Unter Denken werden alle Vorgänge zusammengefasst, die aus einer aktiven inneren Beschäftigung mit Vorstellungen, Erinnerungen und Begriffen eine Erkenntnis zu formen suchen.
Die innere Aktivität besteht aus dem Verknüpfen (Assoziation) oder bewusstem Entkoppeln der Gedankeninhalte, der Ideen, sowie deren Umformungen. Oft basiert das Denken auf einem Einfall, oder wird spontan durch Gefühle bzw. Situationen, aber auch durch Sinneseindrücke oder Personen ausgelöst (oder auch abstrakt konstruktiv entwickelt).
Das menschliche Gedächtnis ist ein äußerst komplexer Gehirnprozeß. Es lassen sich jedoch grob ein Langzeitgedächtnis und ein Kurzzeitgedächtnis (Arbeitsgedächtnis) unterscheiden. Die Kapazitäten des Langzeitgedächtnisses können als nahezu grenzenlos bezeichnet werden, während jene des Arbeitsgedächtnisses sowohl zeitlich wie inhaltlich deutlich begrenzt ist. Experimente zeigen sehr deutlich, dass sich ein Mensch gleichzeitig etwa 7 (+/-2) Objekte merken kann (was jedoch keine Rückschlüsse auf die Intelligenz zulässt). Steigt die Anzahl, so wächst die Fehlerrate enorm.
In einer Reihe moderner so genannter kognitiver Architekturen werden u. a. Denk- und Problemlöseprozesse simuliert. Die bekanntesten Vertreter sind die ACT-Theorie von Anderson, SOAR-Theorie von Newell und die PSI-Theorie von Dietrich Dörner.
In diesem Kontext werden im Unterschied zu Intelligenztests komplexere Aufgaben verwendet, wie z. B. die Türme von Hanoi, oder computersimulierte Problemlöseszenarien.
Die Hauptkategorien des Denkens, bewusstes, unbewusstes oder vorbewusstes Denken, sind beim Problemlösen nicht zu trennen. Jedem bewussten Denkprozess gehen unbewusste Denkschritte voraus. Viele Erkenntnisse "reifen" unbewusst, in einer Phase der Entspannung, wenn man sich von dem Problem distanziert hat. Etliche große wissenschaftliche Einsichten kamen den Forschern quasi im Schlaf oder "aus heiterem Himmel".
Das gegenständlich-kausale Denken eines Kindes ist ab etwa neun Monaten zu bemerken; ihm geht eine Phase der "Prä-Kausalität" voraus. Ähnlich scheint es mit den oben erwähnten assoziativen Denkvorgängen zu sein. Mit etwa drei Jahren wird auch abstrakte Kausalität einsichtig, doch sind Fehler im logischen Denken oft "resistent" (bleiben lange bestehen), was allerdings auch beim Erwachsenen vorkommt (vgl. die Forschung von Jean Piaget).
Wenn Kleinkinder lernen, z. B. einzelne Elemente oder Bausteine zu gruppieren, werden mit zunehmender Übung die Effekte logischer Operationen merkbar. Zunächst konzentrieren sie sich auf ein Merkmal, später auf wenige Merkmale. Die Logische Multiplikation – z. B. als kombiniertes Beachten von Form und Farbe – gelingt erst mit einigen Jahren, wird aber durch Zufallserlebnisse gefördert.
Verschiedene Versuche – unter anderem mit Behinderten – widersprechen der häufig geäußerten Annahme, dass Kinder alternative Denkweisen hätten. Wieviel des kindlichen Wissens "angeboren" ist, und ob ihre begriffliche Denkstruktur jener von Erwachsenen entspricht, wird derzeit intensiv untersucht.
Eine umfangreiche Darstellung der Entwicklung des Denkens bei Kindern findet sich in *
Mit dieser, oft auch als Leib-Seele-Problem bezeichneten, Fragestellung wie überhaupt mit dem Denken und insbesondere mit dem produktiven Denken befasst sich vor allem die Gestalttheorie bzw. Gestaltpsychologie.
Neuere Ansätze der interdisziplinären Denkforschung beschäftigen sich im Anschluss an Gregory Bateson und Heinz von Foerster insbesondere mit der Frage nach dem Verhältnis von trivialen und komplexen Denkmustern: "Nachzugehen wäre den dynamischen Relationen der Dinge, aufzuspüren wäre das "Dazwischen", neu zu lernen wäre das In-Beziehungen-Denken." Bernhard von Mutius in: "Die andere Intelligenz. Wie wir morgen denken werden"
Ist Denken nur eine Folge von äusseren Einflüssen Systemverhalten? Auch durch willentliche Veränderung kann dies gesteuert werden, sogar von einem Individuum. Das Umsetzen erfordert jedoch eine Anpassungsphase bis das Verhältnis von anfänglich 10:90 sich bewährt und ein Verhältnis sich strukturiert zu 90:10. Das Denken als Verknüpfung der Strukturen aus Kultur, Sprache und dem Gehirn.
Allerdings gibt es auch ein Denken in Bildern, das die Kunst kennt und das dem Traum und der Vorstellung verwandt ist – die Einbildung (der Chemiker Friedrich August Kekulé träumte die Ringstruktur des Benzolmoleküls).
Die natürliche, gesprochene Sprache wären dann vokalisiertes Denken, wie es Heinrich von Kleist in seinem berühmten Essay Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Sprechen beschreibt.
Das Denken und der Denkraum, also die Gesamtheit der Denkmöglichkeiten eines Individuums, hängen von dessen Umwelt, Persönlichkeit und der Intelligenz ab. Man kann zwischen begrifflichem, also konkretem und abstraktem Denken unterscheiden. Bei beiden entscheiden die inhaltsunabhängigen Denkformen, die quasi die "Grammatik" des "Mentalischen" bilden, über den Erfolg des Gedankens.
Auch Phänomene wie Ehrgeiz und Egoismus bzw. Wille und das Hinarbeiten auf übergeordnete Ziele lassen sich unter kognitivem Blickwinkel betrachten.
Beim analytischen Denken wird auf der Ebene der Wahrnehmung der Kontext häufig ignoriert; bei der Betrachtung eines Bildes z.B. wird das Hauptobjekt stärker fokussiert als der Hintergrund. Dies nennt man Feldunabhängigkeit. Eine analytisch denkende Person nimmt Objekte eher bezüglich ihrer Eigenschaften wahr und ordnet sie daraufhin in Kategorien ein. Aufgrund dieser Kategorisierung werden Einschätzungen über zukünftige Ereignisse und Verhaltensweisen getroffen. Also verwendet ein analytischer Denker Regeln, um Verhalten vorherzusagen. In Entscheidungssituationen wählt er eindeutig "Pro" oder "Contra" anstelle der "goldenen Mitte".
Beim holistischen Denken richtet man seine Aufmerksamkeit dagegen auf die Beziehung zwischen dem fokussierten Objekt und dem Kontext (Feldabhängigkeit). Man versucht auf dieser Basis (statt auf der Grundlage von Regeln) Ereignisse zu erklären und vorherzusagen. Holistische Ansätze basieren eher auf Erfahrungen und weniger auf abstrakter Logik. Holistisches Denken kann intuitiv sein. Auch dialektisches Denken wird zuweilen als holistisch bezeichnet, da Gegensätze herausgearbeitet, Widersprüche wahrgenommen und Veränderungen in Form von Synthesen bzw.Kompromissen gesucht werden.
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