Als Deutsch-Dänischer Krieg wird die militärische Auseinandersetzung um Schleswig-Holstein zwischen dem Deutschen Bund und dem Königreich Dänemark vom 16. Januar bis 30. Oktober 1864 bezeichnet.
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Die Einmischung ausländischer Mächte vermied Bismarck, indem er - gegen den lautstarken Protest der Nationalen - zunächst strikt auf Einhaltung des Londoner Protokolls beharrte und alle weitergehenden Schritte ablehnte. Dabei kam ihm zugute, dass er dieses Protokoll schon aus seinen Tagen als Gesandter beim Bundestag kannte. (Das Protokoll war so kompliziert, dass es nach Lord Palmerston, einem der Mitverfasser, nur drei Menschen gegeben haben soll, die es verstanden haben. Einer davon sei verstorben, der andere sei darüber wahnsinnig geworden und er, der dritte, habe alles vergessen. Es scheint, Bismarck war der vierte.)
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Österreichische und preußische Truppen unter Generalfeldmarschall Friedrich Graf von Wrangel überschritten nach Ablauf eines Ultimatums am 1. Februar 1864 die Eider. In zwei Kolonnen erfolgte der Vormarsch in Richtung Schleswig und Flensburg. Zunächst gelang es den Preußen nicht, den Übergang über die Schlei bei Missunde zu erzwingen. Nach dem erfolgreichen Übersetzen bei Arnis kam es zur kampflosen Räumung der Festungsanlagen des Dannewerks durch die Dänen, denen die Umfassung drohte. Die Verfolgung der Dänen wurde nach dem Gefecht bei Oeversee eingestellt; sie zogen sich in Richtung der Insel Alsen zurück. Die Österreicher unter von Gablentz marschierten weiter nordwärts, während die Preußen ostwärts auf Sonderburg vorrückten. Dort kam es am 18. April 1864 zur entscheidenden Schlacht bei den Düppeler Schanzen, einer Festungsanlage direkt oberhalb von Sonderburg an der Flensburger Förde und am Alsensund gelegen. Der Erstürmung der Schanzen ging eine mehrwöchige Belagerung durch die preußischen Truppen voran, bei der die modernsten Belagerungsgeschütze der Zeit eingesetzt wurden. - Diese Schlacht ging für Dänemark verloren, sie ist bis heute Gegenstand nationalen Gedenkens in Dänemark (u. a. jährliche Feierstunde am 18. April auf der Anhöhe der Düppeler Schanzen). Die österreichischen Truppen belagerten zur selben Zeit die Festung Fredericia, die schließlich von den dänischen Verteidigern aufgegeben wurde. Ein weiterer Vorstoß preußischer Truppen erreichte wenig später sogar die Nordspitze Jütlands, womit ein großer Teil dänischen Staatsgebietes von den Angreifern besetzt war. Am 9. Mai ereignete sich noch ein Seegefecht vor Helgoland, das mit einem taktischen dänischen Sieg endete, aber am 12. Mai trat ein Waffenstillstand in Kraft und im Oktober endete der Krieg mit dem Frieden von Wien. Zunächst übernahmen die beiden Siegermächte die Besetzung und Verwaltung gemeinsam (sog. Kondominium). Schließlich erhielt Preußen im Vertrag von Gastein vom 14. August 1865 das Herzogtum Lauenburg und Schleswig, Österreich das dazwischen liegende Holstein. Das gespannte Verhältnis beider Staaten verschlechterte sich in der folgenden Zeit, bis es schließlich 1866 zum Deutschen Krieg kam.
Durch den deutsch-dänischen Krieg verkleinerte sich der dänische Herrschaftsbereich, da Schleswig und Holstein danach nicht mehr von Kopenhagen regiert wurden, zum zweiten Male im 19. Jahrhundert, nachdem bereits 1814 Norwegen an Schweden verloren gegangen war. Ein nördlicher Teil Schleswigs, das sog. Nordschleswig (dänisch: Sønderjylland), wurde nach Ende des Ersten Weltkrieges gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrages im Jahre 1920 an Dänemark abgetreten, nachdem eine Volksabstimmung in der nördlichen der beiden Zonen eine Gesamtmehrheit für Dänemark ergeben hatte, die südliche jedoch für Deutschland votierte. Seitdem ist die südliche Grenze der Abstimmungszone I als deutsch-dänische Grenze unverändert geblieben.
Der Deutsch-Dänische Krieg zeigte, wie auch der zeitgleich stattfindende Bürgerkrieg in Nordamerika, einige neue Elemente moderner Kriege, so z.B. der Stellungskrieg an der Eider mit Schützengräben (großer Unterschied zum bisherigen Krieg auf offenem Feld) sowie der Eisenbahntransport preußischer Truppen (z.B. aus Berlin, was als Fußmarsch Wochen oder gar Monate gedauert hätte). Er war außerdem maßgeblich für die Entstehung des deutschen Nationalstaats (1871).
Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte spielten Krupp-Geschütze eine entscheidende Rolle. Glaubt man der Darstellung der Gedenkstätte, so diente dieser Krieg auch und gerade dem "Test" der neuen Technologien. Krupp-Hinterlader-Kanonen mit gezogenen Läufen und Dreyse-Hinterlader-Gewehren. Dieser Test wurde, aus deutscher Sicht, erfolgreich absolviert: Krupp-Kanonen waren in der Lage, über die Flensburger Förde hinweg Zerstörungen der dänischen Schanzen anzurichten. Nach erfolgreichem Test fand diese neue Technik ihren Einsatz im Krieg von 1870/71 gegen Frankreich vor Paris.
Deutsch-Dänischer Krieg | 1864 | Krupp
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