 12. | Franz Heinrich Ulrich | 1957-1976 | 1967-1976 | Erich Bechtolf | 1960-1967 |
| 13. | F. Wilhelm Christians | 1965-1988 | 1976-1988 | Hermann Josef Abs | 1967-1976 |
| 14. | Wilfried Guth | 1968-1985 | 1976-1985 | Franz Heinrich Ulrich | 1976-1984 |
| 15. | Alfred Herrhausen | 1970-1989 | 1985-1989 | Hans L. Merkle | 1984-1985 |
| 16. | Hilmar Kopper | 1977-1997 | 1989-1997 | Wilfried Guth | 1985-1990 |
| 17. | Rolf-E. Breuer | 1985-2002 | 1997-2002 | F. Wilhelm Christians | 1990-1997 |
| 18. | Josef Ackermann** | Seit 1996 | Seit 2002 | Hilmar Kopper | 1997-2002 |
| 19. | Rolf-E. Breuer | 2002-2006 | |||
| 20. | Clemens Börsig | Seit 2006 |
Deutsche Bank | Gegründet 1870
Deutsche Bank | Deutsche Bank | Deutsche Bank | Deutsche Bank | ドイツ銀行 | Deutsche Bank | Deutsche Bank | Deutsche Bank | Дойче Банк | Deutsche Bank | Deutsche Bank | 德意志银行
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