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Der dritte Mann ist ein Roman von Graham Greene, der erstmals 1950 veröffentlicht wurde. Er entstand aus der Zusammenarbeit mit Carol Reed und Alexander Korda an dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1949.

Entstehung


Wie Greene im Vorwort zu seinem Roman Der dritte Mann schreibt, wurde er „nicht geschrieben, um gelesen zu werden, sondern um gesehen zu werden“. Alexander Korda fragte bei Greene an, ob er für Carol Reed nach dem gemeinsamen Kleines Herz in Not ein Drehbuch schreiben könne, und Greene hatte im Moment nur einen ersten Absatz anzubieten, den er Jahre zuvor auf einem Briefumschlag notiert hatte: "Vor einer Woche hatte ich Abschied von Harry genommen, als sein Sarg in die im Februarfrost erstarrte Erde hinabgelassen wurde. Ich traute also meinen Augen nicht, als ich ihn in London im Menschengewühl des „Strand“ ohne ein Zeichen des Wiedererkennens an mir vorübereilen sah." Korda akzeptierte die Idee, bat lediglich um die Verlegung ins Wien der Nachkriegszeit unter der Regierung der vier Siegermächte.

Greenes Arbeitsweise verlangte es, dass ein Stoff erst einmal als Erzählung ausgearbeitet werden musste, bevor er ein Drehbuch daraus fertigen konnte. Auf dieser Grundlage erstellte er dann gemeinsam und ausschließlich mit Carol Reed das Filmdrehbuch. Greene: "„Der dritte Mann“ jedoch sollte nie mehr sein als das Rohmaterial zu einem Film. Dem Leser werden zahlreiche Abweichungen der Geschichte vom Film auffallen, er darf aber nicht glauben, dass diese Umwandlungen einem widerstrebenden Autor aufgezwungen wurden; sie können genausogut von diesem Autor selbst vorgeschlagen worden sein. Und der Film ist tatsächlich besser als die ursprüngliche Erzählung, weil er in diesem besonderen Fall die endgültige Fassung der Erzählung darstellt."

Der Roman


Der Westernautor Rollo Martins wird von seinem Freund Harry Lime nach Wien eingeladen. Als Martins ankommt, erfährt er, dass Lime bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sei. Er beginnt mit eigenen Recherchen (die vom Ich-Erzähler, dem ermittelnden Kriminalbeamten Calloway verfolgt werden), wobei ihm bald auffällt, dass fast alle am Unfall Beteiligten Bekannte von Harry Lime waren. Lediglich ein Anwohner hat vom Geschehen etwas mitbekommen, berichtet arglos von einem „dritten Mann“, einem der Polizei nicht bekannten weiteren Beteiligten an dem Unfall, und wird daraufhin ermordet.

Bei seinen Nachforschungen trifft Martins auch mit "Anna Schmidt" zusammen, Limes Lebensgefährtin, die sich als Schauspielerin durchschlägt. Martins verliebt sich in sie, doch sie hängt weiterhin an Harry. Da sie in Wirklichkeit aus Ungarn (im Film: Tschechoslowakei) kommt, und mit gefälschten Papieren in Wien lebt, ist die sowjetische Besatzungsmacht hinter ihr her. Im Roman versucht die sowjetische Militärpolizei sogar, Anna in ihre Zone zu entführen (wie Greene selbst schreibt: im damaligen Wien ein durchaus nicht seltener Vorgang). Diese Szene wurde für den Film aber fallen gelassen, da Reed Angst hatte, er könnte als Propagandafilm missverstanden werden.

Als Martins nachts verfolgt wird, muss er feststellen, dass sein Verfolger der tot geglaubte Harry Lime ist. Calloway weiht ihn daraufhin in die Verbrechen ein, die Lime zur Last gelegt werden: Handel mit gestohlenem Penicillin, das zur Erhöhung der Gewinnspanne gestreckt und damit nicht nur unbrauchbar, sondern zum Beispiel zu Missbildungen bei Kindern führt - ein Besuch in einer Kinderklinik mit solchen Fällen verfehlt bei Martins nicht seinen Zweck.

Martins stellt sich der Polizei als Lockvogel zur Verfügung, um seinen Freund aus dem russisch besetzten Teil Wiens, wo er sich üblicherweise aufhält, in die Zonen der Westmächte zu locken. Eine Verabredung in einem Kaffeehaus folgt, sowie eine Verfolgungsjagd durch das weitverzweigte (und alle vier Sektoren Wiens umfassende) Kanalsystem, bei der Lime angeschossen und, gefangen in einem Ausstiegsschacht, von Martins erschossen wird.

Für den Film wurden lediglich einige Szenen leicht anders gefasst, die Geschichte blieb im Grundsatz unverändert. Der "alberne Vorname" (Greene) Rollo wurde für den Film durch das amerikanischere Holly ersetzt, sowie auch bei einigen Nebenfiguren Details an die Schauspieler angepasst wurden.

Weblinks


Literarisches Werk | Literatur (20. Jh.) | Literatur (Englisch)

The Third Man | El tercer hombre | Kolmas mies | Il terzo uomo (film) | 第三の男 | The Third Man | The Third Man | Den tredje mannen

 

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