Der letzte Tango in Paris (Ultimo tango a Parigi) ist ein Film von Bernardo Bertolucci (Buch und Regie) aus dem Jahr 1972. Die Hauptrollen spielten Marlon Brando, Maria Schneider und Jean-Pierre Léaud.
Wegen seines erotischen Inhalts war der Film lange Zeit umstritten, in Portugal und Neuseeland sogar zeitweise verboten.
Die italienischen und französischen Tochterunternehmen der United Artists - Les Productions Artistes Associés und Produzioni Europee Associati - produzierten diesen Kinofilm.
Handlung
Der Film behandelt die heftige sexuelle Affäre zwischen dem Amerikaner Paul und der jungen Pariserin Jeanne , die sich zufällig in einer Pariser Wohnung über den Weg laufen.
Der fünfundvierzig Jahre alte Paul, Erbe eines heruntergekommenen Hotels, verschweigt von Anfang an alle Angaben zu seinem Leben, das durch den gerade erfolgten Suizid seiner Frau, die zudem fremdging, schwer gezeichnet ist. Er verbietet auch der zwanzigjährigen Jeanne, die in Kürze ihren Freund, den Filmregisseur Tom, heiraten möchte, jegliche Aussage zu ihrer Person. Jeanne ihrerseits fühlt sich durch Toms Fixierung, über sie eine Dokumentation zu drehen, „
vergewaltigt“ und stimmt der Abmachung zu.
Während sich Jeanne im Verlauf des Films emotional immer mehr aus der Beziehung herauszieht, treten bei Paul nun diese Gefühle zu Tage. Den Höhepunkt bildet die mit einem Heiratsantrag gepaarte Offenlegung seiner Identität auf der Straße, abseits der geschützten Anonymität der Wohnung. Nachdem Jeanne den Antrag ablehnt, verfolgt er sie bis in ihre Wohnung und wird dort von ihr erschossen. Sie redet sich daraufhin ein, den Mann nie gekannt zu haben.
Der Film ist geprägt durch die Darstellung der sexuellen Handlungen der beiden Hauptdarsteller, die die Entwicklung ihrer emotionalen Beziehung widerspiegeln.
Kritiken
Der Film gilt als einer der umstrittensten und bekanntesten Filme der
1970er Jahre. Er wurde u.a. als
düster und
faszinierend bezeichnet.
- Lexikon des internationalen Films: In Paris sucht ein alternder Amerikaner nach dem Selbstmord seiner Frau in einem rein sexuellen Verhältnis mit einer jungen Frau aus seiner bisherigen Existenz auszubrechen. Stilistisch brillant, aber in der Wahl drastischer Ausdrucksmittel sehr fragwürdig; auch die Klischees männlicher Selbstherrlichkeit und weiblicher Unterwürfigkeit wecken Widerspruch.
Auszeichnungen
Marlon Brando und Bernardo Bertolucci wurden für den
Academy Award nominiert. Brando gewann den
National Society of Film Critics Award der
USA und den
New York Film Critics Circle Award; Bertolucci wurde für den
Golden Globe Award nominiert und gewann den
Filmpreis der Italienischen Vereinigung der Filmjournalisten (
Sindacato Nazionale Giornalisti Cinematografici Italiani). Maria Schneider gewann den Filmpreis
Premi David di Donatello.
Der Film wurde außerdem im Jahr 1974 mit der Goldenen Leinwand ausgezeichnet.
Weblinks
Filmtitel | Italienischer Film | Französischer Film | Paris | Filmtitel 1972
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