| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen_Deggendorf.png Wappen | Karte_deggendorf_in_deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Bayern |
| Regierungsbezirk: | Niederbayern |
| Landkreis: | Deggendorf |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 314 m ü. NN |
| Fläche: | 77,21 km² |
| Einwohner: | 31.260 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 409 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 94469 |
| Vorwahl: | 0991 |
| Kfz-Kennzeichen: | DEG |
| Gemeindeschlüssel: | 09 2 71 119 |
| Stadtgliederung: | 7 Ortsteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Franz-Josef-Strauß-Str. 3 94469 Deggendorf |
| Website: | www.deggendorf.de |
| E-Mail-Adresse: | stadt@deggendorf.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeisterin: | Anna Eder (CSU) |
Deggendorf ist Große Kreisstadt des niederbayerischen Landkreises Deggendorf. Die Fachhochschulstadt wird auch als "Tor zum Bayerischen Wald" bezeichnet und liegt an der Donau, in der Nähe der Mündung der Isar.
Deggendorf ist an einem geografisch wichtigen Ort errichtet worden. Hier war ein natürlicher Donauübergang vorhanden, der die Straße entlang der Isar nach Norden fortsetzte. Für die in Bayern herrschenden Geschlechter war dies immer ein Grund, hier präsent zu sein. Mit dem Aussterben der Babenberger und der Grafen von Bogen (1242), setzten sich die Wittelsbacher in den Besitz der ehemaligen Grafschaft Deggendorf. Die Stadt wurde neu geordnet und geplant angelegt. Mit Privilegien und Vergünstigungen wurde Deggendorf gefördert, bis es 1316 und 1320 mit dem Stadtrecht ausgestattet, und damit der Prozess der Stadtwerdung auch verfassungsmäßig abgeschlossen wurde. Damit war Deggendorf für das Umland zu einem Anziehungspunkt für Markt und Handel geworden.
Schwere Bevölkerungsverluste waren im 30-jährigen Krieg zu beklagen. Zwei Drittel der Einwohner starben 1633/34 an der Pest. Während des Spanischen und des Österreichischen Erbfolgekriegs wurden Teile der Stadt in Brand gelegt und zerstört. Obwohl diese Ereignisse Jahrzehnte lang ihre Spuren hinterließen, erstand Deggendorf als funktionierende Stadt mit Hilfe der Ressourcen des Umlandes schnell wieder. Ein barockes Zeichen dieses daraus erwachsenen städtischen Selbstbewusstseins wurde mit dem Bau des Grabkirchenturmes 1722 gesetzt, der von Kunsthistorikern als einer der schönsten Türme in Bayern beschrieben wird und dem Stadtplatz seinen unverwechselbaren Charakter gibt.
Im 19. Jahrhundert werden Verkehrsverbindungen wie die Eisenbahnlinie über die Donau in den Bayerischen Wald hinein geschaffen, die hölzerne Donaubrücke durch einen stabilen eisernen Übergang ersetzt und Straßen zur Erschließung des Umlandes von Deggendorf gebaut. Das mittelalterliche Stadtbild verschwindet durch das Auffüllen der Stadtgräben und die Stadttore und Stadtmauern werden weggerissen. Der über 500 Jahre alte Stadtkern wird verändert und aufgeweicht. Heute ist nur noch die Anlage der Stadt erkennbar und ein 27 m langes Stück zufällig überlieferter Stadtmauer ist erhalten geblieben.
Erst im vorigen Jahrhundert erfuhr Deggendorf durch Eingemeindung der benachbarten Ortschaften einen entscheidenden Gebiets- und Bevölkerungszuwachs. Die Nachbargemeinde Schaching kam 1935 zur Stadt Deggendorf, in den Jahren 1972 bis 1978 folgten Deggenau, Fischerdorf, Mietraching mit Greising sowie Seebach und Natternberg.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, 1945, wurde in Deggendorf ein DP-Lager eingerichtet für jüdische so genannte "Displaced Persons". Das Lager wurde im Juni 1949 aufgelöst. Das DP-Lager beherbergte bis zu 2.000 Bewohner.
Das benachbarte Handwerksmuseum widmet sich dem regionalen und überregionalen Handwerk. Sechs Abteilungen geben einen Überblick über die reiche niederbayerische Handwerkskultur: Die Geschichte der handwerklichen Ausbildung ist dabei ebenso ein Thema wie z. B. das Handwerk am Wasser, die Rolle der Frau im Handwerk, das Holzhandwerk im Bayerischen Wald oder die Entwicklung des Handwerks im Industriezeitalter.
Ein Museumskino und wechselnde Sonderausstellungen in den Museen komplettieren das Angebot. Beide Museen und die Museumswerkstätten bieten ein umfangreiches Begleitprogramm für Familien, Kinder und Schulklassen.
Der „Kapuzinerstadl“, eine 1802 profanierte Kapuzinerkirche, ist Veranstaltungs- und Kongressgebäude für verschiedenste kulturelle Ereignisse. Kunstausstellungen finden hier ebenso statt wie Konzerte und Tagungen. Das vierte Glied im Kulturviertel ist die 1990 erbaute Stadtbibliothek.
Die „Deggendorfer Stadthalle“ gibt den Rahmen für größere Veranstaltungen ab. Konzerte, Ausstellungen und Tagungen finden hier ebenso statt wie Tanzveranstaltungen oder Feste.
Daneben engagieren sich zahlreiche Vereine auf den Gebieten der Musik, Malerei und Kunst und beleben damit das Kulturleben der Stadt.
Kirchen und Kapellen
Neben dem großzügig angelegten Stadtplatz, der durch das Rathaus mit seinem historischen Festsaal zweigeteilt ist, sind die Grabkirche Peter und Paul, die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt und die idyllisch gelegene Wallfahrtskirche zur Schmerzhaften Mutter Gottes in der Rose auf dem Geiersberg sehenswert. Die barocke Kapelle im ehemaligen Katharinenspital und die aus der gleichen Zeit stammenden Wallfahrtskirchen in Greising und in der Halbmeile bergen ebenfalls künstlerische Kleinodien.
Jährlich veranstaltet die Stadt neben dem Frühlings- und Volksfest ein im wechselnden Turnus stattfindendes Bürgerfest, eine Bayerisch-Böhmische Woche und eine Sommertraumparty an der Donaupromenade. In der Adventszeit wird der Christkindlmarkt abgehalten.
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