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Delfzijl (Gronings: Delfziel) ist eine Gemeinde in der Provinz Groningen in den nördlichen Niederlanden mit 28.959 Einwohnern (Stand 2003). Die Gemeinde hat eine Fläche von 226,70 km², wovon 89,79 km² mit Wasser bedeckt sind.

Der Name setzt sich aus 'Zijl' (= Siel / Schleuse) und 'Delf' (= der alte Name des Damsterdiep, eines Kanals) zusammen.

Orte


Zur Gemeinde gehören die unten stehenden Orte; (K) bezeichnet eine sehenswürdige alte Dorfkirche; (M) bedeutet, dass es eine sehenswürdige Windmühle gibt.

  • Delfzijl (M), die "Hauptstadt" und das Verwaltungszentrum der Gemeinde
  • Bierum (K)
  • Farmsum (M)
  • Godlinze (K, mit Orgel von Arp Schnitger)
  • Krewerd
  • Holwierde (K)
  • Spijk (K, M)
  • Termunten
  • Termunterzijl
  • Wagenborgen
  • Woldendorp

Geschichte


Die ersten Menschen siedelten wohl schon 400 v. u. Z. in diesem Gebiet. Um sich vor den Gezeiten zu schützen, die das tief liegende Land immer wieder zu großen Teilen überspülten, legten sie so genannte Wierden an, Hügel auf denen zuerst nur Höfe und später auch ganze Dörfer gebaut wurden. Solche Wierdendörfer sind für die Delfzijler Gegend typisch. Siehe auch: Loppersum (Groningen).

Der Name Delfzijl taucht zum ersten Mal in einem Dokument vom 19. Juni 1303 auf. Um 1300 wurde in dem historischen Fluss Delft, der von Groningen Stadt zur Ems lief, eine Schleuse angelegt. Der natürliche Hafen wurde schon bald ein Umschlagplatz für Waren aller Art. 1591 gelang es Prinz Maurits die spanische Besatzung zu besiegen. Johan van den Kornput baute kurze Zeit später ein Fort. Damit gab es Schutz vor feindlichen Angriffen und Wassertore konnten bei hoher Tide geschlossen werden. Fast ein Jahrhundert später suchte Michiel de Ruyter, der berühmte niederländische Admiral, im Hafen von Delfzijl mit seiner Flotte Zuflucht. 1859 hatte Delfzijl 3 Hauptstraßen und fünf Seitenstraßen. Die Einwohnerzahl betrug 1760. Im Jahr 1945, am Ende des Zweiten Weltkriegs konnten sich die Alliierten erst nach sehr harten und blutigen Kämpfen gegen die deutschen Besatzungstruppen, die den Fluchtweg über die Ems nach Ostfriesland freihalten wollten, durchsetzen. Dabei wurden die Stadt Delfzijl und das Dorf Holwierde schwerst beschädigt.

Wirtschaft


Nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr Delfzijl einen wirtschaftlichen Aufschwung. Der Hafen bot eine gute Ausgangsbasis für etliche Industriebetriebe, die sich hier niederließen. Gas- und Salzfunde in der nahen Umgebung taten ihr Übriges. Im Chemiepark Delfzijl betreibt Akzo Nobel Werke für Membranelektrolyse und für chlorierte Kohlenwasserstoffe.

Politik


Die allgemein schlechte wirtschaftliche Lage und parteipolitische Querelen sorgten in den vergangenen Jahren immer wieder für kommunalpolitischen Zündstoff. Anhaltende Abwanderung von Großbetrieben ließ die Arbeitslosigkeit ansteigen. Im Gemeinderat mussten viele Stadträte und Bürgermeister frühzeitig das Feld räumen. Kurzzeitig hatte auch Annemarie Jorritsma das Amt des Bürgermeisters inne, bevor sie ihre Stelle in Almere antrat. Vom 1. Mai 2004 war M. Appel-de Waart Bürgermeisterin von Delfzijl, aber am 14. Februar 2006 ist sie zurückgetreten, nach einem langen Konflikt mit dem Magistrat.

Sehenswürdigkeiten


  • Die oben angezeichneten mittelalterlichen Kirchen
  • Die Mühle Adam in der Innenstadt von Delfzijl, mit einer Galerie für moderne Kunst
  • Das Seeaquarium und das Heimatmuseum, in einem Gebäude nahe dem Hafen und des Bahnhofs
  • Die malerischen Dörfer Spijk und Godlinze
  • Im Sommer kann man von Delfzijl aus Bootsausflüge nach Emden und der deutschen Wattenmeerinsel Borkum machen
  • Der kleine alte Fischereihafen von Termunterzijl.

Weblinks


Ort in den Niederlanden | Träger des Europapreises

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