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Der Begriff Defätismus (franz. défaitisme, von défaite, „Niederlage“) bezeichnet ursprünglich den Vorwurf des systematischen Nährens von Mutlosigkeit, Resignation und Zweifel am militärischen Sieg in den eigenen Reihen, was als Mittel der gegnerischen psychologischen Kriegsführung verdächtigt und von Militärtribunalen manchmal hart sanktioniert wurde. Die Bezeichnung entstand ursprünglich während des Ersten Weltkrieges in Frankreich.

Heute wird der Begriff im Alltagsgebrauch extrem selten und von Presse-Feuilletons eher im Zusammenhang mit Zukunftspessimismus oder dem systematischen „Schlechtreden“ von gesellschaftlichen und politischen Umständen benutzt. Die empirische Gebrauchsfrequenz, gemessen an Vorkommen des Worts in den deutschsprachigen Medien, stieg in den Feuilletons und im normalen Tagesgespräch kurzzeitig an, nachdem der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder im Oktober 2003 Kritik an seiner Agenda 2010 als Defätismus attackierte.

Historische Beispiele regierungsamtlicher Sanktionen


Wegen Widerstands gegen die Regierungspolitik, zumal wenn es um die Durchsetzung der landeseigenen Kriegspläne ging, wurden von unterschiedlichen Regimen Andersdenkende mit Zuchthaus- und Todesstrafen belegt.
  • Luigi Fabbri (1877 – 1935), ein italienischer Anarchist, wurde während des Ersten Weltkrieges wegen „Defätismus“ zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.
  • Elizabeth von Thadden (1890 – 1944), eine Lehrerin im Widerstand gegen das Nazi-Regime, wurde zum Tod verurteilt wegen „Defätismus“ und Landesverrats.
  • Daniil Charms (1905 – 1942), ein russischer Autor, wurde wegen „Defätismus“ angeklagt und inhaftiert während der Belagerung Leningrads durch die deutsche Wehrmacht. Er verhungerte im Gefängnis.
  • Hans von Sponeck (1888-1944) wurde 1942 wegen „fahrlässigen Ungehorsams im Felde“ zum Tode verurteilt, weil er als Wehrmachtsoffizier seine Soldaten nicht „heldenhaft“ in den sicheren Tod geführt hatte.

Weblinks


Politisches Schlagwort

Defeatism

Дефетизам

 

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