| Death Metal | |
|---|---|
| Vorläufer: | Thrash Metal |
| Herkunft: | Mitte der 1980er Jahre aus Großbritannien und den USA. |
| Subgenres: | Melodic Death Metal, Slam Death Metal |
| Lokale Zentren: | Göteborg, New York, Florida, Texas |
| Instrumente: | Gitarre · Bass · Schlagzeug |
Als erste Vorreiter gelten vor allem die Bands Possessed (auf deren Album Seven Churches (1985) sich bereits ein Song namens Death Metal befindet), Slaughter, Hellhammer/Celtic Frost, Master und Morbid Angel sowie Death, deren Kopf Chuck Schuldiner als „Godfather of Death Metal“ verehrt wurde und welche Namenspate der gesamten Stilrichtung war.
Am einflussreichsten waren in den USA Bands aus der Gegend um Tampa, Florida (z. B. Death, Morbid Angel, Obituary, Deicide), dem Umfeld New Yorks und Marylands (Suffocation, Cannibal Corpse, Immolation, Malevolent Creation), sowie zu einem großen Maße auch Autopsy und Six Feet Under.
Parallel zum Death Metal entstand eine ähnliche, jedoch mehr der Punk-Bewegung zuzuschreibende Musikrichtung namens Grindcore. Diese war besonders Mitte/Ende der 1980er in Großbritannien von Bedeutung und brachte richtungsweisende Bands wie Napalm Death, Bolt Thrower, Benediction oder Carcass hervor, die den US-Death-Metal entscheidend prägten.
Als europäischer Gegenpol zum technisch anspruchsvollen, in späteren Jahren geradezu progressiv wirkenden US-Death-Metal entwickelte sich in den späten 80ern Stockholm (Schweden) zur Hochburg des betont primitiven, geradlinigen Death Metal. Bekannte Vertreter dieser Richtung sind Unleashed, Dismember/Carnage, Nihilist/Entombed und Grave. Eine gewisse musikalische Beeinflussung durch die US-amerikanischen Autopsy war hier nicht von der Hand zu weisen – gerade die Nihilist-Demos standen voll und ganz in der Tradition des Autopsy-Sounds.
Eine andere Spielart des schwedischen Death Metal etablierte sich Anfang der 1990er Jahre speziell in Göteborg: Der so genannte Melodic Death Metal, auch bezeichnet als New Wave Of Swedish Death Metal (NWOSDM). Als Pionierband lassen sich At the Gates benennen, die sich mittlerweile aufgelöst haben. Eine der größten, daher bekanntesten und – den Verkaufszahlen zufolge – erfolgreichsten Bands dieser Richtung sind In Flames. Im Gegensatz zu deren älteren Werken lassen sich die letzten beiden Alben nur noch bedingt dem Death Metal zuordnen. Neuere Alben der Göteborger-Combo distanzieren sich, durch vermehrten Elektronikeinsatz, zunehmend vom klassischen Melodic Death Metal. Children of Bodom und Dark Tranquillity sind die wohl erfolgreichsten bestehenden Bands. Der Melodic-Death-Metal zeichnet sich durch betont melodische Passagen aus und verwendet Elemente der NWOBHM, beispielsweise die von zwei Leadgitarren mehrstimmig gespielten Soli. Die typischen Elemente des Melodic Death Meta] fanden Jahre später in die Hardcore-Punk-Szene Eingang und erleben dort derzeit unter der Bezeichnung Metalcore eine Renaissance.
In der Mitte der 1990er setzte bei dieser Musikrichtung allerdings ein Sättigungseffekt in der Szene ein, womit im Übrigen der Erfolg des norwegischen Black Metals begünstigt wurde. Die Öffentlichkeit verlor das Interesse am Death Metal. Nur wenige Bands schafften es, sich in dieser Zeit über Wasser zu halten. Gegen Anfang des neuen Jahrtausends spricht man jedoch von einem Wiedererstarken des Death Metals.
Auf der einen Seite gibt oder gab es im Death Metal in vielerlei Hinsicht eine gewisse Regressivität bezüglich einer Abweichung von einer Art Death-Metal-Reinheitsgebot. Man hatte in einer bestimmten Weise zu klingen, sonst war man nicht true. So meinte der Sänger von Unleashed, Johnny Hedlund, 1993 in einem Interview, dass Bands, welche auch Elemente aus anderen Musikstilen in ihr Schaffen einfließen ließen, sich nach einiger Zeit mit der Ablehnung der Szene auseinandersetzen müssten. Ironischerweise setzte mit dem Wiedererstarken des Death Metal auch eine Stilexplosion ein.
So bezieht der Death Metal mitunter verschiedenste Einflüsse mit ein. Der so genannte Death 'n' Roll, in der Mitte der 1990er entwickelt von Bands wie Entombed, Gorefest oder Crack Up, kombiniert Death Metal-typischen Sound mit Reminiszenzen an alte Größen wie Black Sabbath, Motörhead, AC/DC oder gar die frühen Queen. Fear Factory begannen als Grindcore-Death-Metal-Band, bauten aber zunehmend Industrial-Samples in ihre Stücke ein und profitierten somit als eine der wenigen Death-Metal-Bands von der damaligen Industrial-Metal-Welle. Schnittbereiche zwischen Death Metal und Gothic Metal sowie Doom Metal bilden z. B. Atrocity oder My Dying Bride. Avantgardistische Bands wie Cynic, Pestilence, Atheist oder die deutschen Bohren & Der Club of Gore ließen sich von Jazz, Ambient oder Latin Music inspirieren. Das US-Quartett Nile zeichnet sich durch eine Synthese aus Grindcore-beeinflusstem Death Metal und ägyptischer Folklore aus. Die finnische Formation Waltari hingegen nahm 1995 mit einem 60-köpfigen Orchester und Opernsängern eine „Death Metal Symphony in Deep C“ auf.
Die Texte sind aufgrund des im Genre vorherrschenden Gesangsstils („Growlen“, „Grunzen“) oft schwer verständlich. Im Fall der frühen Alben von Obituary ist schon allein deshalb nichts zu verstehen, weil ihr Sänger fast ohne jeden Text „growlt“; oftmals gutheißt man eine Unverständlichkeit der Lyriks aber auch aufgrund ihrer Extremität. Ähnlich, wie man es auch beim Black Metal antrifft wird die Unverständlichkeit der Texte bzw. des Gesangs dazu genutzt, dass auf diesem Wege Emotionen „vermittelt“ werden. Dies wird unter Einsatz von Blastbeats, Tempowechsel, Wechsel der Stimmlage (insofern es beim „Growling“ bezüglich der Höhen möglich ist), und schnellen, harten Riffs erreicht.
Einen „cleanen“ Gesang abwechselnd mit typischem Death-Metal-Gesang führten Bands wie Amorphis und Edge of Sanity ein. Diese Neuerung der Clean-Vocals im Death Metal kam Anfang der 1990er auf. Als größte Hoffnung auf diesem Teilgebiet gilt seit Ende der 1990er die Band Opeth aus Stockholm, die Old-School-Death-Metal à la Morbid Angel mit Elementen des Progressive Rocks der 1970er verbindet.
Besagter Nihilismus äußerte sich anfangs in Splattertexten, welche allerdings auch heute noch eine große Verbreitung aufweisen. Zwar sind die dortigen Darstellungen von Gewalt teilweise sehr fragwürdig, jedoch käme kaum ein Death-Metaller auf die Idee, diese in die Tat umzusetzen. Die unter Umständen zügellose Beschreibung von Gewalt ist viel mehr als eine Reaktion auf eine anscheinbar völlig hoffnungslose Weltsicht anzusehen, bzw. als ein Ventil für die Wut auf diese Realität.
Auch findet gelegentlich satanische bzw. antichristliche Symbolik einen Platz im Death Metal. Auch dies ist als Ausdruck von Abscheu gegenüber einer als heuchlerisch-gut angesehenen Welt oder Gesellschaft zu verstehen, da Satanismus sich eignet um in einer christlich geprägten westlichen Kultur gegen selbige zu rebellieren. In Liedtexten, in welchen das Töten von Christen beschrieben wird, kommt dieses Abspaltungsbestreben zum Ausdruck. Jedoch sind solche Tendenzen meistens in der Black-Metal-Strömung zu finden.
Ähnlich ist es mit dem Einsatz von Symbolen aus der Zeit des Nationalsozialismus, wie SS-Runen, Hakenkreuze oder ähnlicher Symbolik (was im Death Metal jedoch sehr selten ist). Meist – Ausnahmen existieren – ist dies kein Zeichen der politischen Orientierung der Band oder der Mitglieder der Band. Wenn diese Symbole ohne politischen Hintergrund genutzt werden, ist das erstrangige Ziel der Verwendung besagter Symboliken, dass es das Böse und Schlechte zum Ausdruck bringt. Da man die Zeit um das Dritte Reich als äußerst dunklen Abschnitt in der Geschichte der Menschheit bezeichnet, werden sie auch heute noch genutzt, wobei die „Blütezeit“ von Mitte der 80er bis Anfang/Mitte der 90er ging. Außerdem wird dies heute durch das verschärfte Zensurrecht verhindert, sowie politische Einflüsse im Death Metal generell abgelehnt.
Mit der Entwicklung der Szene setzte auch im Bezug auf die Texte ein „Reifeprozess“ ein. Die Thematik wurde mit differenzierten Mitteln angegangen; eine gewisse Ähnlichkeit zum Vanitasgedanken wie im Barock trat immer mehr zum Vorschein, so lassen sich beispielsweise Parallelen ziehen zwischen den „Thränen des Vaterlandes“ von Gryphius und „Epitaph for Humanity“ von Vader. Bands wie Death, Cynic, Pestilence oder Gorefest wagten sich an philosophische und politische Themen heran. Auch surrealistische Texte wurden z. B. von Darkthrone auf ihrer ersten LP „Soulside Journey“ aufgegriffen.
Für eine Übersicht der in der Wikipedia vertretenen Bands siehe Death-Metal-Band.
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