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Den Haag // , auch ’s-Gravenhage , dt. (veraltet) auch der Haag ist der Regierungssitz der Niederlande und die Hauptstadt der Provinz Südholland. Seit 1831 ist sie Residenz des Königshauses. Den Haag ist mit 474.291 (Stand: 1. Dezember 2005) Einwohnern die drittgrößte Stadt der Niederlande. Die engere Stadtregion heißt Haaglanden und zählt 977.000 Einwohner in neun Gemeinden.

Die Stadt beherbergt den Internationalen Gerichtshof, den Internationalen Strafgerichtshof, den Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien, das Iran-United States Claims Tribunal, Europol, die OPCW, eine Zweigstelle des Europäischen Patentamts und zahlreiche weitere internationale Einrichtungen.

Name


Seit alter Zeit wurde der Ortsname Die Haghe oder Den Hag(h)e verwendet. Ab 1602/1603 verwendete die Stadtverwaltung offiziell den Namen 's-Gravenhage, der als vornehmer angesehen wurde. Seit 1990 verwendet die Gemeinde konsequent den Namen Den Haag (statt 's-Gravenhage), unter anderem wegen der Internationalisierung der Stadt (Den Haag gilt als Welt-Hauptstadt der Gerichtsbarkeit), und um die Verwandtschaft mit den Namen Den Haags in anderen europäischen Sprachen zu betonen:

(Englisch: The Hague, Französisch: La Haye, Deutsch: (Den) Haag, Dänisch: Haag, Italienisch: L'Aia und Spanisch: La Haya)

1990 wurde jedoch der Vorschlag abgelehnt, die Stadt offiziell in Den Haag umzubenennen.

Lage und Wirtschaft


Den Haag liegt im Westen der Niederlande. Das Stadtzentrum liegt etwa 6 km von der Nordsee entfernt. Die Stadtteile Scheveningen und Kijkduin liegen direkt an der See.

Die Stadt ist Teil des Ballungsraums Randstad. In unmittelbarer Nähe liegen weitere bedeutende Städte, etwa Rotterdam (20 km), Leiden (15 km) oder Delft (8 km). Die in den 1970er Jahren gegründete Trabantenstadt Zoetermeer liegt etwa 10 km östlich von Den Haag.

Südlich der Stadt erstreckt sich bis zur Rheinmündung bei Hoek van Holland das etwa 20 x 20 km große Westland, eine riesige, zusammenhängende Gewächshauslandschaft, in der Gemüse und Blumen angebaut werden.

Die Stadt ist reich an kleinen und mittelgroßen Handels- und Industrieunternehmen. Es liegt auf der Hand, dass der Dienstleistungssektor mit vielen Büros aller Art für einen Regierungssitz wirtschaftlicher Schwerpunkt ist; in Den Haag ist dies auch der Fall.

Geschichte


Bereits im 11. Jahrhundert gab es in der Umgebung des heutigen Binnenhofes ein Dorf, in welchem die Grafen von Holland ein Gebäude besaßen, das sie bewohnten oder in dem sie nur auf der Durchreise übernachteten. Im Jahr 1248 ließ Graf Wilhelm II. von Holland ein Schloss bauen. Dieser Graf, der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches werden wollte, starb jedoch bevor das Schloss fertig war. Sein Sohn, Floris V., ließ diese Arbeiten zu Ende führen. Unter anderem entstand der Rittersaal, wo jetzt immer noch am Prinsjesdag, dem 3. Dienstag im September, die Königin mit der Verlesung der Thronrede das parlamentarische Sitzungsjahr offiziell eröffnet, zu dieser Zeit. Nach etwa 1300 war "Die Haghe" bereits die Residenz der Grafen von Holland. Haag war bis zum 17. Jahrhundert nur mit Erdwällen und seichten Gräben befestigt, und erhielt nie ein das formale Stadtrecht. Dennoch hatte die Bevölkerung einige Privilegien, unter anderem auf dem Gebiet der Steuern. Im Jahr 1560 bekam es ein kleines Rathaus, und eine steinerne Stadtbefestigung wurde genehmigt. Diese wurde jedoch nicht rechtzeitig fertiggestellt, um die Bevölkerung vor den Bedrohungen des Achtzigjährigen Krieges zu schützen. Den Haag wurde in dieser Epoche mehrere Male geplündert und niedergebrannt.

Nach 1648 wurde Den Haag Residenz der Statthalter der Republik der Sieben Vereinigten Niederlande. Eine Periode großen Wohlstands brach nun an. Johann Moritz von Nassau ließ das Mauritshuis (jetzt Museum) bauen; für die Hofhaltung, die Regierungsmitglieder und ausländische Staatsvertreter wurden großartige, sehr vornehme Häuser errichtet. Von diesen Häusern sind viele zwischen 1750 und 1900 erbaute Exemplare noch überall in der Innenstadt zu finden. Ein Vorteil dabei war die Tatsache, dass Den Haag keine ummauerte Festungsstadt war, und dem Neubau dadurch keine Beschränkungen gestellt waren. König Ludwig Bonaparte erklärte Den Haag 1806 offiziell zur Stadt. Im 20. Jahrhundert kamen viele Wohnungen für Beamte und einfachere Leute hinzu, darunter das jetzt als "problematisch" geltende Malerquartier (Schilderswijk).

Die Stadt war über 300 Jahre von Kriegsgewalt verschont geblieben, als am Anfang des 2. Weltkrieges, am 10. Mai 1940, deutsche Fallschirmjäger die Stadt angriffen. Ihre Aufgabe war es, das niederländische Regierungszentrum "blitzartig" einzunehmen. Dieses Vorhaben scheiterte an der dort (ausnahmsweise) ausreichenden Militärverteidigung der Niederlande. Erst nach der Kapitulation am 15. Mai marschierte die deutsche Wehrmacht in Den Haag ein. Der von Adolf Hitler zum Reichskommissar für die besetzten niederländischen Gebiete ernannte Arthur Seyß-Inquart wurde bald darauf im Rittersaal installiert. Das Gefängnis im Stadtteil Scheveningen diente zur Inhaftierung von politischen Gegnern, u.a. Widerstandskämpfern. Es erhielt von jenen den Beinamen: Oranje-Hotel. Am 3. März 1945 wollten britische Bomber einen Luftangriff gegen deutsche Verwaltungsgebäude in Den Haag ausführen. Durch einen mutmaßlichen Navigationsfehler trafen die Bomben aber das Wohnviertel Bezuidenhout. Dabei kamen etwa 500 Menschen ums Leben, und 3000 Häuser wurden zerstört.

Am 13. September 1974 stürmten Mitglieder der marxistisch-leninistischen Terrorgruppe Japanische Rote Armee die französische Botschaft in der Stadt und nahmen den Botschafter und zehn weitere gefangen. Bei dem Überfall wurde die Polizistin Hanke Remmerswaal in den Rücken geschossen. Nach Zahlung eines Lösegeldes in Höhe von 300.000 US-Dollar und der Gewähr von freiem Geleit zu einem Flugzeug wurden die Geiseln freigelassen.

In den 1970er und 1980er Jahren wurden Teile der Stadt tiefgreifend modernisiert. Auch nach 1990 wurden zum Teil sehr auffällige Neubauten errichtet, darunter einige Ministerienbüros in der Nähe des Hauptbahnhofes.

Sehenswürdigkeiten


Mauritshuis, Den Haag, juni 2003.JPG | Den Haag stadhuis april 2004.JPG)]]

Verkehr


Den Haag liegt an zwei Autobahnen von europäischer Bedeutung. Die A12 ist die Fortsetzung der aus Richtung Frankfurt am Main, Köln und Ruhrgebiet kommenden deutschen Autobahn A 3. Die A4 verbindet Amsterdam mit Rotterdam und den belgischen Metropolen Antwerpen und Brüssel und führt von dort weiter nach Frankreich, Paris.

Die Stadt besitzt zwei große Bahnhöfe: den modernen Kopfbahnhof Den Haag Centraal (Hauptbahnhof) und den Durchgangsbahnhof Hollands Spoor mit sehenswerter historischer Architektur, z. B. die "Fürstlichen Wartezimmer".

In Den Haag eröffnete 1864 die erste Straßenbahn der Niederlande. Heute zählt das Netz der Straßenbahn Den Haag zu den größten in Europa. Nach großen Schwierigkeiten beim Bau wurde 2004 ein neuer Tunnel unter dem Stadtzentrum für die Straßenbahn in Betrieb genommen.

Den Haag hat keinen eigenen Flughafen, der Großflughafen Schiphol bei Amsterdam ist jedoch nur 50 km entfernt und schnell zu erreichen. Allerdings gibt es bei Den Haag den Militärflugplatz Valkenburg, welcher aus Sicherheitsgründen auch für Flüge der Regierung und des Königshauses benutzt wird.

Der Stadtteil Scheveningen besitzt einen kleinen Seehafen. Über Kanäle ist die Stadt auch an das eng geknüpfte Netz niederländischer Binnenwasserstraßen angebunden.

Die Stadt liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route.

Stadtteile von Den Haag sind


Söhne und Töchter der Stadt


viele Mitglieder der königlichen Familie der Niederlande finden sie unter: Oranien. Andere berühmte Persönlichkeiten sind ausgelagert unter Söhne und Töchter von Den Haag.

Statistiken


Entwicklung der Einwohnerzahl (jeweils zum 1. Januar)


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Weblinks


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