Der Standard ist eine österreichische überregionale Tageszeitung, die in Wien verlegt wird und (wegen niedrigerer Abgaben in Niederösterreich) in Tulln erscheint. Die Zeitung wurde 1988 von Oscar Bronner als Wirtschaftszeitung gegründet. Oscar Bronner ist bis heute Herausgeber und – gemeinsam mit Gerfried Sperl, der die Geschäfte der Chefredaktion führt – nominell auch Chefredakteur. Der Standard versteht sich als liberale und unabhängige Tageszeitung und ist Genossenschafter der Austria Presse Agentur.
Obwohl der Standard grundsätzlich überregional ausgerichtet ist, war in der Vergangenheit eine starke Fokussierung auf Wien nicht zu leugnen, die sich durch eigene Redaktionen in den Bundesländern (derzeit in der Steiermark, Oberösterreich und Kärnten) und Regionalteile aber immer mehr abschwächt. Von ausländischen Medien wird der Standard gerne als Zitierquelle verwendet, wenn eine österreichische Pressestimme gefragt ist. Unter den österreichischen Qualitätszeitungen gehört der Standard zu den bestverkauften.
Die Zeitung ist dem Ehrenkodex der österreichischen Presse verpflichtet. Die allgemeine Blattlinie ist als sozialliberal zu beschreiben, dieser Linie neigen auch die meisten regelmäßigen Kolumnisten der Zeitung zu, dazu kommen Gastkommentare aus den verschiedensten politischen Richtungen. Als Teilnehmer des „Project Syndicate“ veröffentlicht der Standard auch regelmäßig Kommentare von weltweit bekannten Persönlichkeiten, die im Rahmen dieses Projekts weltweit verteilt werden.
Der Standard wird von der Standard Verlagsgesellschaft m. b. H. verlegt. An der Gesellschaft beteiligt sind der Süddeutsche Verlag, der 49 % der Unternehmensanteile hält, und der Herausgeber Oscar Bronner mit 51 % der Anteile. Der Süddeutsche Verlag stieg im Dezember 1998 in die Gesellschaft ein. Davor war zwischen 1988 und April 1995 der Axel Springer Verlag 50 %-Teilhaber der Verlagsgesellschaft.
Laut Österreichischer Media-Analyse 2004 hat der Standard in Österreich 366.000 Leser. Dies entspricht einer Reichweite von 5,4 %. Bei Akademikern liegt der Standard mit einer Reichweite von 19,7 % an der Spitze. Die Zeitung wird auch als vollständiges, kostenpflichtiges e-paper veröffentlicht (Der Standard digital).
Der Standard betreibt mit derStandard.at seit Anfang Februar 1995 ein eigenes Onlineportal. Nach eigenen Angaben war dies der erste Web-Auftritt einer deutschsprachigen Zeitung. Die Redaktionen vom Print- und Online-Standard sind getrennt, die Zusammenarbeit jedoch sehr eng. Außerdem ist derStandard.at als eigenes Subunternehmen ausgegliedert und finanziert sich teilweise selbst durch Werbung im Online-Angebot. Im August 2005 hatte derStandard.at nach der Österreichischen Webanalyse eine Reichweite von 980.000 Benutzern und ist damit eines der größten und umfangreichsten Webportale Österreichs. Zu online veröffentlichten Artikeln können registrierte Nutzer einen kurzen Kommentar abgeben und so ihre Meinung äußern. Kommentare wurden in den ersten Jahren des Erscheinens nicht sofort online gestellt, sondern vorher von Mitarbeitern der Redaktion unter anderem auf strafrechtlich relevante Inhalte überprüft. Seit Mitte 2005 wird diese Aufgabe großteils von einem automatisierten System übernommen, was die schnelle Verfügbarkeit von Kommentaren wesentlich erleichtert.
Als kulturelles, hauptstädtisches Engagement organisiert bzw. sponsert das Blatt unter anderem seit 1998 jährlich den Viennale-Publikumspreis des Internationalen Wiener Filmfestivals Viennale.
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