In Spandau entstanden Denkmäler relativ spät, da die Havelstadt als Ackerbürgerstadt über wenig Steuereinnahmen verfügte. Zwar stieg durch den Ausbau der Rüstungsbetriebe auch die Anzahl der Einwohner, jedoch blieben die Einnahmen gering, da die Heereswerkstätten keine Gewerbesteuer zahlen mussten. Die ältesten Denkmäler in Spandau sind in ihrer Ausrichtung klar auf die Funktion der Stadt als Garnisonsstadt ausgerichtet (Krieger-Denkmäler). Erst später kamen Personen-Denkmäler von Kurfürst, Kaiser und Reichskanzler hinzu.
Chronologische Aufzählung der Denkmäler in Spandau bis zum Ende des Ersten Weltkrieges.
Denkmäler
Gefallene der Befreiungskriege
- Ort: Reformationsplatz (Altstadt)
Kriegerdenkmal der Kriege 1864, 1866 und 1871
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| Das Denkmal wurde 1875 von Ernst Herter (1846-1917) geschaffen. Es wurde von dem Kalkbrennereibesitzer Ernst Friedrich Schulze gestiftet, dessen Sohn in Frankreich gefallen war. Wie das Französische Kriegerehrenmal wurde 1932 das Kriegerdenkmal vom Friedhof an der Neuendorfer Straße auf den Friedhof "In den Kisseln" umgesetzt.
Inschrift Vorderseite: "Den Manen der für das Vaterland gefallenen braven Söhne Spandaus zur steten Erinnerung gewidmet in dankbarer Anerkennung"
Inschrift Rückseite: "Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Offb. Joh. 2.10."
- Ort: Friedhof "In den Kisseln"
Französisches Kriegerehrenmal
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| Denkmal an die 400 französischen Kriegsgefangenen von 1870/71, die in Spandau an den Pocken gestorben sind. Das Denkmal wurde von den Mitgefangen errichtet. 1932 wurde es vom ursprünglichen Ort, dem Friedhof an der Neuendorfer Straße, auf den Friedhof "In den Kisseln" umgesetzt.
Es wird auch als Franzosenkreuz bezeichnet.
Inschrift: "Souvenir Eternel a nos Frères dármes 1870-1871, Erigé par leurs compatriots In cruce salus"
- Ort: Friedhof "In den Kisseln"
Denkmal Kurfürst Joachim II
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Am 1. November 1539 wurde in der Mark Brandenburg die Reformation eingeführt. An diesem Tag erhielt Kurfürst Joachim II. in der St.-Nikolai-Kirche durch den brandenburgischen Bischof Matthias von Jagow das Abendmahl in beiderlei Gestalt, das heißt mit Brot und Wein, womit er den Übertritt zum lutherischen Bekenntnis kundgab. Aus Anlass des 350-jährigen Jahrestages wurde 1889 das Denkmal Kurfürst Joachim II vor dem Kirchenportal der St.-Nikolai-Kirche errichtet. Das Standbild wurde von dem Bildhauer Erdmann Encke geschaffen und in der Gießerei Lauchhammer gegossen.
- Ort: Reformationsplatz (Altstadt)
Denkmal Pionier Karl Klinke
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| Karl Klinke starb am 18. April 1864 bei dem Sturm auf die Düppeler Schanzen vor Sonderburg im Preußisch-Dänischen Krieg. In Preußen wurde Klinke für seinen aufopferungsvollen Heldentod verehrt; er sprengte sich mit einem Pulversack in der Schanze in die Luft und ermöglichte so die Einnahme der Befestigungsanlage durch die Truppen des Deutschen Bundes. Das am 31. Mai 1908 enthüllte Denkmal befindet sich in einer Grünanlage am gleichnamigen Klinkeplatz. Der Entwurf der Plastik stammt von Prof. Wilhelm Wandschneider.
Sockelinschrift: "Unseren in den Feldzügen von 1864, 1866 und 1870/71 für König und Vaterland sowie in China und Südwestafrika für Kaiser und Reich gefallenen und gestorbenen Kameraden Insonderheit dem Pionier Karl Klinke der 4. Komp., welcher bei dem Sturm auf die Düppler Schanzen am 18. April 1864 seine aufopferungsvollen Heldentod fand zum Gedächtnis. Dem Bataillon in treuer Anhänglichkeit zum 18. April 1909 zugeeignet vom Verein der Kameraden vom Pionier Bataillon von Rauch (Brdbg.) No3 zu Berlin"
- Ort: Klinkeplatz (Neustadt)
Weltkriegsdenkmal "In den Kisseln"
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| Auf dem Spandauer Friedhof "In den Kisseln" befindet sich der 1919 angelegte Ehrenfriedhof für die gefallenden Söhne Spandaus. Das Denkmal ist Teil einer größeren Gedenkstätte mit Urnenfeld. Der Entwurf des Ehrenfriedhof stammt von Stadtrat Elkart und Architekt Wolff. Die Bildhauerarbeiten wurden von Richard Kuhnert ausgeführt.
Sockelinschrift: "Ihren im Weltkrieg 1914-1918 gefallenen Söhnen, Die Stadt Spandau"
- Ort: Friedhof "in den Kisseln"
Weltkriegsdenkmal Garde Grenadier Regiment Nr. 5
- Ort: Lindenufer (Altstadt)
Weltkriegsdenkmal Pionier Bataillon von Rauch
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| Das Denkmal wurde von dem Architekten Glüer entworfen. Die am 25. Juni 1922 vorgesehene Einweihung des Denkmals wurde wegen der einen Tag zuvor erfolgten Ermordung von Walther Rathenau abgesagt. Die rückseitige Bronzetafel von Bildhauer Prof.Wilhelm Wandschneider, der auch das Klinke-Denkmal schuf, wurde am 12. Okt. 1935 feierlich eingeweiht.
Sockelinschrift (Rückseite): "Es fielen getreu ihrem Fahneneid für König und Vaterland P.B.V.Rauch 70 Offiziere, 1238 Unteroffiziere, 1564 Gefreite u. Pioniere. Ehre Ihrem Andenken"
- Ort: Radelandstraße (Neustadt)
Denkmal Friedrich Ludwig Jahn
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| Friedrich Ludwig Jahn (* 11. August 1778, † 15. Oktober 1852) war deutscher "Turnvater".
Das Denkmal wurde am 6. Juni 1929 von der preußischen Hochschule für Leibesübung, dem preußischen Kultusministerium sowie der Stadt aufgestellt. Der Entwurf des männlichen Aktes stammt von Prof. Ernst Wenk.
Sockelinschrift: "Ein Jungtum Ein Echtes Deutsches Jungtum Wollte Ich Durch Die Deutsche Turnkunst Erreichen, Friedrich Ludwig Jahn"
- Ort: Radelandstraße (Neustadt)
Denkmal für die deutsche Brieftaube
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| 1900 verlagerte die Lehr-Zucht & Versuchsanstalt für Heeresbrieftauben ihren Sitz von Köln nach Spandau. Als Gedenken an die Leistungen der Brieftauben im ersten Weltkrieg wurde am 20. August 1939 das von Bildhauer Georg Roch geschaffene Denkmal enthüllt. Die Skulptur bestand aus einem ca. 3,80 m großen Findlingsblock auf dem 25 auffliegende Bronze-Brieftauben montiert waren. 1942 wurden die Brieftauben eingeschmolzen. Nach dem Krieg wurden 1963 die Tauben-Plastiken von Paul Brandenburg neu geschaffen. Das Denkmal stand früher im Wröhmännerpark, nach der Neugestaltung der Parkanlage wurde das Denkmal an die Falkenseer Chaussee verlagert.
Inschrift: "Unseren Brieftauben" (sehr verwittert)
- Ort: Falkenseer Chaussee, Ecke Flankenschanze (Neustadt)
Mahnmal an die Verschleppung der Spandauer Juden
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| Sockelinschrift: "Dieses Mahnmal erinnert an die Leiden der Spandauer Bürger jüdischen Glaubens während der Terrorherrschaft der Nationalsozialisten. Unweit dieser Stelle auf dem Gründstück Lindenufer 12 stand das Jüdische Gotteshaus, das 1938 zerstört wurde."
- Ort: Lindenufer (Altstadt)
Denkmal Albrecht der Bär
Denkmal Freiherr von Stein
- Ort: Spandau Altstadt, Mönchstr. (zwischen Marktplatz und Nicolai-Kirche)
Mahnmal für die Zwangsarbeiter
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| Das Mahnmal erinnert an die rund 40.000 Zwangsarbeiter, die während der NS-Zeit in Spandau interniert waren. Die Zwangsarbeiter waren auf ca. 100 Lager im Bezirk verteilt, um in den Betrieben (unter anderem Siemens, dem Heereszeugamt und den Deutschen Industriewerken) Frondienste zu leisten. Das am 8. Mai 2004 enthüllte Mahnmal befindet sich auf dem Gelände des ev. Waldkrankenhauses. Im 2. Weltkrieg waren dort in der so genannten "Arbeiterstadt Große Halle" 3000 Zwangsarbeiter interniert. Das Denkmal wurde vom Bildhauer Ingo Wellmann geschaffen.
Inschrift: ''"Sklaven- und Zwangsarbeit bedeutete nicht nur Vorenthalt des gerechten Lohns, sie bedeutete Verschleppung, Heimatlosigkeit, Entrechtung, die brutale Missachtung der Menschenwürde, oft war sie planvoll darauf angelegt, die Menschen durch Arbeit zu vernichten.
Johannes Rau Bundespräsident 1999"''
- Ort: Evangelisches Waldkrankenhaus Spandau
Gedenktafeln
Gedenktafel Karl Heinrich
- Ort: Falkenseer Platz (Neustadt)
Gedenktafel Ernst Ludwig Heim
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| Der Mediziner Ernst Ludwig Heim war von 1776 bis 1783 Spandauer Stadtphysikus (eine Art Amtsarzt). 1783 wechselte er von Spandau nach Berlin mit einer Praxis am Gendarmenmarkt. Heim wurde während seiner Laufbahn zum populärsten Volks- und Leibarzt in Preußen. Er behandelte Arme sowie Reiche. Er gilt außerdem als Mitbegründer des modernen Gesundheitswesens in Berlin.
- Ort: Reformationsplatz (Altstadt)
Gedenktafel an die Spandauer Synagoge
- Ort: Lindenufer (Altstadt)
Denkmal in Berlin