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Michael Strogoff, der Kurier des Zaren ist der Titel eines Romans des französischen Schriftstellers Jules Verne. Das Buch erschien in Frankreich zum ersten Mal 1876 unter dem Titel Michel Strogoff in zwei Bänden; die erste deutsche Übersetzung erschien im gleichen Jahr. Das Buch wird unter Kritikern als eines der besten Werke von Jules Verne bezeichnet; es ist etwas anders geschrieben als die sonst sehr nüchternen techniklastigen Werke des Autors. Vielmehr zeichnet es sich durch einen lebendigen Stil und einen reportagehaft nüchternen Ton sowie eine anschauliche Landschaftsschilderung aus.

Handlung


Die Handlung spielt in Russland. Erzählt wird die Geschichte des Offiziers Michael Strogoff, der vom Zaren in Moskau den Befehl erhält, während einer Tatareninvasion in Sibirien eine Depesche nach Irkutsk zu bringen, um den Bruder des Zaren, der sich dort aufhält, vor dem Verräter Iwan Ogareff zu warnen. Iwan Ogareff will sich an dem Bruder des Zaren rächen, weil der ihn, als er noch Offizier war, persönlich degradierte. Nun hat sich Iwan Ogareff dem Heer der Tataren angeschlossen.

Wegen der Tatareninvasion kann Michael Strogoff nicht in offizieller Mission, sondern nur inkognito unter dem Namen Nikolaus Korpanoff reisen. Unterwegs lernt er die junge Nadja Fedor kennen, die auch nach Irkutsk unterwegs ist, um dort bei ihrem Vater, der dort in der Verbannung lebt, zu bleiben. Außerdem macht er die Bekanntschaft zweier Kriegsberichterstatter, des Briten Harry Blount und des Franzosen Alcide Jolivet, die ebenfalls nach Sibirien unterwegs sind um von der Tatareninvasion zu berichten.

Charaktere


Die männliche Figur des Michel Strogoff, Offizier bei der Elitetruppe der Kuriere des Zaren, ist geprägt durch "den Mut des echten Helden, den Mut ohne Zorn", Selbstvertrauen, Intelligenz, Entschlußkraft und eine eiserne Disziplin, mit der er seine Emotionalität kontrolliert. Es ist die Pointe des Romans, dass ihn seine Tränen als Ausdruck dieser Emotionalität schließlich retten.

Für Humor sorgen die Journalisten Harry Blount und Alcide Jolivet, die einander in "herzlicher Abneigung" zugetan sind und eher gegeneinander arbeiten, sich aber nach ihrer Gefangennahme durch die Tataren gegenseitig unterstützen und beschließen, fortan zusammenzuarbeiten. Alcide Jolivet ist stets gut gelaunt, Frauen gegenüber besonders höflich und macht gerne Witze, die schon mal auf Kosten von Harry Blount gehen. Harry Blount verkörpert eher den typischen Briten: vornehm, umständlich, fair und stets korrekt. Sie sind die Karikaturen eines Briten und eines Franzosen.

Für Spannung sorgen Michael Strogoff und sein Versuch, unerkannt über eine Distanz von 5.523 km durch die von den Tataren besetzten Gebiete zu reisen. Dabei muss er einen Peitschenhieb durch Iwan Ogareff aushalten, für den er sich später rächt. Um seinen Auftrag ausführen zu können, muss er diese Demütigung ertragen, später seine Mutter verleugnen, sich von den Tataren gefangennehmen lassen und eine Blendung ertragen.

Weitere Informationen


Das Buch wurde mehrfach verfilmt.
  • Der Kurier des Zaren (1971), mit John Philipp Law, Regie: Eriprando Visconti
  • Der Kurier des Zaren (1956), mit Curd Jürgens, Regie: Carmine Gallone
  • Michael Strogoff (1975) vierteilige Fernsehproduktion, mit Raimund Harmstorf, Regie: Jean-Pierre Decourt
  • Der Kurier des Zaren (1999) Deutschland/Italien, mit Hardy Krüger, jr, Regie: Fabrizio Costa

Literarisches Werk | Literatur (19. Jh.) | Literatur (Französisch) | Kinder- und Jugendbuch

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