| Wappen | Karte |
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| Karte_demmin_in_deutschland.png | |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern |
| Landkreis: | Demmin |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 4 m ü. NN |
| Fläche: | 81,56 km² |
| Einwohner: | 12.914 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 158 Einwohner je km² |
| Postleitzahl: | 17109 |
| Telefonvorwahl: | 03998 |
| KFZ-Kennzeichen: | DM |
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 52 018 |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 1 17109 Demmin |
| Website: | www.demmin.de |
| Bürgermeister: | Ernst Wellmer (CDU) |
| Lage der Stadt Demmin im gleichnamigen Landkreis | |
| Demmin_in_DM.png | |
Die Hansestadt Demmin ist eine Stadt in Vorpommern im Nordosten Deutschlands. Sie ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises.
Die Gegend östlich von Demmin gehört zu den Bereichen in die die oderabwärts erfolgte Neolithisierung bereits mit der Bandkeramik (5.500 - 4.900 v. Chr.) vordrang. Zeugnis der Trichterbecherkultur sind die 119 Megalithanlagen, die im Kreisgebiet nachzuweisen sind. Von ihnen sind 56 zumindest noch teilweise erhalten. Die überwiegende Zahl davon sind 37 Großdolmen. Dass sich auch noch 6 Urdolmen erhalten haben zeigt, das hier eine jener Regionen ist, in denen der Anlagenbau seine Wurzeln hatte. Für die nachfolgende Zeit sind die Grabhügel und die Schalensteine, von denen der Kreis 12 aufweist, kennzeichnend. In den morastigen Wäldern um Demmin gab es bereits im 8. Jahrhundert slawische Siedlungen. Im Ringen der Slawen und Franken um diese Region, die durch die Kreuzung von Flüssen und später auch Handelsstraßen sehr attraktiv war, entstand zunächst eine Grenzburg, die von liutizischen Stämmen im 8. Jahrhundert errichtet wurde später den Namen "Haus Demmin" erhielt.
In einer Sage um Haus Demmin spricht man von zwei Prinzessinnen, die diese Burg errichteten. Diese versicherten sich gegenseitig: "Dat Hus ist din und min!" Darum nannte man es zuerst das Hus Dinmin, woraus der Name: Haus Demmin entstanden sein soll. Abgesehen von dieser Sage heißt es, dass Demmin seinen Namen den Slawen verdankt. Abgeleitet vom Begriff "timänie", was im Slawischen so viel wie "morastige Gegend" bedeutet.
Bald entwickelte sich im Schutze der Burg ein Handelsplatz. Der zeitgenössische Chronist Adam von Bremen beschrieb 1067 diesen in einem Reisebericht als "bedeutende Stadt". Um 1236 wurde planmäßig eine Stadt mit gitterförmigem Straßennetz angelegt, die zudem mit einem Mauerring und fünf Toren umgeben wurde. Nur wenig später, nämlich zwischen 1236 und 1249, erhielt Demmin Lübisches Recht. Demmin71.jpg
Da die Peene schiffbar ist, fungierte die Stadt als Umschlagplatz von zumeist landwirtschaftlichen Produkten. Im Jahre 1283 trat Demmin der Hanse bei und verbündete sich Anfang des 14. Jahrhunderts mit Stralsund, Greifswald und Anklam zum "Vierstädtebund". 1452 gelang es diesen Städten, durch das herzogliche "Goldene Privileg" große Macht und städtische Freiheit zu erreichen. Aufgrund starker Konkurrenz aus England und Holland zerbrach der Hansebund aber schließlich und Demmin schied 1607 aus der Hanse aus.
Aufgrund der Mitgliedschaft Demmins in der Hanse trat die Stadt 1992 dem Hansebund der Neuzeit bei. Seit Januar 1994 führt die Stadt Demmin wieder den Zusatznamen "Hansestadt".
Auch der Dreißigjährige Krieg machte um Demmin keinen Bogen und so besetzten im Jahre 1631 die Schweden unter Gustav Adolf die Stadt. Entgegen der Erbfolge wurde Pommern und mithin Demmin als Reichslehen und selbständige Provinz Schweden zugesprochen. Im dann folgenden Kampf um die Rückgewinnung Pommerns mussten die Schweden zwar abziehen, doch durch Belagerungen und den Versuch des brandenburgischen Kurfürsten, sich Vorpommern anzueignen, wurde Demmin zu drei Vierteln zerstört. Kirche_demmin.jpg Während des Großen Nordischen Krieges (1700 - 1721) geriet es für acht Monate unter russische Besatzung. Zeitweise residierten hier Persönlichkeiten wie Peter der Große und Katharina I. Im Frieden von Stockholm 1720 dann fiel das Gebiet bis einschließlich Demmin zu Preußen, dem es bis zu dessen Auflösung angehörte.
Demmin ist ehemaliger Standort eines Ulanen-Regiments.
Die Aufarbeitung der Geschehnisse am 30. April und 1. Mai 1945 war Gegenstand verschiedener Reportagen anlässlich des 60. Jahrestages des Kriegsendes. Ein Fakt ist, dass die Stadt Demmin, ähnlich wie Greifswald, der Roten Armee zunächst kampflos übergeben wurde. Trotzdem ist es im Zuge des Einmarsches der Roten Armee zu einer Massenselbsttötung und Opfern durch Aktionen der Roten Armee unter der Bevölkerung gekommen. Dabei kamen insgesamt etwa 900 Menschen um.
Es ist belegt, dass es aufgrund der Zerstörung der Peene-Brücken durch die abziehenden deutschen Truppen zu einem Aufstauen des Vormarsches der Roten Armee in Demmin kam. Ebenso ist durch Zeitzeugen belegt, dass es in großer Zahl zu Vergewaltigungen und Gewalttaten durch Soldaten der Roten Armee gekommen ist. Viele Menschen suchten danach aus Angst den Freitod und ertränkten sich in der Peene und in der Tollense. Der Großteil der historisch gewachsenen Innenstadt, insbesondere das Areal rund um den Marktplatz, wurden durch die Rote Armee zerstört. Einzig das Rathaus wurde in den Jahren nach der Wiedervereinigung Deutschlands wiederhergestellt.
Die Variante, dass das Agieren der Roten Armee eine Vergeltungsaktion war, nachdem ein Demminer Apotheker mehrere Offiziere der eingerückten Roten Armee zum Umtrunk eingeladen und dabei vergiftet hatte, wird von Historikern heute als Legende angesehen. Die Aufarbeitung der Geschichte gestaltete sich schwierig, da die DDR-Geschichtsschreibung kein Interesse an Greueltaten der Roten Armee hatte und die Zerstörung Demmins den Kampfhandlungen kurz vor Kriegsende zuschrieb.
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