Ein Dehnungszeichen ist ein Buchstabe, der anzeigt, dass der vor ihm stehende Vokal lang gesprochen wird. Solche Buchstaben werden nicht mitgesprochen, sondern haben nur noch die Funktion diakritischer Zeichen. In der deutschen Rechtschreibung kommen die Buchstaben e und h als Dehnungszeichen vor, in einigen Ortsnamen auch das c und das i.
Das Dehnungs-h wird in der deutschen Rechtschreibung sehr häufig dazu benutzt, einen vorangehenden Vokal zu verlängern. Es kommt nach allen Vokalen außer dem y vor, nach dem i seltener, da dort regelmäßig ein Dehnungs-e steht.
Beispiele:
Systematik: Die Schreibweisen sind durch vielfache Übernahme (oder Nicht-Übernahme) der individuellen Entscheidungen einzelner Schreiber über viele Generationen hin historisch üblich geworden, ohne dass ein System vorgegeben war. Auch generationenlange Bemühungen, die Kennzeichnung der Vokal-Längen einem lückenlos anwendbaren System einzupassen, haben kein überzeugendes Ergebnis gebracht.
Dass der Vokal i lang zu sprechen ist, wird in der deutschen Rechtschreibung
Hinter anderen Vokalen blieb das Dehnungs-e als Längenzeichen nur in Eigennamen erhalten. Dies ist vor allem am Niederrhein und in Westfalen verbreitet, wo es in Ortsnamen wie Soest, Gelsenkirchen-Buer, Flaesheim, Oer-Erkenschwick, Coesfeld, Raesfeld, Raestrup oder Laer vorkommt. Am Niederrhein gibt es zum Beispiel die Ortsnamen Straelen, Kevelaer, Schaephuysen und Duisburg-Baerl. Beispiele aus Norddeutschland sind Itzehoe und Bad Oldesloe. Das zu Bernkastel-Kues gehörende Kues hat ebenfalls ein Dehnungs-e.
Auch viele Familiennamen enthalten ein Dehnungs-e, das man nicht als Umlaut mitsprechen, sondern nur als Dehnungszeichen lesen darf. Beispiele:
Im bayerischen Ortsnamen Buchloe wird das e vom o getrennt als eine dritte Silbe ausgesprochen: *.
Beispiele von Wörtern, in denen die Länge eines Vokals durch Doppelung oder gar nicht angezeigt wird:
Das Dehnungs-i hat sich in der deutschen Rechtschreibung nur in Eigennamen erhalten. Es wird nicht ausgesprochen, sondern zeigt nur an, dass der vorangehende Vokal lang zu sprechen ist. Verbreitet ist es hauptsächlich im Rheinland (Ortsnamen wie Troisdorf, Grevenbroich, Korschenbroich und Roisdorf). Typische Familiennamen mit Dehnungs-i sind Voigt oder Fußbroich.
In den Ortsnamen Duisburg * und Buir hingegen zeigt das nachgestellte i an, dass das vorangehende u als Umlaut (ü) zu sprechen ist.
Das Dehnungs-c fand in der norddeutschen Schreibung Verwendung, bis sie durch eine einheitliche hochdeutsche Schreibung abgelöst wurde. Das Dehnungs-c ist noch in einigen wenigen Namen erhalten geblieben, zum Beispiel in Mecklenburg, obwohl auch hier die alte Aussprache langsam verloren geht. So wird das e in Lübeck mittlerweile kurz gesprochen. Die Stadt Hamburg hatte 1946 alle Flurnamen, die beck enthielten, in bek umbenannt.
Beispiele:
In Brandenburg kommen viele Ortsnamen mit der Endung -ow vor, diese werden mit langem o ausgesprochen
Beispiele:
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