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Der Familienfilm Der König der Löwen ist der 32. abendfüllende Zeichentrickfilm der Walt-Disney-Studios aus dem Jahre 1994. Er ist der bisher weltweit erfolgreichste klassische Zeichentrickfilm.

Über den Film


Die Handlung

Simbas Vater, Mufasa, ist der König der Löwen. Er regiert das Königreich mit Güte und Weisheit und lehrt Simba den „Kreis des Lebens“ und das alles miteinander im Gleichgewicht verbunden ist. Mufasas jüngerer Bruder Scar jedoch ist neidisch auf die Stellung seines Neffen als Erbe und plant deshalb, den Thron an sich zu reißen. Scar verbündet sich mit einigen hungernden Hyänen (Banzai, Shenzi, Ed) um zu versuchen, seinen Bruder vom Thron zu stürzen. In einem ersten Versuch, Simba zu töten, erzählt er ihm „versehentlich“ von einem Elefantenfriedhof, wohl wissend, dass er damit die Neugier des jungen Löwen weckt. Zusammen mit seiner Freundin Nala entkommt Simba ihrem Aufpasser Zazu und die beiden gelangen zum Elefantenfriedhof. Dort treffen sie allerdings auf Scars Hyänen und werden von ihnen verfolgt. In letzter Sekunde werden sie von Mufasa gerettet, der von Zazu informiert wurde. Mufasa ist über Simbas Verhalten sehr wütend und erklärt ihm, dass man nur mutig sein sollte wenn es nötig ist und man sich nicht unnötig in Gefahr begeben darf.

Beim nächsten Versuch verursachen auf Scars Anweisungen hin die Hyänen eine Gnu-Stampede in einer Schlucht, in die Simba vorher von Scar gelockt wurde. Mufasa rettet Simba, wird aber selbst mitgerissen. Mufasa schafft es jedoch mit einem gewaltigen Sprung sich an einem Felsvorsprung festzuklammern. Als er höher klettert steht Scar auf einmal über ihm. Mufasa fleht Scar um Hilfe an, als dieser plötzlich seine scharfen Krallen in Mufasas Pfoten rammt. Mit einem teuflischen Grinsen schleudert Scar Mufasa die Klippe herunter und verursacht dadurch seinen Tod. Scar redet Simba ein, dass er für den Tod seines Vaters verantwortlich ist und rät ihm, wegzurennen und nie wieder zurückzukommen. Als der verzweifelte Simba flüchtet, weist Scar die Hyänen an, ihn zu töten. Simba entkommt den Hyänen jedoch, ohne dass Scar etwas davon erfährt.

Erschöpft bricht Simba in der Wüste zusammen. Er wird von Timon und Pumbaa gerettet, die Simba ihre Philosophie Hakuna Matata („Keine Sorgen“) beibringen. Nachdem er in der Obhut der beiden aufgewachsen ist, trifft der erwachsene Simba seine Kindheitsfreundin Nala wieder, die Scars diktatorischer Herrschaft entkommen ist um Hilfe zu suchen. Sie bittet Simba zurückzukehren und seinen rechtmäßigen Platz als König einzunehmen, aber er weigert sich, da er mit seiner neuen Lebensphilosophie glücklich ist. Außerdem ist er immer noch von dem falschen Glauben traumatisiert, dass er für den Tod seines Vaters verantwortlich ist.

In dieser schwierigen Situation taucht Mufasas alter Freund Rafiki auf und zeigt Simba, dass Mufasa in ihm weiterlebt. Zudem erscheint Mufasa als Geist und rät Simba, in sich hineinzublicken und zu erkennen, dass er der rechtmäßige König ist. Daraufhin entscheidet sich Simba nach Hause zurückzukehren, gefolgt von seinen Freunden.

Als er dort ankommt, ist Simba entsetzt und erzürnt darüber, dass das einst lebendige und blühende Königreich unter Scars Herrschaft zu einem kargen Ödland verkommen ist. Mit der Unterstützung der Löwinnen, die von Nala zusammengetrommelt wurden, stellt er sich Scar. Dieser bleibt jedoch selbstbewusst angesichts der Hyänen, die ihn unterstützen, und bringt Simba dazu, die Verantwortung für Mufasas Tod zuzugeben, zum Entsetzen der anderen, vor allem seiner Mutter Sarabi. Während die Blitze eines aufgezogenen Gewitters das umliegende Land in Brand setzen, treibt Scar Simba auf eine Klippe zu, bis dieser wie Jahre zuvor Mufasa hilflos vor Scar über einem Abgrund hängt. Scar erinnert sich daran und rammt Simba seine Krallen in die Pfoten. Bevor Scar ihn hinunterstößt, flüstert er Simba noch die Wahrheit ins Ohr: dass er, Scar, Mufasa damals getötet hat. Von dieser plötzlichen Erkenntnis in Wut versetzt, schafft Simba es, sich zu befreien und den überraschten Scar auf den Boden zu werfen und festzuhalten. In dieser Lage zwingt Simba Scar dazu, allen Versammelten die Wahrheit mitzuteilen.

Daraufhin entbrennt ein Kampf zwischen den Löwen und Hyänen, während Scar versucht zu fliehen. Simba verfolgt ihn und stellt ihn auf einem Felsplateau. Scar versucht, den Hyänen die Schuld an allem zu geben, und bezeichnet sie als „Feinde“, was diese in der Nähe mithören. Simba sagt Scar mit den gleichen Worten, mit denen er damals vertrieben wurde, dass er das Land verlassen und nie wieder zurückkehren soll. Scar scheint darauf einzugehen, doch dann schleudert er Simba glühende Asche ins Gesicht. In dem darauffolgenden Kampf zwischen den beiden stürzt Scar schließlich vom Plateau herunter. Er überlebt den Sturz, wird jedoch bereits von den Hyänen erwartet, die sich für Scars Verrat rächen und ihn töten.

Simba wird schließlich zum König erklärt und führt das Land zurück zu Frieden und Reichtum. Zusammen mit Nala hat er Nachwuchs, der am Ende des Films den anderen Tieren präsentiert wird.

Charaktere

Bedeutung der Namen in Swahili in Klammern

Mufasa: König des Geweihten Landes, Vater von Simba und Gefährte von Sarabi. Ein weiser und gerechter Herrscher, der dem „Circle of Life“ folgt. Seine Herrschaft wird auf tragische Weise von seinem Bruder Scar beendet.

Nala („Geschenk“): Freundin und zukünftige Gefährtin von Simba. Laut Aussagen von Co-Regisseur Rob Minkoff ging man während der Produktion davon aus, dass entweder Scar oder Mufasa ihr Vater ist. Im Film wird dies aus verständlichen Gründen nicht näher erläutert, da Simba und Nala dadurch entweder Halb-Geschwister oder Cousin und Cousine wären, obwohl dies in echten Löwenrudeln durchaus normal ist.

Rafiki („Freund“): Ein Mandrill und weiser, alter Schamane, Simbas spiritueller Führer. Der Baum, in dem Rafiki wohnt, ist ein Baobab, auch Affenbrotbaum genannt. Im Musical ist Rafiki weiblich.

Sarabi („Illusion“): Simbas Mutter und Mufasas Gefährtin.

Sarafina: Nalas Mutter. Ihr Name wird im Film nicht erwähnt, taucht jedoch im Abspann auf.

Scar: Mufasas Bruder und Simbas Onkel. Als Bösewicht des Films versucht er König zu werden indem er Mufasa und Simba stürzt. Er schafft es, Mufasa zu töten, aber seine Gefolgsleute, die Hyänen, lassen Simba entkommen. Er regiert als Tyrann, der von niemanden herausgefordert wird, bis Simba Jahre später zurückkehrt und Anspruch auf den Thron erhebt. Laut einer nur in den USA erschienenen und von Disney in Auftrag gegebenen Buchreihe („The Lion King Six New Adventures“), die unter anderem Scars und Mufasas Jugend beleuchtet, ist sein richtiger Name „Taka“ (Swahili für „Schmutz“), bis er sich bei einem Unfall eine Narbe zuzieht (engl. „scar“).

Shenzi („grob“), Banzai („lauern“) und Ed: Drei Hyänen die Scar dabei helfen Mufasa zu ermorden und Simba ins Exil zu vertreiben, obwohl sie ihn eigentlich hätten töten sollen. Am Ende des Films töten sie Scar jedoch, nachdem er sie, von Simba bedrängt, als seine „Feinde“ bezeichnet. Obwohl Ed während des Films vorwiegend durch hysterisches Gelächter auffällt, kommt sein Sprecher, Jim Cummings, dennoch zu Wort. Er singt im Original die letzte Strophe von „Be Prepared“, da Jeremy Irons am Ende einer anstrengenden Aufnahmesitzung dazu nicht mehr in der Lage war.

Simba („Löwe“): Mufasas Sohn und zukünftiger Herrscher über das Königreich. Wird von seinem Onkel Scar ins Exil vertrieben.

Timon und Pumbaa („Einfaltspinsel“): Ein lustiges Duo, das für Comic Relief sorgt. Sie adoptieren Simba und ziehen ihn auf, wobei sie ihm ihre Philosophie Hakuna Matata beibringen. Timon könnte nach dem Hauptcharakter des Stücks Timon von Athen benannt sein, eine weitere Verbindung zu Shakespeare.

Zazu: Ein hochnäsiger Nashornvogel und Berater von König Mufasa.

Hintergründe zur Produktion

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Die Idee zu „Der König der Löwen“ kam 1989 auf, als es bei Disney erste Pläne gab, einen in Afrika spielenden Film über Löwen zu produzieren. Der Arbeitstitel lautete „King of the Jungle“, bis man merkte, dass Löwen im Dschungel überhaupt nicht heimisch sind. Da man mit dem Thema des Films Neuland betrat, war der kreative Schaffensprozess vor allem anfangs schwierig. Um ein besseres Gefühl für das Szenario zu bekommen, reisten sechs Mitglieder des Produktionsteams im November 1991 für zwei Wochen nach Kenia. Das Ergebnis waren unter anderem eine Vielzahl von Fotografien und Zeichnungen, die als Vorlage zur Gestaltung vieler Hintergrundbilder dienten. Die Eindrücke dieser Reise halfen außerdem, dem generellen Erscheinungsbild des Films eine Mischung aus Realismus und Stilisierung zu verpassen. Hier lernten die Teammitglieder von ihrem afrikanischen Führer auch den Spruch Hakuna Matata kennen, der dann im Film Verwendung fand. Bei der Gestaltung der tierischen Hauptdarsteller wurde großer Wert auf eine realistische Darstellung gelegt. In der Tradition von Bambi holte man lebende Tiere, vor allem Löwen, ins Studio, um deren Erscheinung und Bewegungsabläufe hautnah zu studieren. Die Zeichner besuchten zudem häufig Zoos und studierten die Anatomie der Tiere, um ein höchstmögliches Maß an Realismus zu erreichen.

Während der Produktion wurde „Der König der Löwen“ als zweitrangiges Projekt hinter Pocahontas angesehen, das zur selben Zeit produziert wurde. Viele der Mitarbeiter des Disney-Zeichentrickstudios arbeiteten lieber an Pocahontas, da sie dachten, dass dieser Film erfolgreicher und prestigeträchtiger sein würde. Bei der Vermarktung des Films bemerkte das Studio jedoch, dass der veröffentlichte Teaser, der aus der kompletten Eröffnungssequenz mit dem Lied „Circle of Life“ bestand, beim Publikum sehr begeisterte Reaktionen auslöste. Als der Film am 15. Juni 1994 in zwei großen Kinos im kleinen Kreis veröffentlicht wurde war er außerdem sehr erfolgreich, wodurch sich andeutete, dass dieses „zweitrangige Projekt“ sehr beliebt zu werden versprach. Seit der offiziellen Veröffentlichung am 24. Juni 1994 bestätigte der Film dies indem er zum weltweit erfolgreichsten Film des Jahres und bis heute zum erfolgreichsten klassischen Zeichentrickfilm aller Zeiten wurde. Der Film erzielte in den USA $328.541.776 und weltweit $783.841.776, womit er derzeit auf Platz 18 der weltweit erfolgreichsten Filme aller Zeiten liegt. In Deutschland kam der Film am 17. November 1994 in die Kinos und hatte insgesamt 11.333.217 Besucher. Rückblickend betrachtet kann der Film als Höhepunkt der Wiederauferstehung des Disney-Zeichentrickstudios von Ende der 80er bis in die Mitte der 90er Jahre angesehen werden.

Während der Produktion des Films wurde auch Computeranimation eingesetzt. Die diesbezüglich bekannteste Szene ist die panische Flucht einer Gnu-Herde durch eine Schlucht. Hierbei sind die Gnus komplett computeranimiert und nahtlos in den gezeichneten Hintergrund eingefügt. Das Design der Gnus und eine einfache Laufanimation wurde von Ruben Aquino auf konventionelle Art erstellt und diente als Vorlage für die Computeranimation. Dafür wurde ein spezielles Programm zur Kollisionsvermeidung entwickelt, wodurch sich die Gnus automatisch realistisch bewegen ohne durcheinander durch zu laufen. Damit die Bewegungen der Herde als ganzes glaubhaft und nicht zu einheitlich wirken gibt es unterschiedliche Bewegungsmuster, die zufällig auf die einzelnen Gnus verteilt werden. Computeranimation half auch bei einigen wenigen Szenen, in denen Objekte z. B. durch Kamerafahrten starken Perspektivwechseln unterliegen. Hierbei wurde die Szene mit einfachen Modellen computeranimiert und diente den Zeichnern dann als Vorlage. Außerdem kam das Disney-eigene CAPS (Computer Aided Production System) zum Einsatz, welches den eigentlichen Prozess der Filmerstellung komplett digitalisiert. So werden z. B. die handgezeichneten Figuren eingescannt und digital eingefärbt. Im Film wird das System vor allem zur Erzeugung von realistischen Licht- und Schatteneffekten sowie für Zeitlupen und häufig vorkommende Fokus-Effekte eingesetzt. Multiplan-Kameraeffekte werden damit ebenfalls virtuell erzeugt.

Für die Produktion der Filmmusik entschied man sich für Hans Zimmer, da dieser mit Zwei Welten und Im Glanz der Sonne bereits Erfahrung mit in Afrika spielenden Filmen und traditioneller afrikanischer Musik hatte. Zimmer holte Lebo M mit ins Team, mit dem er bereits bei „Im Glanz der Sonne“ zusammengearbeitet hatte. Lebo M und der von ihm zusammengestellte Zulu-Chor hatten starken Einfluss auf die afrikanischen Elemente der Filmmusik. Er singt zudem die ersten Worte zu Beginn des Films.

Wissenswertes zum Film

Die Grundzüge der Handlung weisen eine große Ähnlichkeit zu Shakespeares Hamlet auf: der König (Mufasa = König Hamlet) wird von seinem Bruder (Scar = Claudius) getötet, dessen Tod vom Prinzen (Simba = Hamlet) ungesühnt bleibt. Nachdem dem Prinz der Geist seines Vaters erschienen ist wird er sich seiner Pflicht bewusst und tötet schließlich seinen Onkel. Da sich der Film außerdem grob an Bambi orientiert war während der Produktion scherzhaft von "Bamblet" die Rede. In ähnlicher, wenn auch schwächerer Form finden sich ebenfalls Parallelen zu Macbeth und Richard III.. Die Produzenten ließen sich zudem von Joseph Campbells Der Heros in tausend Gestalten und seinem Motiv der Heldenreise inspirieren.

Weitere Parallelen für Versatzstücke der Handlung finden sich in der Bibel. So zeigt die Geschichte von Josef Ähnlichkeiten zu der von Simba. Josef lebt jahrelang fernab von seiner Familie und als er schließlich zurückkehrt, wird er von seinen Familienmitgliedern erst nicht erkannt. Als Simba gegen Ende des Films zurückkehrt wird er von Scar und Sarabi nicht erkannt und zunächst für Mufasa gehalten. Mose begegnet Gott in Form eines brennenden Busches, Simba sieht im „brennenden“ Sternenhimmel den Geist seines Vaters.

Während des Lieds "Be Prepared" gibt es eine Stelle, in der Scar auf einem Felsvorsprung thront und vor ihm eine Hyänen-Armee im Stechschritt aufmarschiert. Diese Szene ist von Leni Riefenstahls Nazi-Propagandafilm Triumph des Willens inspiriert und stellt Scar dementsprechend als Diktator dar. Ob er hier konkret mit Hitler auf eine Ebene gestellt wird, ist allerdings diskussionswürdig: Einerseits könnte man zur Ansicht gelangen, dass Scars Ideologie (Hyänen und Löwen sollen Seite an Seite zusammenleben) eher einer kommunistischen Denkweise ähnelt. Andererseits kann aber wiederum argumentiert werden, dass Scar aus rein niederen Motiven (Neid) bzw. aus Bosheit handelt und die Hyänen lediglich für diese Zwecke instrumentalisiert.

Obwohl „Der König der Löwen“ eine sehr menschliche Geschichte ist, bleibt er der einzige Disneyfilm, in dem keine Spuren menschlicher Existenz vorkommen. Robin Hood zeigt Tiere in Menschengestalt, die wie Menschen leben, während Bambi außer Sicht agierende menschliche Charaktere enthält. Der Film ist außerdem der erste Disney-Zeichentrickfilm, in dem der Tod eines Hauptcharakters, der nicht zu den Bösewichten gehört, derart deutlich und im Bild gezeigt wird.

Die Verwendung des Lieds "The Lion Sleeps Tonight" führte zu einem Streit zwischen Disney und der Familie des Südfafrikaners Solomon Linda, der das Lied 1939 komponierte (Originaltitel: Mbube, Zulu für Löwe). 2004 reichte die Familie Klage ein und einigte sich mit Disney auf eine Zahlung von 10 Millionen Rand (ca. 1,2 Millionen Euro).

In einer Szene des Films hat es den Anschein, als ob das Wort "SEX" in einigen Einzelbildern erkennbar ist. Laut Disney soll es jedoch "SFX" heißen (Abkürzung für Special Effects) und eine Art "Unterschrift" des Teams darstellen, das für die Effekte im Film verantwortlich ist. Diese Aussage wird dadurch gestützt, dass der untere Teil des "E" nach unten abgeknickt ist. Da die anderen Buchstaben allerdings auch etwas unförmig sind und von Disney keine andere Stellungnahme zu erwarten ist wird es wohl nie endgültig geklärt werden. In der auf DVD veröffentlichten Version sind die fraglichen Bereiche deutlich dunkler eingefärbt und dadurch nicht mehr erkennbar. Auch hier gehen die Meinungen auseinander ob das als Schuldeingeständnis gewertet werden kann, oder ob Disney provisorisch ein erneutes Aufflammen der Diskussion verhindern wollte.

Offiziell ist „Der König der Löwen“ der erste Disneyfilm, der nicht auf einer Vorlage basiert. Noch im Produktionsjahr 1994 wurden jedoch Vermutungen laut, wonach der Film von der Mitte der 1960er-Jahre entstandenen japanischen Anime-Fernsehserie Kimba, der weiße Löwe inspiriert ist. In erster Linie werden Ähnlichkeiten zwischen den Figuren und einzelnen Szenen angegeben, wohingegen sich die eigentliche Handlung deutlich voneinander unterscheidet. Laut offizieller Aussage von Disney wusste man bei Produktionsbeginn nichts von „Kimba“, sondern erlangte erst Kenntnis davon, als die Entwicklung bereits weit fortgeschritten war.

In der Szene, in der Mufasa Simba von den großen Königen der Vergangenheit erzählt, ist am Sternenhimmel das Sternbild Löwe erkennbar. Im Film tauchen Ameisenbären auf. Diese kommen in Afrika jedoch nicht vor sondern sind in Südamerika heimisch.

Der Film wurde in 32 verschiedene Sprachen übersetzt. Das besondere dabei war, dass dieser Film als erster Disneyfilm überhaupt auch in Zulu, eine afrikanische Sprache, übersetzt wurde. An Weihnachten 2002 wurde eine technisch modernisierte Version des Films in IMAX-Kinos weltweit wiederaufgeführt. Der Film ist Frank Wells gewidmet, der etwa zwei Monate vor Veröffentlichung des Films bei einem Hubschrauberabsturz starb.

Fortsetzungen


Der König der Löwen 2 - Simbas Königreich

Handlung

Simba und Nala haben eine Tochter namens Kiara, die die Gegend gerne auf eigene Faust erkundet. Auf einem ihrer Streifzüge trifft sie den jungen Löwen Kovu. Die beiden verstehen sich gut, doch dann taucht Simba auf und unterbricht ihr Spiel. Kovus Mutter Zira erscheint ebenfalls. Nach Scars Tod wurde Zira und ihr Gefolge von Simba verstoßen. Sie macht Simba klar, dass Kovu von Scar als sein Nachfolger und rechtmäßiger Erbe auserwählt wurde, er ist jedoch nicht sein leiblicher Sohn. Nach dieser Begegnung hat Zira eine Idee, wie sie durch Kovus Hilfe Simbas Rudel infiltrieren kann. Während er aufwächst, schürt sie in ihm Hass auf Simba und bläut ihm ein, Simba töten zu müssen.

Inzwischen ist Kiara erwachsen und geht zum ersten Mal alleine auf die Jagd. Zira startet ihren Plan und lässt von ihren Kindern Nuka und Vitani Feuer legen, das Kiara umschließt und ohnmächtig werden lässt. Kovu taucht auf und bringt sie in Sicherheit zu Simba. Er erzählt Simba, dass er von den anderen Löwen verstoßen wurde und bittet um Aufnahme in das Rudel. Simba stimmt zu, bleibt jedoch misstrauisch. Mit der Zeit wird Kovu in seinem neuen Rudel heimisch und verliebt sich in Kiara. Ihm kommen Zweifel, ob er seine Mordpläne an Simba überhaupt ausführen soll.

Eines Tages sind Simba und Kovu alleine unterwegs und werden auf einmal von Zira und ihrem Rudel eingekreist. Simba glaubt, dass Kovu ihn verraten hat, dieser wusste jedoch nichts von dem Hinterhalt. Bei der folgenden Jagd entkommt Simba verletzt. Zurück am Königsfelsen verbannt Simba Kovu, der seine Unschuld beteuert. Kiara glaubt nicht an Kovus Verrat und folgt ihm.

Als sie ihn findet beschließen die beiden, die verfeindeten Rudel wieder zu vereinen. Bei ihrer Rückkehr ist jedoch bereits ein Kampf im Gange. Kiara kann alle überzeugen, die Kämpfe zu beenden und friedlich zusammenzuleben, bis auf Zira. Sie und Kiara kämpfen weiter bis beide über dem Abgrund einer Schlucht hängen. Kiara kann sich retten und will Zira helfen, doch diese verweigert die Hilfe und stürzt herab. Die beiden Rudel sind wiedervereint und der Kreis des Lebens beginnt erneut.

Hintergrund

Nach dem großen Erfolg des ersten Teils von "Der König der Löwen" wurde am 27. Oktober 1998 der zweite Teil des Filmes in den USA veröffentlicht. Dieser trägt den Namen "Der König der Löwen 2 - Simbas Königreich" (Original Titel: The Lion King II - Simba's Pride). Vier Monate später erschien der Film am 25. Februar 1999 auch in Deutschland. Unter Fans ist die Fortsetzung umstritten und stößt auf geteilte Meinungen. Einer der Hauptkritikpunkte besteht darin, dass der Film stellenweise sehr ähnliche Szenen wie der erste Teil bietet, z. B. die Eröffnungssequenz. Kommerziell war der Film ein ähnlich großer Erfolg wie sein Vorgänger. Allerdings wurde der zweite Teil nicht mehr als Kinofilm gezeigt sondern erschien nur auf Video bzw. DVD. Die Handlung erinnert an Shakespeares Romeo und Julia.

Der König der Löwen 3 - Hakuna Matata

Handlung

Timon und Pumbaa schauen „Der König der Löwen“ in einem dunklen Kino. Gelangweilt will Timon bis zu dem Teil vorspulen, an dem er und Pumbaa ins Spiel kommen. Er erklärt Pumbaa, dass die beiden von Beginn an ihre Rolle in der Geschichte hatten. Er spult bis vor den Beginn des Films zurück.

Timon lebt weit entfernt in einer Erdmännchen-Kolonie. Timon ist mit dem langweiligen Erdmännchen-Leben, das nur aus Pflichten und Routineaufgaben besteht, unglücklich, sehr zur Sorge seiner Mutter und zum Ärger seines Onkels Max. Nachdem er auch eine einfache Aufgabe als Wachposten vermasselt beschließt er, die Kolonie zu verlassen. Auf seiner Reise trifft Timon Rafiki, der ihm von „Hakuna Matata“ erzählt und ihm in Metaphern erklärt, wie er seinen Platz im Leben finden kann. Timon nimmt Rafikis Ausführungen jedoch wörtlich und macht sich auf die Suche nach einem geeigneten Ort. Er entdeckt den Königsfelsen am Horizont und macht sich auf den Weg dorthin. Unterwegs trifft er Pumbaa, und die beiden ziehen gemeinsam weiter.

Hier überschneiden sich die Ereignisse mit dem ersten Film und die beiden sind weiterhin auf der Suche nach einem geeigneten Ort zum Leben. Schließlich finden sie im Dschungel das Paradies, von dem sie immer geträumt haben, bis eines Tages Simba auftaucht und ihr Leben durcheinander wirbelt. Simba wird erwachsen, doch als auch noch Nala erscheint sehen Timon und Pumbaa ihr Glück zu dritt bedroht. Sie versuchen alles, um Simba und Nala in ihrem Glück zu stören. Sie scheitern zwar, stellen jedoch erfreut fest, dass die beiden Streit haben. Am nächsten Morgen ist Simba verschwunden und Nala bittet die beiden um Hilfe. Timon ist sauer auf Simba, wird von Pumbaa und Nala jedoch allein gelassen, die ihrem Freund helfen wollen. Timon bleibt einsam zurück bis Rafiki auftaucht. Noch bevor er ein Wort sagen kann erkennt Timon, dass er nur zusammen mit seinen Freunden glücklich ist und folgt ihnen. Zurück am Königsfelsen trifft er seine Mutter und seinen Onkel. Sie graben einen unterirdischen Tunnel und locken die Hyänen in diese Falle. Nachdem Scar besiegt ist führt Timon die Erdmännchen-Kolonie in den Dschungel, wo sie ein sorgen- und arbeitsfreies Leben führen.

Der Film endet wieder im Kino und Pumbaa will den Film noch mal sehen. Daraufhin füllt sich das Kino mit vielen bekannten Disney-Charakteren und Timon startet den Film von vorne.

Hintergrund

2004 erschien der nun vorerst letzte Teil aus der Reihe "Der König der Löwen". Der dritte Teil trägt den Titel "Der König der Löwen 3 - Hakuna Matata". Allerdings stellt dieser Film keine wirkliche Fortsetzung dar. Vielmehr wurde der erste Teil neu aufgelegt und wird nun aus der Sicht des Erdmännchens Timon und des Warzenschweins Pumbaa erzählt. Der Erzählstil erinnert an Mystery Science Theater 3000, denn der Film wird mehrmals unterbrochen und von Timon und Pumbaa kommentiert. Auch hier gehen die Meinungen über den Film auseinander. Während manche den Film als komödiantisch erfrischende Bereicherung und liebevolle Parodie des ersten Teils betrachten, kritisieren andere, dass er den ersten Teil entzaubert und zudem kein echter Nachfolger ist, sondern nur eine Ergänzung darstellt. Daher lautet der offizielle Titel des Films in den USA "The Lion King 1½".

Der Film ist von der Erzählperspektive her von Tom Stoppards Stück Rosenkrantz und Güldenstern sind tot inspiriert, einer Variante von Hamlet, wobei hier Timon und Pumbaa die Rollen von Rosenkranz und Güldenstern einnehmen. Der Vergleich drängt sich insbesondere deshalb auf, da der erste Teil von "Der König der Löwen" Anleihen bei Hamlet nimmt.

Zusatzinformationen


Auszeichnungen

Academy Awards 1995

  • Beste Musik (Hans Zimmer)
  • Bestes Lied "Can you feel the love tonight?" (Elton John / Tim Rice)

Annie Awards 1994

  • Best Achievement for Voice Acting (Jeremy Irons)
  • Bester Zeichentrickfilm
  • Best Individual Achievement for Story Contribution in the Field of Animation (Brenda Chapman)

BMI Film & TV Awards 1995

  • BMI Film Music Award (Hans Zimmer)
  • Meistgespieltes Lied aus einem Film "Can you feel the love tonight?" (Elton John / Tim Rice)

Chicago Film Critics Association Awards 1995

  • Beste Musik (Hans Zimmer)

Golden Globes 1995

  • Bester Film - Comedy/Musical
  • Beste Musik (Hans Zimmer)
  • Bestes Lied "Can you feel the love tonight?" (Elton John / Tim Rice)

Goldene Leinwand 1995

  • Goldene Leinwand mit 2 Sternen: 9 Millionen Zuschauer in 18 Monaten

Kansas City Film Critics Circle Awards 1995

  • Bester Zeichentrickfilm

Los Angeles Film Critics Association Awards 1994

  • Bester Zeichentrickfilm

Motion Picture Sound Editors 1995

  • Bester Tonschnitt - Zeichentrickfilm
  • Bester Tonschnitt - Musik

National Board of Review 1994

  • Bester Familienfilm

Synchronisation

Rolle Originalsprecher Deutscher Sprecher Tier Supervising Animator
Simba Matthew Broderick Frank Lorenz Engel Löwe Ruben Aquino
Simba (Gesang) Joseph Williams Cush Jung Löwe Ruben Aquino
Junger Simba Jonathan Taylor Thomas Julius Jellinek Löwe Mark Henn
Junger Simba (Gesang) Jason Weaver Manuel Straube Löwe Mark Henn
Nala Moira Kelly Alexandra Wilcke Löwin Anthony DeRosa
Nala (Gesang) Sally Dworsky Alexandra Wilcke Löwin Anthony DeRosa
Junge Nala Niketa Calame Magdalena Turba Löwin Aaron Blaise
Junge Nala (Gesang) Laura Williams Magdalena Turba Löwin Aaron Blaise
Mufasa James Earl Jones Wolfgang Kühne Löwe Tony Fucile
Scar Jeremy Irons Thomas Fritsch Löwe Andreas Deja
Pumbaa Ernie Sabella Rainer Basedow Warzenschwein Tony Bancroft
Timon Nathan Lane Ilja Richter Erdmännchen Michael Surrey
Banzai Cheech Marin Frank Lenart Hyäne Alex Kupershmidt
Ed Jim Cummings Jim Cummings Hyäne Alex Kupershmidt
Rafiki Robert Guillaume Joachim Kemmer Mandrill James Baxter
Sarabi Madge Sinclair Rita Engelmann Löwin Russ Edmonds
Sarafina Zoe Leader Nikki Rabanus Löwin unbekannt
Shenzi Whoopi Goldberg Hella von Sinnen Hyäne Alex Kupershmidt
Zazu Rowan Atkinson Eberhard Prüter Nashornvogel Ellen Woodburry

Das Musical

Lion_King_Hamburg.jpg Die Musical-Version von Der König der Löwen wurde am 13. November 1997 am Broadway (New York City) uraufgeführt. Schauspieler in Tierkostümen kommen ebenso zum Einsatz wie Puppenspieler (Beispiel: Zazu). In der Tradition des japanischen Puppentheaters agieren die Puppenspieler nicht versteckt hinter der Bühne sondern werden aktiv in das Geschehen eingebunden.

Weitere Aufführungsorte:

Literatur


  • Christopher Finch: The Art of the Lion King, USA 1994, ISBN 0786860286
  • Christopher Finch, Don Hahn: The Lion King - A Giant Leap, USA 2003, ISBN 078685393X
  • Jim Fanning, Christopher Finch: The Lion King - The Journey, USA 2003, ISBN 0786854316
  • Der König der Löwen, Übersetzung aus dem Amerikanischen von Luzia Czernich, Deutschland 1994, ISBN 3-505-00066-3

Weblinks


Filmtitel | Zeichentrickfilm | Musical | Disney-Film | Filmtitel 1994

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