Eine Denkfabrik (oft Thinktank nach engl. think tank; auch: Public Policy Institution, PPI) ist eine feste Gruppe meist von Politikern, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlern oder Unternehmern, die gemeinsam politische und wirtschaftliche Konzepte oder Strategien entwickeln und entsprechende öffentliche Debatten fördern; viele Denkfabriken sehen sich als politisch neutral, es gibt jedoch durchaus Denkfabriken mit bestimmter gesellschafts- und wirtschaftspolitischer Prägung. Manche Denkfabriken betreiben Öffentlichkeitsarbeit, um für ihre Ziele zu werben, andere versuchen eher hinter den Kulissen Einfluss auszuüben (Lobbyismus).
Denkfabriken werden meistens von Unternehmen(-sverbänden), privaten Stiftungen oder Einzelpersonen finanziert, um neue Ideen in Bereichen wie zum Beispiel Außen- und Innenpolitik, bzw. Wirtschafts- und Sozialpolitik zu erarbeiten. Da Denkfabriken private Einrichtungen sind, haben sie nicht selten mehr Freiheiten, neue Ideen vorzuschlagen und zu diskutieren, als Mitglieder oder Arbeitsgruppen der Regierung. Einflussreiche US-amerikanische Denkfabriken sind in Washington D.C. rund um das Kapitol beheimatet.
Da Denkfabriken von privaten Geldern abhängen, werden ihre Ergebnisse nicht von allen Seiten als neutral angesehen. Oftmals werden sie, als Forschungseinrichtungen ausgegeben, von Pressure-Groups ins Leben gerufen bzw. betrieben und verfolgen durchaus parteiische Zwecke.
Bis dahin wurden Denkfabriken auch nicht als solche bezeichnet, die wenigen Dutzend Institute waren schlicht unter ihrem Namen bekannt. Erst während des Zweiten Weltkriegs bildeten sich Gruppenbezeichnungen heraus, zuerst als "Brain Box" ("Gehirnkiste"). Die Bezeichnung "Think Tank" ist erst seit 1945 für Vorläufer der Rand Corporation belegt.
Bis in die 1970er blieb es bei den wenigen Dutzend bekannter Denkfabriken, die für allgemeine und unabhängige Beratung von politischen und militärischen Stellen in den USA herangezogen wurden. Dazu standen ihnen meist viel Personal und Gelder zur Verfügung. Erst danach explodierte die Anzahl der Denkfabriken, und es bildeten sich viele kleinere Institutionen heraus, die häufiger zur Unterstützung zielgerichteter Lobbyarbeit gegründet wurden.
Von den circa 4.500 Denkfabriken, die heute auf der Welt existieren, sind die Hälfte nach 1980 gegründet worden. Nach 1989 wurden vermehrt, meist mit amerikanischen Geldern, neoliberale Denkfabriken in Osteuropa gegründet. Im westlichen Europa wurden die beratenden Funktionen der Denkfabriken lange von Institution mit Hochschulstatus übernommen, sodass Bedeutung bestehender und die Gründung neuer unabhängiger Denkfabriken später anwuchs, und teils als Reaktion auf das weltweite Anwachsen der Gründung von Denkfabriken verstanden werden kann.
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