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Bevölkerungsentwicklung als Auslöser der Rentenproblematik


1. Steigende Zahlen von Rentnern

Als Ursache für diese Entwicklung wird folgendes ausgemacht: Einerseits werden immer mehr Menschen durch bessere, moderne Lebensweise und den medizinischen Fortschritt immer älter - während einst nur wenige Menschen länger als fünf bis sieben Jahre Rente bezogen, sind heute mehrere Jahrzehnte der Normalfall. Diese Entwicklung hält an.

2. Geburtendefizit

Andererseits werden in der heutigen Gesellschaft immer weniger Kinder geboren.

Als Gründe wird unter anderem der Wertewandel innerhalb der Gesellschaft angeführt. Neue Werte wie Selbstverwirklichung, Unabhängigkeit, beruflicher Erfolg, Ehe ohne Kinder und alternative Lebensformen werden insbesondere aus konservativen Kreisen als Ursache für das Geburtendefizit verantwortlich gemacht. Gewerkschaften und Sozialverbände benennen als Ursache für das Geburtendefizit, dass Kinder derzeit das Armutsrisiko Nr. 1 in Deutschland darstellen und deswegen junge Familien in ihrer Familienplanung Kinder nicht berücksichtigen. Die persönliche Zukunftsperspektive spielt eine Hauptrolle bei der Aufschiebung des Kinderwunsches.

Derzeit werden im Schnitt in Deutschland nur 1,375 Kinder pro Frau geboren. Damit die Bevölkerungszahl stabil bleibt müssen im Schnitt 2,1 Kinder pro Frau geboren werden.

In diesem Zusammenhang darf nicht übersehen werden, dass a) eine wachsende Bevölkerung nicht unbedingt auch eine wachsende Zahl von erwerbstätigen Beitragszahlern bedeutet und b) bei stagnierender oder (auch minimal) wachsender Wirtschaft und gleichzeitig schrumpfender Bevölkerung der Wohlstand und Verteilungsspielraum pro Kopf steigt, nicht sinkt.

Ergebnisse der Demographie-Studie im Überblick


Die Ergebnisse sind Teil einer Studie des Berlin Instituts für Weltbevölkerung und globale Entwicklung.

  • Ballungszentren gewinnen
Während die Einzugsgebiete von Ballungszentren gute Perspektiven haben, verlieren Großstädte und Randregionen an Attraktivität. Seit dem Mauerfall gab es im Osten eine Abwanderung von 1,5 Millionen Menschen. Jedoch gehören auch mit Weimar, dem Landkreis Havelland und Potsdam-Mittelmark drei Landkreise in den neuen Bundesländer zu den zehn attraktivsten Zuwanderungsgebieten der vergangenen Jahre - allerdings voll auf Kosten des Umlandes. Dieser Zugewinn ist einmalig und wird nicht dauerhaft sein. Zu den Verlierern gehören unter diesem Blickwinkel elf Kreise in den neuen Bundesländern und zwei im oberfränkischen Bayern (Hof und Wunsiedel). Hier ist künftig mit immer weniger Einnahmen und steigenden Ausgaben, zum Beispiel für Altenhilfe, zu rechnen. Aber auch: "es bleibt ein junges Männerproletariat zurück, das keine Arbeit findet und Gewaltpotential birgt."

  • Bevölkerungszahl schrumpfte und wird schrumpfen
Bereits im Jahrzehnt bis 2000 verloren ein Drittel aller 440 Kreise und kreisfreien Städte an Bevölkerung, bis zum Jahr 2020 wird sich ihre Zahl verdoppeln. Wachstum beruht fast nur noch auf Zuwanderung ( a) regional b) vom Ausland).

  • Nachwuchsmangel
Mit durchschnittlich 1,37 Kindern pro Frau zählt Deutschland zu den geburtenärmsten Ländern der Welt.

  • Wo der Nachwuchs fehlt,
überaltert die Gesellschaft statistisch. In manchen Regionen wird 2020 jeder Dritte Einwohner über 60 Jahre alt sein.

  • Frauenmangel
Besonders junge Frauen im Alter von 18 bis 29 Jahren sind aus vielen Gegenden Ostdeutschlands abgewandert. Die Folge: Männerüberschuss und ein Mangel an potenziellen Müttern für die nächste Generation. Es beginnt ein Teufelskreis, weil in solchen Regionen auch keine neue Industrieansiedlung zu erwarten ist.

Andererseits gibt es jetzt einige Städte, die dadurch einen Frauenüberschuss haben. Dort wird es daher vermutlich einen Mangel an potenziellen Vätern geben.

Außderdem ist zu bedenken, dass die Geburtenrate in den Großstädten meistens niedriger ist als auf dem Land. Durch den ständigen Zuzug in die Metropolen ist mit einer weiteren Verringerung der durchschnittlichen Geburtenrate zu rechnen.

Siehe auch


Weblinks und Literatur


  • Arthur Haupt; Thomas Kane: Handbuch Weltbevölkerung, Balance Verlag, Stuttgart 1999.

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Demografie

 

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