Die Detonationswelle bezeichnet die durch eine Detonation (u.U. aber auch bei einer Deflagration) entstandene Stoßwelle innerhalb des gasförmigen, flüssigen oder festen umgebenden Mediums (ferner auch innerhalb des Sprengstoffes selbst), die sich vom Detonationsursprung ausgehend nach allen Seiten ausbreitet.
Der Impuls wird von der einen Schicht zur nächsten Schicht durch die Stoßverdichtung weitergegeben, die einen Dichtesprung (auch: Front der Detonationswelle, Stoßfront) herbeiführt, der sich mit Überschallgeschwindigkeit ausbreitet. Geschieht dies innerhalb des Sprengmaterials, so führt dieser Stoß zur Zündung des von der Stoßfront getroffenen Materials, so dass die Stoßfront zugleich die Flammfront darstellt (Detonation). Bei einer Deflagration entsteht im Sprengmaterial zwar keine Stoßwelle; ist die Schallgeschwindigkeit des umgebenden Mediums jedoch deutlich geringer als die Geschwindigkeit, mit der sich die Explosionsprodukte ausdehnen, kann auch hier eine Detonationswelle entstehen.
Die Detonationswelle wird durch eine räumliche und zeitliche Änderung des Druckes, der Dichte und der Geschwindigkeit der Front sowie der Moleküle des Mediums an den verschiedenen Punkten des Raumes oder durch die Verteilung dieser Größen im Raum zu fixierten Zeitpunkten gekennzeichnet. Beim Druck muss zwischen dem Überdruck infolge des Verdichtungsstoßes und dem durch die Teilchenbewegung bewirkten dynamischen Druck unterschieden werden. Im einfachsten Fall einer radialsymmetrischen Explosion sind sowohl der statische und dynamische Druck als auch die Laufzeit eine Funktion des Abstandes vom Ursprung (Abb. 1). In diesem Fall fällt der Druck streng monoton mit dem Abstand, während die Laufzeit ebenfalls streng monoton zunimmt. Beide Druck-Arten sind wesentliche Parameter, da sie auch den wichtigsten Einfluss der Sprengung auf das Sprenggut (Zertrümmern und Auseinandertreiben) ausüben.
Mit der Verringerung des maximalen Druckes wird auch die mechanische Wirkung der Detonationswelle schwächer. In großen Entfernungen verwandelt sich die Detonationswelle in eine Schallwelle oder in eine elastische Welle in einem festen Mittel, die sich mit einer konstanten, für das gegebene Mittel charakteristischen Geschwindigkeit ausbreitet.
Mach effect sequence.png Ein wesentlich komplexeres Problem ist das Verhalten der Druckwelle unter Reflexion. Eine Explosion in der Nähe einer ebenen harten Fläche (z.B. Erdboden bei einer Luftexplosion, Abb. 2) führt zu einer Verstärkung der Druckwelle, die für unterschiedliche Abstände (Detonationshöhen) von der reflektierenden Fläche bei verschiedenen Druckwerten maximal wird. Das für Stoßwellen typische nichtlineare Verhalten bei Reflexionen wurde in den 1950er Jahren von den USA und der Sowjetunion in oberirdischen Kernwaffenversuchen ausführlich untersucht.
Ein Teil der zugrunde liegenden Formeln sind unter Formelsammlung Kernwaffenexplosion zu finden.
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