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Der weiße Hai (engl. Jaws:Kiefer“) ist der Name eines Romans von Peter Benchley und eines daraus entstandenen US-amerikanischen Films von 1975, der unter der Regie von Steven Spielberg gedreht wurde. Zusammen mit dem zwei Jahre später erschienenen Krieg der Sterne läutete er die Ära des Blockbuster-Kinos in Hollywood ein und gilt bis heute als einer der besten Thriller. Der Film schildert die mörderischen Attacken eines gigantischen Hais, der einen beliebten Badestrand terrorisiert. Drei Männer jagen das Tier auf hoher See.

Handlung


Nach der tödlichen Attacke eines weißen Hais auf eine junge Schwimmerin drängt Polizeichef Martin Brody auf eine Schließung der Strände von Amity (NY). Er stößt jedoch bei der Stadtverwaltung auf taube Ohren, weil der Bürgermeister befürchtet, ein menschenfressender Hai könnte dem Tourismus schaden. Erst nachdem zwei weitere Menschen dem Hai zum Opfer fallen und auch Brodys jüngster Sohn den Kiefern des Hais nur knapp entrinnt, beschließt der Polizeichef, den Hai gemeinsam mit dem Meeresbiologen Hooper und dem Haifänger Quint zur Strecke zu bringen.

Trotz Brodys Abneigung gegen Wasser, Quints Abneigung gegen Hooper und Hoopers Abneigung gegen Haijagd gelingt es den Dreien, den Hai aufzuspüren, der das Boot dann scheinbar gezielt aufs Meer lockt und immer wieder angreift. Nachdem Hooper in einem zu Wasser gelassenen Haikäfig die Flucht antreten musste, wird Quint Opfer des Hais. Brody gelingt es, den Hai zu töten, indem er eine Sauerstoffflasche zur Explosion bringt, die er dem Angreifer zuvor zwischen die Zähne geschoben hatte.

Bewertung und Hintergründe


Die Darstellung des Carcharodon carcharias ist in diesem Film absolut unrealistisch. Der Hai wird als blutrünstiges und rachsüchtiges Tier gezeigt. Der Film fördert eher die unbegründete Angst der Menschen vor den Haien. Der Eindruck des Films ist, ungeachtet des kommerziellen Erfolges, zwiespältig. Der Hai selbst, vom Disney Trickexperten Robert Mattay konstruiert, ist recht künstlich und wirkt besonders in der Schlussszene unnatürlich (abgesehen davon dass ein Knorpelfisch ohne Schwimmblase nicht minutenlang an der Luft atmen könnte, wenn er nicht vorher vom eigenen Gewicht erdrückt wird). Ein Angebot der Toho Company Japan (Godzilla) mit Miniaturmodellen zu arbeiten wurde abgelehnt.

Der künstliche Hai sollte im Film zunächst öfter zu sehen sein, aber der mechanische Hai erwies sich als störanfällig und war praktisch die ganze Zeit funktionsunfähig. Unterstützt von der suggestiven Musik von John Williams, konnte der Regisseur mit dieser Erzählstrategie das Bedrohungsgefühl sogar noch steigern. Erst im Finale des Films ist der Hai minutenlang zu sehen.

Gerade die Enge an Bord gibt Spielberg Gelegenheit, seine drei Akteure ihre Gefechte austragen zu lassen, hier klingt Tragik und Komik an. Genauso tragisch war allerdings die allgemeine Jagd, die nach dem Film auf weiße Haie begann und fast zu deren Ausrottung führte, vollkommen abgesehen vom sinnlosen Dahinmetzeln vieler für den Menschen vollkommen ungefährlicher Arten. '' Der weiße Hai'' gilt als einer der Klassiker sowohl des Horror- als auch des Actionfilms; er ist auch im Kontext der Rache der Natur-Welle der 1970er zu sehen, deren andere Werke er jedoch schon technisch weit überragt. Für die Filmmusik bekam John Williams 1976 einen Oscar.

Während der Nacht erzählen sich die Männer Geschichten, und Quint berichtet vom Erlebnis, das ihn zum Haifänger machte. Er war nämlich auf der USS Indianapolis, die die Atombombe für Hiroshima von den USA in den Pazifik brachte. Auf dem Rückweg torpedierte ein japanisches Uboot das Schiff, und viele der Überlebenden wurden von Haien getötet.

Spielberg bot Lee Marvin die Rolle des Haifängers Quint an, doch der lehnte ab.

Erfolg


Die Produktionskosten betrugen sieben Millionen US-Dollar, weltweit hat der Film 470 Millionen Dollar eingespielt und war damit bis Episode IV - Eine neue Hoffnung der kommerziell erfolgreichste Film.

Fortsetzungen


Der große Erfolg führte zu mehreren Fortsetzungen, die allerdings weder in qualitativer noch kommerzieller Hinsicht an den Erfolg des ersten Filmes anknüpfen konnten:

Gemischtes


  • Der Hai wurde am Set Bruce genannt. Dies war der Name von Spielbergs Anwalt. Brodys Filmhund ist der echte Hund von Steven Spielberg.
  • Amity heißt in Wirklichkeit Edgartown und liegt im US-Bundesstaat Massachusetts.
  • Eine ähnliche Geschichte wie im Film hat sich 1916 in New Jersey zugetragen.
  • Die Universal Studios in Florida verfügen seit 1990 über eine von Steven Spielberg konzipierte Attraktion mit dem Namen "Amity Boat Tours". Hierbei "erkundet" der Besucher in einem Boot die Küstenstadt Amity und wird dabei mehrmals von dem Weißen Hai "attackiert". Drei Jahre nach ihrer Eröffnung wurde die Fahrt technisch und dramaturgisch überarbeitet.

Medien


DVD

  • Der weiße Hai. Special Edition. Universal Pictures 2004

Soundtrack

  • John Williams: Jaws. Music from the Original Motion Picture Soundtrack. MCA Records, Universal City o.J., Nr. MCD01660
  • John Williams: Jaws. The Original Motion Picture Score. Varèse Sarabande Film Classics. Vollständige Neueinspielung des Royal Scottish National Orchestras unter der Leitung von Joel McNeely. Varèse Sarabande, Studio City 2000, Varèse Sarabande 302 066 078 2

Literatur

  • Peter Benchley: Der weiße Hai. Roman (Originaltitel: Jaws). Deutsch von Egon Strohm. Ullstein, Berlin, Frankfurt am Main und Wien 1993, ISBN 3-550-08597-4

Weblinks

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