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Delosperma
 

Délos (neugr. Δήλος: Dílos; auch: Mikra Díli, "Klein-Délos") ist eine Insel der Kykladen im Ägäischen Meer, gelegen zwischen Mýkonos im Nordosten und Rinia (das ehem. Rheneía) im Westen, ein schmaler, etwa 5 km langer, 1/4 km breiter, 3 km² großer Granitrücken mit dem Berg Kýnthos in der Mitte (106 m). Heute ist Delos fast unbewohnt. Es lebten im Jahr 2001 nur 14 Einwohner auf Delos: die Museumsaufseher mit ihren Familien).

Délos war in der Antike eine blühende und durch das dortige Apollonheiligtum für die Griechen eine hoch geweihte und gefeite Stätte.

Die Insel wurde 1990 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Mythos


Einst, wie der Mythos erzählt, war Delos eine schwimmende Insel auf dem Meer. Nur hier konnte die von Hera verfolgte und an der Niederkunft auf jederlei festem Boden gehinderte Leto niederkommen. Danach befestigte Poseidon (einer anderen Version nach Zeus) die Insel an vier diamantenen Säulen. Leto gebar hier die Artemis und den Apollon (daher deren Beinamen Delia und Delios).

Die Insel war deshalb ein geheiligter Ort und wurde ein Hauptsitz der Verehrung beider Gottheiten, nachdem schon vorher ein vorgriechisches Götterpaar dort verehrt worden war.

Geschichte


Delos_House_of_Cleopatra.jpg | Delos_Lions.jpg | Delos_Dionysos.jpg Zahlreiche Tempel und Kunstwerke schmückten Délos; namentlich galt der prachtvolle Apollontempel mit der Kolossalstatue des Gottes, einem Weihgeschenk der Naxier, allen Griechen als größtes Heiligtum. Es war ein dorischer Bau aus dem Beginn des 4. Jahrhunderts v. Chr. von 29,49 m Länge und 13,55 m Breite, wie die seit 1877 von Homolle für das französische archäologische Institut ausgeführten Ausgrabungen gezeigt haben.

Nördlich von ihm stand ein merkwürdiger Altar, der ganz aus Stierhörnern, den Symbolen des Lichts, zusammengesetzt war und zur Entstehung des so genannten Delischen Problems Veranlassung gab.

Sämtliche ionische Staaten schickten hierher feierliche Gesandtschaften (Theorien) mit reichen Opfergaben, und unermessliche Schätze häuften sich in den Tempeln der Insel an. Auch befand sich in Délos ein Orakel, das zur Zeit seiner Blüte als eins der zuverlässigsten galt, und alle fünf Jahre wurde daselbst das berühmte Delische Fest mit Wettgesängen, Wettkämpfen und Spielen aller Art gefeiert, woran alle Stämme Griechenlands teilnahmen. Da Delos kraft seiner Heiligkeit ein sicher umfriedeter Bezirk war, konnte hier auch einer der größten griechischen Sklavenmärkte aufblühen.

Die frühsten Bewohner der Insel waren im 3. Jahrtausend v. Chr. vom Volk der Leleger - aus der Bronzezeit wurde eine kleine Siedlung am Berg Kýnthos gefunden, die der Kastri-Kultur zuzuordnen ist; etwa 1000 v. Chr. wurde die Insel von den Ioniern besetzt. Sie stand lange Zeit hindurch unter eigenen Priesterkönigen. Im 6. Jahrhundert v. Chr. wurde von Peisistratos die sog. "1. Katharsis" durchgeführt: Aus der Umgebung der Tempel wurden sämtliche Gräber entfernt. Diese religiöse Reinheitsvorschrift wurde 425 v. Chr. in der sog. "2. Katharsis" noch verschärft: Nun waren auf Delos alle Geburten, Todesfälle und Bestattungen verboten, die Gräber wurden auf die Nachbarinsel Rineía verlegt. Delos war besonders als Mittelpunkt für die große athenische Bundesgenossenschaft wichtig. Abermals infolge der Heiligkeit des Apollontempels wurde seit 477 v. Chr. die Bundeskasse hier aufbewahrt.

454 v. Chr. kam die Insel in Abhängigkeit von Athen, erfreute sich aber nach dem Sturz dieser Macht durch die Mazedonier 336 v. Chr. von neuem der Freiheit. Nun blühte die Stadt Délos, deren Ruinen nördlich von denen des Tempels liegen, als Handelsplatz auf, namentlich blieb sie ein vielbesuchter Sklavenmarkt und wegen ihrer Zollfreiheit Mittelpunkt des Verkehrs zwischen dem Schwarzen Meer und Alexandria. Ab 166 v. Chr. war Délos römisches Protektorat, wurde aber an Athen als zollfreier Hafen zurückgegeben und erlebte die Zeit seiner größten wirtschaftlichen Blüte, insbesondere nachdem 146 v. Chr. Korinth zerstört wurde und damit als Konkurrent ausfiel. Die Bewohner wurden zur Machtsicherung von Athen auf den Peloponnes deportiert und durch Athener und Italiker ersetzt.

Ein schwerer Schlag, von dem sie sich nie wieder erholte, traf die Insel, welche selbst die Perser geschont hatten, im Mithridatischen Krieg. Menophanes, der Feldherr des Mithridates, landete 87 v. Chr. mit einer Truppenabteilung bei der offenen, ungeschützten Stadt, ermordete und verkaufte die Einwohner, plünderte und zerstörte die Stadt und das Heiligtum mit seinen zahlreichen Kunstschätzen.

Nach dem Friedensschluss (84 v. Chr.) kam Délos durch Sulla in die Hände der Römer, die es später den Athenern zurückgaben. Doch 69 v. Chr. wurde die Insel im Seeräuberkrieg erneut verwüstet und war seitdem kaum noch bewohnt. Im 2. Jahrhundert n. Chr. lebten auf Délos nur noch die Wächter der Heiligtümer.

Von den Prachtbauten des Altertums sind nur noch einige Trümmer des Apollontempels, des Theaters und Gymnasiums vorhanden; Homolles Ausgrabungen legten diejenigen des Letoon, des Artemision, des Schatzhauses etc. frei.

In der frühchristlichen Zeit kam es im 2./3. Jahrhunderts zu einer Wiederbesiedlung, doch verlor die Insel mit der neuen Religion vollkommen an Bedeutung und verödete.

Auf dem Kýnthos, wo das älteste Apollonheiligtum und in römischer Zeit ägyptische Kultstätten lagen, finden sich auch Reste einer aus antiken Trümmern erbauten fränkischen Burg.

Die Umgebung von Delos


Noch heute lässt sich beobachten, wie das klare griechische Licht um die Insel nicht merken lässt, wann feuchtere Luftströme in der oder jener Richtung fließen und glauben lassen, dass etliche sichtbare Kykladeninseln einmal näher, ein andermal ferner rücken, so dass also der alte Mythos, Delos habe einst auf den Wassern geschwommen, ganz plausibel wird.

Neben Délos liegt jenseits einer nur 0,6 km breiten Meerenge die Insel Rheneía ("Groß-Delos"), die den Begräbnisplatz von Délos bildete, da auf dem heiligen Délos niemand geboren werden, auch niemand sterben und ein Grab finden durfte. Sie besteht aus zwei mehrfach ausgezackten Bergmassen, die bis 150 m ansteigen und durch einen schmalen Isthmus miteinander verbunden sind; sie ist 17 km² groß, noch öder und kahler als Délos und wird wie dieses nur zeitweise von Hirten und Schiffern besucht.

Weblinks


Seite der UNESCO für Delos mit weiterführenden Links

Insel (Griechenland) | Weltkulturerbe in Griechenland | Archäologischer Fundplatz in Griechenland | Kykladische Kultur

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