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In der Linguistik ist die Derivation (lateinisch, deutsch auch die Ableitung) ein Mittel der Wortbildung. Neue Lexeme werden mit Hilfe von lexikalischen Morphemen (Grundmorphemen) und Affixen (grammatische Morpheme) gebildet.

Beispiele:

  1. Frei-heit
  2. mach-bar
  3. be-greifen
  4. un-be-greif-lich (abgeleitete Wörter (begreiflich) können auch selbst wieder abgeleitet werden)

Viele Suffixe legen die Wortart (bei Substantiven auch das Genus) fest. So sind zum Beispiel Ableitungen auf -bar oder -sam immer Adjektive und solche auf -keit immer feminine Substantive. Einige Suffixe verbinden sich nur mit Grundmorphemen, die bestimmte Eigenschaften aufweisen. Das Suffix -ung beispielsweise bindet sich nur an Verbstämme (Les-ung zu lesen, Muster-ung zu mustern, Betracht-ung zu betrachten). Das Verb zu Zeitung existiert heute nicht mehr.

Als Derivation bezeichnet man den Prozess der Bildung. Das Ergebnis nennt man Derivat.

Einige Forscher zählen auch Teile der Konversion zur Derivation, andere rechnen Präfixbildungen (be-schreiben, aus-sprechen) nicht dazu. Unterschiede zur Flexion sind, dass bei der Derivation

  1. ein neues Wort (Lexem) und nicht nur eine neue Wortform entsteht: brauch-bar (Adjektiv) versus brauch-t (Verb, 3. Person Singular Präsens)
  2. die Wortart sich ändern kann
  3. nie alle theoretisch möglichen Grundmorpheme erfasst werden: es gibt keine *Rauschung zu rauschen, keine *Schwimmung zu schwimmen.

Zusammen mit der Komposition (Zusammensetzung) ist die Derivation das wichtigste Wortbildungsmittel der deutschen Sprache.

Linguistische Morphologie

Derivation (linguistics) | Afleiding | Avleiing

 

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